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Mittwoch, 2. Februar 2011

Ballacks Knöchel

Es gibt berechtigte, harsche Kritik am Sendeverhalten von ARD und ZDF während der Aufstände in Tunesien und und vor allem in Ägypten (1), (2). Den Öffentlich-Rechtlichen war Ballacks Knöchel und der ungestörte Sendeplan wichtiger. Aber auch die privaten Nachrichtensender (n-tv und N24) kriegen ihr Fett ab (1), (2). Dass die pivaten Vollprogramme (Pro /, RTL, Sat 1 etc.) diesbezüglich nix Seriöses bieten, scheint ohnehin niemand mehr zu erwarten. Ein schöner Rundumschlag ist unter dem Titel "Stell Dir vor es ist Revolution und keiner berichtet darüber" erschienen.

MediaWatchBlog verlangt keinen Live-Stream im deutschen Fernsehen. Das kann Aljazeera sowieso besser und vor allem glaubwürdiger. Aber die ein oder andere Sondersendung - ausführlich und mit Hintergründen - wäre ob der Bedeutung des Themas schon nett gewesen. Hat die Blogosphäre Recht, und es gibt zu wenig Leute vor Ort, die kompetent berichten können? Oder gehen die KollegInnen in den Sendeanstalten gar davon aus, dass alle die Englisch können, sich eh woanders informieren und es auf den Rest nicht so wirklich ankommt?

Mittwoch, 12. Januar 2011

"Die mutigen und verzweifelten Proteste"

In Tunesien und Algerien gehen die Proteste weiter. Während es in Tunesien um Jobs und bürgerliche Freiheitsrechte (Aljazeera) geht, versucht die algerische Regierung der Situation Herr zu werden, indem sie die Einfuhrzölle für Zucker und Öl senkt (Aljazeera), damit die Preise für die Lebensmittel sinken. Beide Regime greifen mit aller Härte durch.

Wie schon bei der Wahlfarce in Ägypten vermisst der MediaWatchBlog auch diesmal den Hinweis in unseren Qualitätsmedien, dass solche Repression vor allem dem politischen Islam in die Hände spielt.

Das gilt zum Beispiel für die taz - obwohl sie daran erinnert, dass die "unglaublich dreiste Despotie" in Tunesien im "Kampf gegen den politischen Islamismus gleich die gesamte Opposition ausgeschaltet" hat. Wenn das Blatt den Europäern nun empfiehlt, "die mutigen und verzweifelten Proteste nun endlich ernst nehmen und sich neue politische Partner suchen", ist das unehrlich und ich-wünsch-mir-was-Diplomatie. Exilierte tunesische Oppositionelle leben ohnehin in Europa (1), (2). Wie viel Einfluss sie in Tunis noch haben, steht in den Sternen.  Es wäre nicht überraschend, wenn der politische Islam trotz Verbots (1), (2) mittlerweile auch in Tunesien eine wichtige Rolle in der Opposition spielt. Für Algerien steht dies sowieso außer Frage. Da hilft es auch nichts, dass Welt online vermeintlich (oder tatsächlich) vertanen Chancen nachtrauert: