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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ein Kessel Buntes aus Westafrika

Liberia: Nach 15 Jahren und zwei vergeblichen Versuchen, scheint es nun, als werde der Ex-Fußballer George Weah es im dritten Anlauf schließlich schaffen und der nächste Präsident Liberias werden. Ellen Johnson-Sirleaf, die amtierende Präsidentin konnte nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Weah werden gute Verbindungen zu Charles Taylor nachgesagt, dem bekannten Warlord aus dem liberianischen Bürgerkrieg und Präsidenten, der heute wegen Kriegsverbrechen eine 50-jährige Haftstrafe verbüßt. Africa Confidential hat viele spannende Details.

Togo: Die Unruhen in dem kleinen, gut mit Deutschland vernetzten, westafrikanischen Land dauern nun schon Monate an. Grad gab es wieder Tote (1), (domradio.de mit Hintergrund).

Nigeria: In der Stadt Kainji hat am 16. Oktober ein Prozess gegen 1.600 Menschen begonnen, denen Beziehungen zu Boko Haram vorgeworfen werden. Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt (Reuters). 

Kamerun: Die Krise im anglophonen Westteil des frankophonen Landes an der Grenze zwischen West- und Zentralafrika spitzt sich in einem Maße zu, dass mittlerweile auch die Crisis Group mit Sorge reagiert. Wie immer bei der ICG gibt's einen guten Hintergrundbericht und konkrete Politikempfehlungen.

Donnerstag, 4. März 2010

Togo im März 2010

Im westafrikanischen Togo haben am Donnerstag Präsidentenwahlen begonnen.
Der Urnengang der mehr als drei Millionen Wahlberechtigten gilt auch als Testfall für die noch junge Demokratie des Kleinstaates...
fantasiert dpa vor sich hin und so etwas wird unbesehen übernommen - von Welt und Zeit online zum Beispiel.

In notwendigem Gegensatz dazu stehen die Berichte von Marc Engelhardt im Wiener Standard ("Frust, Wut und Angst vor neuer Krise") ein Artikel in der jungen welt ("Manipulationen und Geschenke") und Africa live online: "Angst vor der Wahl".

Es ist abzusehen, dass der amtierende Präsident Faure Gnassingbé die Wahl auch ohne allzu augenscheinliche Manipulationen gewinnen kann: Ihm reicht eine einfache Mehrheit, die Opposition ist zerstritten, und es wird erwartet, dass viele Menschen gar nicht erst an die Urne gehen.

Ein Testfall für eine "noch junge Demokratie" sieht aber anders aus. Vater Gnassingbé Eyadema und Sohn Faure Gnassingbé regieren jetzt zusammen genommen grausame 43 Jahre.