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Montag, 15. Juni 2026

Afrika: Atomstrom auf dem Vormarsch

Noch ist die Liste der Atomkraftwerke in Afrika ziemlich übersichtlich. Doch das dürfte sich bald ändern. Eine neue Technik spielt dabei eine besondere Rolle. Derzeit betreibt Südafrika das einzige in Betrieb befindliche Atomkraftwerk in Koeberg bei Kapstadt mit zwei Reaktorblöcken, die 1.854 MW leisten. 

Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) zählt jedoch mittlerweile 16 weitere afrikanische Länder auf, die Atomkraftwerke bauen oder bauen wollen: Ägypten, Algerien, Äthiopien, Burkina Faso, Ghana, Kenia, Marokko, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sudan, Tansania, Tunesien, Uganda und Sambia. 

Und diese Liste ist nicht einmal vollständig. Denn inzwischen verfolgen auch Mali und Namibia solche Pläne. Allerdings sind die meisten dieser Vorhaben bloße Absichtserklärungen und haben derzeit das Stadium konkreter Planungen noch nicht erreicht.

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Montag, 13. Oktober 2025

Der Welthandel wächst ungebremst

Das aktuelle Global Trade Update der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) enthält einige Überraschungen. Jetzt, wo sich die Zollkapriolen der US-Administration immer deutlicher auch global in den Zahlen ablesen lassen, zeigt sich, dass der Welthandel weit weniger Federn gelassen hat als befürchtet. 

Im ersten Halbjahr 2025 hat der globale Austausch von Gütern und Dienstleistungen um rund 500 Milliarden US-Dollar zugelegt – trotz Volatilität, politischer Veränderungen und anhaltender geopolitischer Spannungen. Allerdings profitieren nicht alle Regionen und Branchen gleichmäßig.

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Dienstag, 22. Oktober 2024

Eine afrikanische "Energiebank"

Angesichts des zunehmenden Drucks westlicher Finanzinstitute, die Erschließung von Öl- und Gasvorkommen aufzugeben, planen afrikanische Länder die Gründung einer eigenen Finanzierungseinrichtung für solche Projekte. Laut einem Bericht der Financial Times haben die 18 Mitgliedsstaaten der "African Petroleum Producers Organization" (APPO) vereinbart, jeweils 83 Millionen US-Dollar, insgesamt 1,5 Milliarden Dollar dafür bereitzustellen.

Um das Vorhaben zu starten, benötigt die Staatengruppe jedoch insgesamt fünf Milliarden Dollar. Die African Export-Import Bank (Afrexim Bank) wird die 1,5 Mrd. US-Dollar verdoppeln, sodass eine Lücke von noch zwei Milliarden Dollar verbleibt, die von externen Institutionen wie Staatsfonds, privaten Fonds und anderen Banken gefüllt werden muss.

Während Afrika der Kontinent mit dem geringsten CO2-Fußabdruck ist, verfügt er gleichzeitig über große, noch unerschlossene Öl- und Gasvorkommen. Unter dem Druck westlicher Regierungen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien vorantreiben, haben internationale Kreditgeber wie die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank (ADB) aufgehört, Gelder für solche Energieprojekte bereitzustellen. 

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Montag, 5. Februar 2024

Handel, Weizen, Dünger und politische Annäherung

Während Chinas Handel mit Afrika boomt, prägen Weizengeschenke und politische Annäherung Moskaus Strategie. Westliche Medien registrieren Russlands und Chinas wachsende Bedeutung im kolonialen Hinterhof Europas mit Sorge.

Der Warenaustausch zwischen China und Afrika hat 2023 volle 282 Mrd. US-Dollar erreicht, allerdings wächst dabei das afrikanische Handelsdefizit (SCMP). Somit erreicht der afrikanische-chinesische Handel mittlerweile annähernd die Ausmaße des EU-Afrikahandels (268 Mrd. Euro in 2021). Zum Vergleich: Der Handel Afrikas mit den USA belief sich im gleichen Jahr auf knapp 62 Mrd. US-Dollar.  

Russland ist diesbezüglich jedoch noch lange nicht so weit. 2022 belief sich der russisch-afrikanische Handel auf umgerechnet 18 Mrd. US-Dollar, war allerdings in der ersten Hälfte des Jahres 2023 um weitere 35 Prozent regelrecht explodiert.


Daher setzt Moskau weiterhin stark auf politische Annäherung. Vor allem die Weizengeschenke an verschiedene afrikanische Staaten haben international ein breites Medienecho gefunden. Demnach hat Russland allein Anfang des Jahres 2024 immerhin 25.000 Tonnen Weizen an Kamerun, 50.000 Tonnen an die Zentralafrikanische Republik, 25.000 Tonnen an Mali und 25.000 Tonnen an Burkina Faso verschenkt.

Daher kann es nicht verwundern, dass die Presse im Westen einen wachsenden Einfluss auch von Russland in Afrika feststellt. Und das liegt nicht nur an Weizengeschenken sondern auch daran, dass die Versäumnisse und Fehler des Westens – von der kolonialen Vergangenheit ganz zu schweigen – hierzulande leicht vergessen werden; nicht aber in den betroffenen Ländern. 

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Dienstag, 21. Februar 2023

Mit wem Afrika handelt

Als "Übernahme" bezeichnet Statista die Tatsache, dass China (rot) mittlerweile für die meisten afrikanischen Länder bei den Importen der wichtigste Handelspartner geworden ist. Besonders Frankreich (blau) hat Anteile verloren, während Südafrika (gelb) im Handel mit Tansania und Mauritius seine Spitzenposition verloren hat.

Zwischen 2000 und 2020 wuchsen die Exporte Chinas in afrikanische Länder von 5 auf 114 Mrd. US-Dollar. Auch die Exporte afrikanischer Länder nach China verneunfachten sich von 7 auf 62 Mrd. US-Dollar. Hat tip Zerohedge. 

Zum Vergleich: Die US Exporte nach Afrika verdoppelten sich zwischen 2002 und 2022 von 10 auf 21 Mrd. US-Dollar. Die US-Importe stiegen von 10 auf 24 Mrd. US-Dollar (Excel). Regelrecht eingebrochen sind US-Importe aus afrikanischen Ländern, die vor zehn Jahren noch etwa 100 Mrd. US-Dollar jährlich ausmachten.

Der Handel der EU mit Afrika verläuft seit Jahren verhältnismäßig konstant und liegt meist zwischen 100 und 140 Mrd. Euro in jeder der beiden Richtungen.

Russlands Warenaustausch mit afrikanischen Ländern stagniert derzeit bei lediglich 20 Mrd. US_Dollar per annum.

Freitag, 7. September 2018

Was die Beteiligten sagen

Eine Schuldenfalle baue China für die afrikanischen Länder und strebe eine neue Form des Kolonialismus/Imperialismus an, so lauteten die beiden am häufigsten erhobenen Vorwürfe in den Kommentaren deutscher Medien zum jüngsten China-Afrika-Gipfel (FOCAC) in Peking.

'Und wenn schon', ist man versucht zu entgegnen. Seit der Unabhängigkeit der meisten afrikanischen Länder hatte Europa über 50 Jahre Zeit, etwas auf dem Nachbarkontinent zu bewegen. Und die Damen und Herren haben es all die Jahrzehnte - gelinde ausgedrückt - komplett vergeigt.  Ausbeutung von Rohstoffen, ungleiche Handelsverträge und eine brutale Schuldenknechtschaft statt Entwicklung. Klar schreit man da sofort 'Haltet den Dieb'.

Schaut man auf die Entwicklung Chinas seit den 1980er Jahren, beschleicht einen das leise Gefühl, dass man in Peking eine Menge vom Thema nachholende Entwicklung versteht und scheinbar bereit ist, dieses Wissen zu teilen. Wohl auch deshalb zeigt man sich in Afrika durch die Bank zuversichtlich bis begeistert:

Montag, 14. September 2015

Wird der starke Dollar zum Problem für Afrika?

Die niedrigen Zinsen in den Entwicklungsgeldern machen Staatsanleihen afrikanischer Länder für Investoren attraktiv. Doch der wiedererstarkte Dollar erinnert an die Probleme, die eine hohe Auslandsverschuldung und eine exportbasierte Entwicklungsstrategie nach sich ziehen. Ghana muss zum vierten Mal in 30 Jahren ein Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen. Den von Ebola betroffenen Ländern wurden zwar Schulden erlassen, dennoch steigt ihre Verschuldung insgesamt an.

Donnerstag, 19. März 2015

Ideen wie Blähungen

Ein Rauschen und Raunen geht durch den deutschen Blätterwald - gemeint sind extraterritoriale Asyleinrichtungen der Europäischen Union in Nord.- und Westafrika ( 1, 2, 3, 4, alle Links G-News dt.). Karl Kopp, Europareferent bei Pro Asyl meint beim Domradio absolut treffend zu diesem Plan:
Der Ansatz mit den Asylzentren ist eine Nebelkerze. Und es wird diskutiert zu seiner Zeit, in der Europa die Seenotrettung zurückgefahren hat. Da war auch Deutschland maßgeblich beteiligt.

Dienstag, 10. März 2015

Wird der starke Dollar zum Problem für Afrika?

Die niedrigen Zinsen in den Entwicklungsgeldern machen Staatsanleihen afrikanischer Länder für Investoren attraktiv. Doch der wiedererstarkte Dollar erinnert an die Probleme, die eine hohe Auslandsverschuldung und eine exportbasierte Entwicklungsstrategie nach sich ziehen: Ghana muss zum vierten Mal in 30 Jahren ein Programm des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch nehmen.
Den von Ebola betroffenen Ländern wurden zwar Schulden erlassen, dennoch steigt ihre Verschuldung insgesamt an.


Sollte der Wert des US-Dollar weiter steigen, könnte es einigen afrikanischen Ländern künftig deutlich schwerer fallen, ihre in US-Dollar ausgegebenen Staatsanleihen zu bedienen. Darauf weist das britische Overseas Development Institute (ODI) in einer Studie hin. Judith Tyson, die Autorin der Untersuchung, fühlt sich an die Finanzkrise Asiens in den 1990er Jahren erinnert: Die hohen Zinsen, die afrikanische Staaten für ihre Anleihen zu zahlen bereit sind, seien in Zeiten negativer Realzinsen in vielen Industrieländer ein gefundenes Fressen für die Investoren. Deshalb werde nicht viel nach finanzielle Stabilität und Nachhaltigkeit im subsaharischen Afrika gefragt, sondern unbesehen gekauft.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Elend in Pink

Eine Ausstellung mit afrikanischen Kriegsbildern - diskutiert von Ina Zeuch

Man stelle sich einmal vor, ein afrikanischer Videokünstler wäre in den Bürgerkrieg Jugoslawiens gezogen, um dort viel aus fahrenden Autos heraus wirres Kriegsgeschehen, Tote und  verzweifelte Menschen in überfüllten Flüchtlingscamps oder Massengräber und sterbende Kinder abzufilmen. Und er hätte diese Szenearien in Infrarot gefilmt und die Vegetation wäre nicht mehr grün, sondern pink und damit neben allem Elend auch ein prächtiger Farbstreifen, eben Kunst. Und damit wäre er dann auf eine der renommiertesten Biennalen Afrikas eingeladen worden und hätte nach dieser Schau obendrauf von einem großen Finanzdienstleister einen Fotopreis erhalten. Das wäre dann das Europabild der Afrikaner oder zumindest ihrer Eliten, eben jenen, die solche Biennalen in Afrika besuchen.
Foto von Richard Mosse aus der Ausstellung "The Enclave"

Dienstag, 11. Juni 2013

Ebenso weithin wie heftig

Die "New Alliance for Food Security and Nutrition in Africa" (Fact Sheet der US-Regierung) der G8 wird ebenso weithin wie heftig kritisiert:

Montag, 7. Januar 2013

Kony 2013?

Wer erinnert sich noch an "Kony 2012"? Antwort: Die Bild-Zeitung. Leider ist dem Betrag ("Passiert ist seitdem: nichts.") kaum etwas hinzuzufügen. Durchs Internet lässt es sich eben leichter surfen als durch ein unwegsames Kampfgebiet, das so groß ist wie Deutschland ist und sich über vier Staaten erstreckt von denen mindestens zwei als failed states gelten müssen: DR Kongo, Südsudan, Uganda und Zentralafrikanische Republik. Da helfen auch 100 US-amerikanische Militärberater nicht viel weiter.

Die unten angehängte Grafik über die Ausgaben von Invisible Children zeigt zudem, dass die Organisation immer noch ziemlich viel Geld (20 Prozent) für die eigene Verwaltung (16,2%) und die Einwerbung von Spendengeldern (3,2%) ausgibt. Das ist in etwa im Rahmen. Doch dazu kommen weitere 15,8 Prozent des Etats, die für die Herstellung von Medieninformationen aufgewandt wurden. Es ist zudem fraglich, wo die 27,6 Prozent der Gelder hingehen, die für Mobilisierung benötigt wurden.

Zum Vergleich: Die Welthungerhilfe beziffert ihre Verwaltungsausgaben im Jahr 2011 auf 2,3 Prozent, den Anteil für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit auf 7 Prozent. Hinzu kommen inländische Personalkosten und Projekte, die mit vergleichbaren Summen zu Buche schlagen. 

Freitag, 20. Juli 2012

Jetzt nicht locker lassen

Die Frankfurter Rundschau mahnt, dass die internationale Gemeinschaft jetzt keinesfalls in ihren Bemühungen nachlassen darf, die Menschen in Westafrika bis zur nächsten Ernte zu unterstützen. Sonst waren die Bemühungen der letzten Monate umsonst. Kurzfristig werden bis über zehn Millionen Menschen auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen sein.

Sonntag, 8. Juli 2012

Verspäteter Nachruf

Aus persönlicher Betroffenheit, und obwohl es fast eineinhalb Jahre her ist, dass der kamerunische Künstler Goddy Leye (wikipedia) im Alter von 45 Jahren am 16. Februar 2011 starb, soll hier noch einmal kurz an ihn erinnert werden:


Video "We are the world" von Goddy Leye.

Seine Websites finden sich unter goddyleye.lecktronix.net und unter goddyleye.wix.com/neworks#!. Den Hinweis auf den viel zu frühen Tod Goddy Leyes verdanke ich Ina Zeuch.

Montag, 2. Juli 2012

Über Bord geworfen

Erinnert sich noch jemand an den Überfall auf Grenada? Nein? Macht nix, denn hier geht es um den transatlantischen Sklavenhandel, den "African Holocaust", wie er von den englischsprachigen Nachfahren der Überlebenden auch genannt wird. In dem Bild erinnern junge Leute aus Grenada mit ihrer lebenden Unterwasserskulptur an alle die namenlosen Menschen, die während der zwangsweisen Atlantiküberquerung von den Sklavenhändlern schlichtweg über Bord geworfen wurden.

Wie auch immer KunstkritikerInnen das ästethische Resultat dieser Aktion bewerten mögen - Kunst wirkt nicht nur mittels Betrachtung. Das hier ist ein tolles Beispiel für interaktiv erlebte und lebendig gemachte Geschichte.
Hat tip Jones aus New York.


Leider hat Jones sich geirrt: Es sind Skulpturen und keine lebenden Menschen, die der Künstler Jason deCaire Taylor in fünf Metern Wassertiefe bei Grenada aufgestellt hat. Das Werk heißt "Vicissitudes" und hat keinen Bezug zu Sklaverei. Leserin Ann Kathrin aus Berlin hat mich unter Hinweis auf das America's Black Holocaust Museum auf den Fehler aufmerksam gemacht. MediaWatch entschuldigt sich für den Irrtum und dankt Ann Kathrin ganz herzlich für ihren Hinweis.

Montag, 30. April 2012

Vier junge Afrikaner und Hollywood

Weil alle grade Kony jagen, ist es Zeit ein bisschen was dagegen zu halten. Dabei hilft dieses wirklich nette Video über vier junge Afrikaner und Hollywood ungemein (engl.).



Gefunden bei Chris Blatman.

Mittwoch, 14. März 2012

Für einen Sport ohne Gewalt

Der folgende Text entstand ehrenamtlich für ein kleines Aikido-Mitgliedermagazin. Er wird hier - um einige sportliche Details gekürzt - wiedergegeben:

Aikido gibt es auch in Afrika. Vor allem in Südafrika gibt es eine ganze Reihe Dojos. Zudem kann man in Namibia, Marokko und Ägypten Aikido üben. Auch ganz im Westen des Kontinents, in Dakar, der Hauptstadt des Senegal findet man aktive Aikidoka.


Samstag, 4. Februar 2012

... obwohl sie hätten gerettet werden können ...

Trauriger Rekord: 1500 MigrantInnen haben 2011 nach Angaben des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen bei dem Versuch Europa zu erreichen ihr Leben lassen müssen (Reuters). Das UNHCR führt die Statistik seit fünf Jahren.

"Europa versagt in der Flüchtlingsfrage", warnt die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström im Tagesspiegel. Die taz sieht das ähnlich (2) und meint, Europa sei den AfrikanerInnen Antworten schuldig. Focus zitiert das UNHCR (etwas ungenau) mit der Feststellung "Das Mittelmeer ist das tödlichste Gewässer der Welt". Eine Art Lindwurm-Vision hat die Nachricht offensichtlich bei der NZZ ausgelöst, die etwas von einem "Nordafrikanischen Migranten-Strom" in "Rekordlänge" faselt. Springer, WAZ und fast alle Anderen haben die Meldung komplett unter den Tisch fallen lassen (G-News, dt.).

Freitag, 27. Januar 2012

Das Hungern geht weiter

Im Niger hat die Hälfte der Bevölkerung nicht genug zu essen (IRIN). SPON hat es auch gemerkt. UNICEF warnt, dass eine Million Kinder im Sahel gefährdet sind (Reuters). Im Widerspruch dazu* zitiert Entwicklungspolitik Online die Hilfsorganisation CARE mit der Warnung, dass insgesamt zehn Millionen Menschen in Westafrika Hunger droht. Verwunderlich ist, warum niemand schon im Oktober (oder spätestens November) Alarm geschlagen hat - denn da war die jährliche Regenzeit im westafrikanischen Sahelbereits unwideruflich zuende. So wurde schon jetzt fast ein Vierteljahr verschwendet.

In "From Poverty to Power" wird versucht, die Frage zu klären, warum die internationale Gemeinschaft letztes Jahr so viele Menschen in Ostafrika verhungern ließ ("warum die Hilfe so spät kam"). Es zeigt sich, dass die Frühwarnungen praktisch ignoriert worden sind. Leider fehlt dem Posting die politische Dimension, die Erklärungen für dieses Versagen liefern könnte.

* Mali und Niger haben Bevölkerungs-Wachstumsraten von über drei Prozent. Das bedeutet, dass mindestens ein Viertel der Bevölkerung jünger als 15 Jahre ist. Eine Million sind aber "nur" zehn Prozent von zehn Millionen. Die Differenz beträgt immerhin 1,5 Mio. hungernde Kinder - vorausgesetzt, es hungern anteilig an der Gesamtbevölkerung ebenso viele Kinder wie Erwachsene.