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Mittwoch, 6. November 2024

Äthiopien will keine Verbrenner mehr

 

Afrikanisches Land verbietet Import von kraftstoffbetriebenen Pkws. Umstieg auf E-Autos schwierig. Können die ehrgeizigen Pläne gelingen?

Als die Kraftstoffpreise in Äthiopien Anfang des Jahres in die Höhe schossen, entschieden sich eine ganze Menge Menschen in Äthiopien, ein Elektroauto zu kaufen. Das passt auch zu den neuen Bemühungen in Addis Abeba, benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge schrittweise abzuschaffen. Doch nur wenige Monate später stellt sich die drängende Frage, ob es die richtige Entscheidung war.

Die Hindernisse, die Fahrer von E-Autos in der Fünf-Millionen-Stadt überwinden müssen, sind erheblich. Das beginnt mit der unregelmäßigen Stromversorgung und reicht bis hin zur Knappheit an Ersatzteilen. Zudem ist der Wiederverkaufswert von Stromern schlecht.

Bitte weiterlesen bei Telepolis ...

Mittwoch, 10. April 2024

Klimawandel und Inflation

Der Klimawandel und insbesondere die steigenden Temperaturen könnten die Lebensmittelpreise um 0,9 bis 3,2 Prozent pro Jahr steigen lassen, so eine neue Studie von Forschern in Deutschland.

Da die Klimaüberhitzung weiter zunimmt, wird diese Preisinflation dazu führen, dass immer mehr Menschen auf der Welt sich nicht abwechslungsreich und gesund ernähren können oder einfach nicht genug zu essen haben.

Bitte weiterlesen bei Telepolis ...

Dienstag, 13. September 2022

Hunger 09

Klimakatastrophe:
Weitere Ernten fallen Dürrekatastrophen zum Opfer, die in den USA so schlimm wie seit 1200 Jahren und in Europa so verheerend wie seit 500 Jahren nicht mehr waren. Raps und Getreide sind rechtzeitig gereift, aber der Mais hat die Trockenheit mit Ernteausfällen quittiert - und zwar sowohl in Europa als auch in den USA.
Nun wird Mais fast ausschließlich an Tiere verfüttert ("Veredelung" im Fachjargon) doch ist abzusehen, dass Fleisch, Eier und Molkereiprodukte noch deutlich teurer werden dürften. 

Dürre- und Hitzewellen haben auch den weltweiten Reisernten zugesetzt. Neben Indien (MediaWatch berichtete) hat es auch China und die USA getroffen.

Agrar heute liefert die passende Bildstrecke dazu: "Der Wüstenplanet".

Am Horn von Afrika (Äthiopien, Kenia, Somalia) herrscht der schwerste Wassermangel seit 40 Jahren (UN OCHA). 20 Millionen sind akut von Hunger bedroht. Doch anders als früher wird auch angesichts solcher Meldungen nicht mehr zu Spenden aufgerufen (ARD).
 
Ukraine: 
Unterdessen rechnet der der russische Präsident Wladimir Putin der Weltöffentlichkeit vor, wie die Wirklichkeit der vom NATO-Land Türkei organisierten, ukrainischen Nahrungsmittelexporte aussieht:
„Von 87 Schiffen, die ukrainische Häfen mit Getreide verlassen haben, sind 32 in die Türkei gefahren [...]. Drei Schiffe sind nach Südafrika, drei nach Israel, sieben nach Ägypten, 30 in die Europäische Union und nur zwei in die ärmsten Länder des UN-Nahrungsmittelprogramms, nach Jemen und Dschibuti gegangen. Das sind 60.000 Tonnen, nur 3 Prozent.“
Wer will - und wer kann - die "Propaganda" des personifizierten Gottseibeiuns widerlegen? Das Interesse daran dürfte hierzulande gering sein, und "wir" sind ja auch gar nicht angesprochen. Putin hat diese Rechnung nicht der "Goldenen Milliarde" sondern den sieben Milliarden Menschen aufgemacht, die nicht im Westen respektive in einem NATO-Land leben. 
 
Düngemittel 
Der "fertilizer crunch" geht weiter. Die Auswirkungen von (zu) teuer gewordenen Düngern treffen in unterschiedlicher Schwere und Form so verschiedene Länder wie Bangladesch (wo auch illegales Horten die Preise treibt), Brasilien, Indien, die Philippinen und Peru aber auch viele afrikanische Staaten
 
Weltweit kaufen FarmerInnen derzeit weniger Dünger, weil sie ihn schlicht nicht bezahlen können. Das wird die nächsten Ernten überall geringer ausfallen lassen und den Hunger weltweit antreiben. Eine rasche Besserung der Lage ist nicht in Sicht, denn viele Unternehmen nutzen Erdgas zur Herstellung von Dünger, und das wird auf absehbare Zeit (zumindest in Europa) sehr teuer bleiben. 

In Deutschland hatte SKW Piesteritz die Produktion von Ammonium und Harnstoff schon gestoppt. Jetzt muss der Staat einspringen, damit zumindest Adblue weiter hergestellt und der LKW-Verkehr aufrecht erhalten werden kann.
Ob auch die Herstellung von Stickstoffdünger subventioniert werden wird, ist allerdings unklar.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Spendenidee 2020

Heute ist der 2. November und draußen sind 22 Grad Celsius. Diese Nacht ist das Thermometer nicht unter 17(!) Grad gefallen - und da wundern sich manche immer noch, warum das Polarmeer mal wieder nicht zufrieren möchte... Nun, solch ein Sch***klima inspiriert wenigstens zu einer Spendenidee:


Es ist höchste Zeit, für Spenden an Ende Gelände zu werben. Nicht nur, dass die neuen Slogans wie "Kohle stoppen. Systemwandel jetzt" oder "Bekämpft das Patriarchat, nicht den Planeten" gut gefallen. Euer/Ihr ergebenster MediaWatch-Redakteur hält zudem ein gerüttelt Maß an Militanz für nötig, wenn wir wirklich etwas verändern wollen.

Also her mit der Kohle gegen die Kohle. Aber: "Ziviler Ungehorsam ist leider nicht steuerbegünstigt", klären uns die AktivistInnen freundlicherweise auf. Hätten wir uns auch denken können.

Freitag, 22. Mai 2020

Die Welt verbrennt

"Die Folgen der Klimakrise werden härter, umfassender und schneller eintreten, als bisher angenommen", meldete der Freitag als erstes deutsches Blatt. Irgendwann haben dann auch andere KollegInnen die Relevanz dieser Information begriffen und sie weiter verbreitet.
Zitiert wird eine Studie der US National Academy of Sciences. Kern der Überlegungen ist, dass bei einer planetaren Erwärmung um 3 Grad Celsius wesentliche Teile der Landmassen bis 2070 um etwa 7,5 Grad(!) wärmer werden. Das werde bis zu 3 Milliarden(!) Menschen direkt betreffen und weite Teile Afrikas, Lateinamerikas, Südasiens und Ozeaniens praktisch unbewohnbar machen. Der ORF bietet eine Karte.
(Im Vergleich dazu wird die jetzige Krise im Rückblick wie ein kurzer, freundlicher Moment der Entspannung aussehen, den viele Menschen genutzt haben, um endlich einmal auszuschlafen.)

Zu glauben, dass noch eine Menge Zeit vergehen wird, bis derartige Zustände erreicht sind, könnte sich außerdem als fataler Trugschluss erweisen: Science Daily verweist auf eine rapide Zunahme schwülheißer Tage für den Süden der USA.

Bewaffneter Natur- und Artenschutz kann zu ganz erheblichen Problem führen, wie eine taz-Serie belegt. Im Westen fehlt jegliches Gespür dafür und nach wie vor auch das Bewusstsein, dass es vor allem in Afrika und Südasien immer wieder zu ernsten Konflikten zwischen Tier und Mensch kommt.
Wenn man sich das hiesige Getue um die Wiederansiedelung des Wolfes anguckt (BR), (Borkener Zeitung), (CDU/CSU-Fraktion) - von Bären (1), (2) ganz zu schweigen -, kann man nur heilfroh sein, dass in Deutschland keine Elefanten oder Löwen und Tiger ausgewildert werden müssen, damit die Natur zu ihrem Recht kommt.Immerhin; die EU hat jetzt reagiert

Montag, 13. Januar 2020

Die große Unordnung

Nachdem

- es nun schon jahrezehntelang in Südostasien brennt,
- die rechtsradikale Regierung Brasiliens dem Abfackeln des Amazonas-Regenwaldes Vorschub leistet,
- Teile Kaliforniens mittlerweile baumfrei sind,
- Australien grad runterkohlt und selbst
- für das zentralafrikanische Kongo-Becken vor zunehmender Brandgefahr gewarnt wird,
- selbst Sibirien so austrocknet, dass es dort große Brandschutzprobleme gibt


gleichzeitig
- (zunächst einmal) Venedig und Jakarta im Meer versinken,


kann man ohne Übertreibung vom Beginn der großen Unordnung sprechen.

Wer glaubt, man käme hierzulande ungeschoren davon, könnte irgendwann ganz, ganz böse überrascht werden (2). Vor allem, wer auf einer Insel oder Hallig in der Nordsee wohnt, könnte schneller das Zuhause verlieren als gedacht.

Freitag, 20. September 2019

... und gebar eine Maus

Massensterben: Über die Brände in Lateinamerika sind die fortdauernden, schweren Verwüstungen in Südostasien ein wenig aus dem Blickfeld geraten (Al Jazeera). Der MDR bringt die Meldung gar im "Panorama" ...

Heißzeit: Angesichts des massiven Versagens der GroKo jetzt auch beim sogenannten "Klimapaket" wiederholen wir hier noch einmal die (natürlich schon längst wieder vergessenen) Worte einiger Youtuber vom Mai diesen Jahres:
Die irreversible Zerstörung unseres Planeten ist (...) das berechenbare Ergebnis der aktuellen Politik. Das behaupten nicht wir, sondern das ist (...) Konsens in der Wissenschaft. (…) Wer (...) nicht danach handelt, wie die aktuelle Regierung, hat nichts in der Führung eines aufgeklärten Landes zu suchen.
Es sind eben doch nur schwarze Nullen, die uns da regieren. Auch die Tatsache, dass fast die komplette Medienlandschaft die GroKo-Einigung als "Durchbruch" bezeichnet, ändert nichts daran. Die Grünen werden von diesem Versagen profitieren, es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht besser machen. Wir werden darauf zurückkommen.

Dienstag, 17. September 2019

Klimawandel macht Hunger

Rechtzeitig zum weltweiten Aktionstag von Fridays for Future am 20. September hat Ihr/Euer ergebenster MediaWatch-Redakteur zusammen mit Michael Kühn einen Brennpunkt "Klimawandel macht Hunger" für die Welthungerhilfe erarbeitet. Darin werden zentrale Klimaforderungen der Welthungerhillfe gelistet und begründet. Schon der Einstieg gibt die Richtung vor:
Die Fridays-for-Future-Bewegung hat die Politik aufgerüttelt. Deutschland diskutiert über die Bepreisung von CO2 und Städte erklären den Klimanotstand. Für die Armen im Globalen Süden
ist das zu wenig. Der Klimawandel hat ihr Leben längst verändert und erweist sich als Hungertreiber. Bei der Anpassung brauchen die Betroffenen unsere Unterstützung. Und wir müssen darüber hinaus politisch umsteuern: in der Energie- und Verkehrspolitik, im Konsumverhalten und in der Land- und Forstwirtschaft.
Wer sich für das vier Seiten kurze Papier interessiert, kann es hier herunterladen. Wichtig ist für Euren/Ihren MediaWatch-Redakteur der Umstand, dass die Welthungerhilfe auch klare Forderungen an die innerdeutsche Politik formuliert: Es muss vor allem eine effektiktive CO2-Bepreisung geben. Ein Klimaschutzgesetz soll noch in diesem Jahr verabschiedet und Nachhaltigkeit als Staatsziel in Grundgesetz aufgenommen werden.

In dem Papier stellen Michael Kühn und ich außerdem Projektbeispiele vor. Darüber hinaus hat die Welthungerhilfe ihr Angebot zum Thema Klimawandel und Entwicklungsländer aktualisiert und als Themenseite gebündelt. Dieser Schritt ist nötig, denn die Frage, wie Klimagerechtigkeit international aussehen könte, ist immer noch unterbelichtet.

Samstag, 25. Mai 2019

Klimawandel ist keine politische Meinung



Die irreversible Zerstörung unseres Planeten ist leider kein abstraktes Szenario, sondern das berechenbare Ergebnis der aktuellen Politik. Das behaupten nicht wir, sondern das ist der unfassbar große Konsens in der Wissenschaft. (…) Wer diesen Konsens leugnet, so wie die AfD, oder nicht danach handelt, wie die aktuelle Regierung, hat nichts in der Führung eines aufgeklärten Landes zu suchen.
Dem ist nicht hinzuzufügen. Gut gemacht ihr jungen Leute.

Dienstag, 13. November 2018

Mit Gewalt in den Klimawandel

Immer wieder töten bewaffnete Viehhirten weit mehr Menschen Nigeria als etwa die gefürchtete Terrorgruppe Boko Haram. Allein in diesem Jahr sind mehr als 1.300 Menschen bei Auseinandersetzungen mit den Viehzüchtern zu Tode gekommen. Die Zahl der Vertriebenen wird auf etwa 300.000 veranschlagt.

Seit 30 Jahren brechen derartige Konflikte in dem westafrikanischen Land aus - mit zunehmender Tendenz. Dieses Jahr sind die Auseinandersetzungen eskaliert. Das Problem ist so gravierend, dass Literatur Nobelpreisträger Wole Soyinka sich darüber beklagt, dass „ganze Dorfgemeinschaften von der Landkarte verschwunden“ sind. „Tausende Familien trauern und die Überlebenden sind traumatisiert und für immer gezeichnet.“

Freitag, 12. Januar 2018

Ziemlich niederschmetternd

Jens Martens, Direktor des Global Policy Forum, hat sich die Mühe gemacht und noch vor dem Wochenende das Sondierungsergebnis von CDU/CSU und SPD auf zentrale entwicklungspolitische Inhalte hin durchgesehen. Seine (vorläufige) Einschätzung wird hier zusammenfassend wiedergegeben, und die fällt ziemlich niederschmetternd aus:
  • Die Vereinten Nationen werden in dem 28-Seiten-Papier nicht erwähnt, Außenpolitik endet (abgesehen von einigen allgemeinen Worthülsen und dem Thema Fluchtursachenbekämpfung) an den Außengrenzen der EU. 
  • Auch die Themen Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Agenda 2030, SDGs kommen nicht vor. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist kein Thema. Vom deutschen Klimaziel 2020 hat sich die potentielle Große Koalition bekanntermaßen ohnehin verabschiedet.
  • Menschenrechte werden lediglich einmal unter Fluchtursachenbekämpfung erwähnt; das Thema Wirtschaft und Menschenrechte kommt nicht vor.
  • Entwicklungspolitik kommt als eigenständiges Thema nicht vor, sondern wird unter "Fluchtursachen" subsumiert. [Und sie wird ausgerechnet im Kontext von "Kreislaufwirtschaftssystemen" noch einmal erwähnt, was vermutlich auf den Stopp der chinesischen Müllimporte zurückzuführen ist. Die Red.] Noch schlimmer (und bezeichnend): Das 0,7-Prozentziel wird im Abschnitt "Bundeswehr" erwähnt.
  • Die Tabelle mit konkreten Finanzierungszusagen enthält unter der Überschrift "Internationale Verantwortung bei Sicherheit und Entwicklung" einen einzigen Posten: Die Erhöhung der "Etats für Verteidigung und ODA-Quote" (sic!) um insgesamt zwei Milliarden Euro für den Zeitraum 2018-2021.
Da hat die gestrige Mahnung der Welthungerhilfe, bei den Verhandlungen an die SDGs zu denken, wohl nicht viel gefruchtet. Terre des hommes kritisiert an dem Sondierungspapier die Regelungen zum Familiennachzug als "faulen Kompromiss zulasten Schutzbedürftiger" und Germanwatch vermisst das "nötige Aufbruchssignal für ein ökologisch modernisiertes Deutschland und Europa".

Sonntag, 2. Juli 2017

´schland, oh 'schland

Planetare Grenzen:
Die SPD kopiert innovative chinesische Diplomatie (Zeit Online). Die Umweltministerin strebt eine Klimaallianz mit Kalifornien (tagesschau) an.

Heiner Flassbeck deckt in einer klasse Analyse die doppelte Lüge vom Konsumverzicht und dem "bedingungslosen Grundeinkommen auf:
Verzicht der Arbeitnehmer (...) bewirkt ökologisch nichts, weil die unveränderte Produktion woanders abgesetzt wird. Bekommen die Arbeitnehmer, was ihnen zusteht, können sie sich auch teurere, aber umweltgerecht produzierte Güter kaufen. Dazu ist aber unabdingbare Voraussetzung, dass die Regierungen in der Lage sind, deren Produktion zu erzwingen oder den ökologischen Umbau mit so starken Anreizen zu versehen, dass er sich gegen billige herkömmliche Produktion durchsetzen kann.
Dazu passt: Der Herdentrieb fordert, die Karbonsteuern anzuheben, weil Öl auf absehbare Zeit zu billig bleiben wird. Richtig so, denn das Kohlendioxidkontingent, das Deutschland dieses Jahr hätte verbrauchen dürfen, war am 8. April schon verraucht. Aber zusätzliche Kosten - zum Beispiel für regenerative Energie (incl. dazugehörigem smart grid) oder neue wirklich sparsamere Autos und hochwertige Elektrogeräte - können die Menschen eben nur stemmen, wenn sie ordentlich verdienen.


Die deutsche Afrikapolitik
zerpflückt ebenfalls Heiner Flassbeck im Makroskop "Afrika retten mit neoliberalen Parolen?"
Und schließlich ist die (...) Frage zu beantworten, warum man die Hoffnung haben soll, dass eine Bundesregierung, die sich als vollkommen unfähig erwiesen hat, Europa und die Europäische Währungsunion aus einer langjährigen Krise zu führen, die weitaus komplexere Situation in Afrika erfassen und lösen können sollte. Warum sollte ein deutscher Finanzminister, der in Griechenland gezeigt hat, wie man ein Land ohne Rücksicht auf Verluste komplett vor die Wand fährt, in Niger erfolgreich sein?
Wer an Details interessiert ist, mache sich über die Analyse in Makronom her. Lesenswert.

Aufrüstung:
Das Neue Deutschland bietet einen sehr guten Kommentar zum Gezerre über die Beschaffung von Kampfdrohnen für die Bundeswehr. Solche Töne sind leider viel zu selten zu hören. Die Angelegenheit zieht sich....

Und was den EntwicklungspolitikerInnen das 0,7-Prozent-Ziel, ist der Rüstungsindustrie das 2-Prozent-Ziel. Unsere Finanz- und HaushaltspolitikerInnen üben sich schon im Kotau vor US-Präsident Donald Trump, der verlangt, dass alle NATO-Staaten spätestens 2024 zwei Prozent des Bruttonationaleinkommens für Waffen ausgeben (Nachdenkseiten).

Samstag, 15. April 2017

Klima-Marginalien

Wohlstandsgewinne bei Reichen verursachen übermäßige Steigerungen von CO2-Emissionen (Science Daily). Wie eine Untersuchung verschiedener US-Bundesstaaten ergab, stieg der Kohlendioxidausstoß vor allem dort überproportional an, wo die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung zwischen 1997 und 2012 überdurchschnittlich große Einkommenszuwächse erzielt haben. Ein gestiegener Gini-Koeffizient ist hingegen nicht mit steigenden CO2-Emissionen korreliert.
Es sind also vielleicht gar nicht "die Chinesen", die "unser" Klima ruinieren, weil sie alle Auto fahren wollen?

Das Europäische Parlament will die Verwendung von Palmöl als Biodiesel bis 2020 beendet sehen - wenn dessen Herstellung Entwaldung nach sich zieht (Euractiv). Auch soll es künftig nur noch ein einheitliches Label geben. Die Produzenten (Indonesien, Malaysia) sind sauer (Xinhua). 
Ob die EU-Kommission bei ihren Beratungen etwas von diesem Beschluss übrig lässt?

Dienstag, 22. November 2016

Wer betroffen ist, zeigt mehr Einsicht

Äthiopien, Afghanistan,
Bangladesch, Barbardos, Bhutan, Burkina Faso,
Costa Rica,
Dominikanische Republik, DR Kongo,
Fiji,
Ghana, Grenada, Guatemala,
Haiti, Honduras,
Jemen,
Kenia, Kiribati, Komoren,
Madagaskar, Malawi, Malediven, Marokko, Marschallinseln, Mongolei,
Nepal, Niger,
Ost-Timor,
Palau, Papua Neuguinea, Philippinen,
Ruanda,
Senegal, St. Lucia, Südsudan,
Tansania, Tunesien, Tuvalu sowie
Vanuatu und Vietnam
wollen komplett auf Kohle, Öl und Gas verzichten (SPON unter Berufung auf das ).

Mittwoch, 16. November 2016

Indien tut mehr

Marokko ist Gastgeber der aktuellen Verhandlungsrunde der UN Konferenz zum Klimawandel COP22 und will sich auch bei den erneuerbaren Energien hervortun, weshalb viele Windkraftanlagen gebaut werden - gerne auch in der besetzten Westsahara und mit  Hilfe von Siemens. Medico International hat dazu eine Studie aufgelegt: „Windige Geschäfte – Was Marokko und Siemens bei der COP22-Klimakonferenz in Marrakesch verheimlichen wollen." Vgl. dazu auch Entwicklungspolitik Online.

Die Baustellen der Globalisierung machen darauf aufmerksam, dass "das Volumen der vom Norden tatsächlich geleisteter Klimahilfen für die ärmsten Länder deutlich geringer ausfällt, als es die Zahlen der Geldgeber erscheinen lassen". Zugrunde liegt dem Bericht der Climate Finance Shadow Report 2016 von Oxfam.

Deutschland wird seine Klimaziele für 2020 wohl verfehlen, hat immer noch keinen Ausstiegsplan aus der Braunkohle und  ist deshalb im internationalen Klimaschutzranking auf Platz 29 abgerutscht (n-tv). Indien tut mehr fürs Klima als Deutschland höhnt die Zeit.

Freitag, 22. Juli 2016

Die Lücken schließen sich

Wichtige Lücken in unserem Wissen über die Klimamodellierung werden derzeit geschlossen:

Ein bisher nur theoretisch formulierter Rückkoppelungseffekt des Klimawandels ist nun erstmals durch empirische Untersuchungen von Satellitenbildern bestätigt worden. Die Klimaerwärmung verändernd die Wolkenbildung, was in zusätzlicher Erwärmung der Atmosphäre resultiert.

In einer weiteren groß angelegten Studie konnte die US-Raumfahrtbehörde NASA nun klären, warum die Klimamodelle eine höhere Erwärmung prognostizieren, als sie in den letzten 150 Jahren scheinbar tatsächlich eingetreten ist: Die historischen Messungen sind ungenau und enthalten im Schnitt Fehler von etwa 20 Prozent. (Beide Nachrichten Science Daily.)

Dazu passt: Ein Teil des Rhone-Gletschers wird jetzt mit weißer Plane abgedeckt, damit er langsamer wegschmilzt. (SPON) MediaWatch meint, dass dieses Geld besser für den Klimaschutz verwendet wäre, denn 2100 Jahren soll der ohnehin futsch sein - und mit ihm wohl praktisch alle Gletscher in den Alpen.

Der Rhonegletscher und Furkapass um 1900:

Und eine ähnliche Ansicht (von weiter oben und weiter weg) im Juli 2004:

Montag, 25. April 2016

Chinesische Splitter

Fast zwei Drittel aller Schuhe weltweit werden in China hergestellt. Eine spannende Studie über die Schuhproduktion dort ist bei INKOTA und dem Südwind Institut erschienen.

Am Sonntag (24.April) war Weltraumtag in China. Chinesische Startups werden den raumfahrtbessenen US-Milliardären bald Konkurrenz machen - im globalisierten Raumfahrtgeschäft für Satellitenstarts (Popular Science; hat tip Asia Times). Die staatliche Raumfahrtbehörde ist dagegen schon einige dutzend Schritte weiter. Die China National Space Administration (CNSA) lässt aktuell einen Rover über die Mondoberfläche fahren.

Das Bundesumweltministerium will die Volksrepublik beim Aufbau eines CO2-Emissionshandelssystems unterstützen - obwohl das hierzulande schon grandios in die Hose gegangen ist.
Paul Krugman meint übrigens, dass die Aufgabe der Minderung von CO2-Emissionen einfach nicht komplex genug sei, um solch ein Handelssystem zwingend nötig zu machen. Er plädiert dafür, schlichte Ordnungspolitik stärker zu einzubeziehen:
(...) the problem of limiting climate change isn’t all that complex. End coal-burning and you’ve gone a significant way; a few other big things get you another substantial part of the way. Yes, comprehensive carbon pricing would be best, but it’s not the sine qua non of effective action.
Peking seinerseits vergibt Entwicklungshilfe großzügiger, wenn die betreffenden Staaten bei den Vereinten Nationen im Sinne Chinas abstimmen - und die USA tun das wohl auch (Economist).

Wer wissen will, wie genial chinesische Installationskünstler wirklich sind, muss Hindustan Times lesen bzw. gucken.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Wer absäuft, kann keine Schulden bedienen

Die FAZ spekuliert, dass stark vom Klimawandel betroffene Staaten demnächst in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft werden könnten (hat tip NDS). Das ist nur konsequent und der allgemeinen Menschenfeindlichkeit des kapitalistischen Betriebs absolut angemessen.

Für die Industriestaaten seien die Auswirkungen des Klimawandels aber nur moderat. Wir sind uns nicht sicher, ob dem Autor überhaupt schwant, wovon er schreibt (1), (2), (3), (4) aber auch (5) und (6) sowie für einen Überblick (7) und (8). Derzeit geben Niedersachsen und Schleswig-Hostein jährlich jeweils über 60 Mio. Euro allein für den Deichbau aus. Deichbau und -erhöhungen an der Küste kosten pro Kilometer etwa so viel wie Autobahnbau. Weitere Flutschutzbauwerke sind hier allerdings nicht eingerechnet und schon gar nicht die vielen Tausend Kilometer Flussdeiche im Binnenland. Die Kosten dafür fallen übrigens in allen Bundesländern an.

Donnerstag, 20. November 2014

Schönheit der Zerstörung


SPON wundert sich, dass die Erderwärmung weiter geht, obwohl die Fieberkurve des Planeten aufgrund ungeklärter Effekte die letzten 15 Jahre stagnierte. Schon früher hatte man in der Redaktion offensichtlich geglaubt, den Weltklimarat wegen "Ungenauigkeiten" kritisieren zu müssen.

MediaWatch zeigt wieso der Klimawandel weiter geht:

Der NASA-Film bildet die (mit bisher nicht erreichter Genauigkeit simulierten) Kohlendioxid-Konzentrationen in der Atmosphäre während eines Jahres ab. besonders interessant ist es, zu sehen, wie diese auf der Nordhälfte während der Vegetationsperiode (Pflanzenwachstums im Sommer) abnehmen (hat tip (e)science news).

Freitag, 19. September 2014

und jetzt: Die Wettervorhersage...


... für den 7. August 2050



Es gibt noch mehr Wetterberichte für das Jahr 2050. Die Initiative dazu kommt von den Vereinten Nationen und der World Meterological Organisation (WMO). Warum soll es auch immer nur die Philippinen (G-News) treffen?