
In Tunesien und Algerien gehen die Proteste weiter. Während es in Tunesien um Jobs und
bürgerliche Freiheitsrechte (Aljazeera) geht, versucht die algerische Regierung der Situation Herr zu werden, indem sie die
Einfuhrzölle für Zucker und Öl senkt (Aljazeera), damit die Preise für die Lebensmittel sinken. Beide Regime
greifen mit aller Härte durch.
Wie schon bei der Wahlfarce in Ägypten vermisst der MediaWatchBlog auch diesmal den Hinweis in unseren Qualitätsmedien, dass solche Repression vor allem dem politischen Islam in die Hände spielt.
Das gilt zum Beispiel für die taz - obwohl sie daran erinnert, dass die "
unglaublich dreiste Despotie" in Tunesien im "Kampf gegen den politischen Islamismus gleich die gesamte Opposition ausgeschaltet" hat. Wenn das Blatt den Europäern nun empfiehlt, "die mutigen und verzweifelten Proteste nun endlich ernst nehmen und sich neue politische Partner suchen", ist das unehrlich und ich-wünsch-mir-was-Diplomatie. Exilierte tunesische Oppositionelle leben ohnehin in Europa (
1), (
2). Wie viel Einfluss sie in Tunis noch haben, steht in den Sternen. Es wäre nicht überraschend, wenn der politische Islam trotz Verbots (
1), (
2) mittlerweile auch in Tunesien eine wichtige Rolle in der Opposition spielt. Für Algerien steht dies sowieso
außer Frage. Da hilft es auch nichts, dass
Welt online vermeintlich (oder tatsächlich) vertanen Chancen nachtrauert: