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Montag, 25. September 2023

Frauenquote in indischen Parlamenten

Am Dienstag, den 19. September kündigte Premierminister Narendra Modi im indischen Parlament an, dass seine Regierung bereit sei, ein Gesetz zu verabschieden, das künftig genau ein Drittel der Sitze im Unterhaus des Parlaments und in den gesetzgebenden Versammlungen aller 28 Bundesstaaten für Frauen reservieren soll.

Tritt das Gesetz in Kraft, dürfte es die Zahl der weiblichen Abgeordneten in den indischen Parlamenten mindestens verdoppeln. Denn im indischen Unterhaus, der Lok Sabha, sitzen derzeit knapp 15 Prozent Frauen und in den Bundesstaaten sind es noch weniger: Während im zentralindischen Chhattisgarh immerhin etwa 14,5 Prozent weibliche Abgeordnete mitbestimmen, hat es im nordostindischen Nagaland noch keine einzige Frau in die Länderkammer geschafft. 

Bitte weiterlesen bei Telepolis...

Dienstag, 30. Juni 2020

Weltbevölkerungsbericht 2020

Schon seit einer ganzen Reihe von Jahren ist Ihr/Euer ergebener MediaWatch-Redakteur an der Erstellung der deutschsprachigen Fassung des Weltbevölkerungsberichts beteiligt. Der diesjährige UNFPA-Weltbevölkerungsbericht trägt den Titel "Gegen meinen Willen - Praktiken beenden, die Frauen und Mädchen schaden und Gleichstellung verhindern". Es geht um schädliche Praktiken, deren Opfer fast immer Mädchen sind. Davon gibt eine ganze Menge - sicher mehr als die meisten uns vermuten würden:

Mittwoch, 10. April 2019

Weltbevölkerungsbericht, Jubiläumsausgabe

Ihr/Euer ergebenster MediaWatch-Redakteur hat auch heuer wieder an der deutschsprachigen Kurzfassung des Berichts des UN-Weltbevölkerungsfonds (UNFPA) mitgewirkt. UNFPA ist dieses Jahr 50 geworden und die richtungweisende Weltbevölkerungskonferenz von Kairo ist mittlerweile 25 Jahre her. Diese Eckpunkte bieten einen willkomenen Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Und es kann nur eine Zwischenbilanz sein. Denn obwohl eine Menge erreicht wurde, bleibt noch viel zu tun, um das Menschenrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Selbstbestimmung weltweit umzusetzen. Dazu ist es vor allem nötig, Frauen zu stärken und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern auf allen Ebenen des zwischenmenschlichen Zusammenlebens zu verwirklichen.

Last not least erläutert der Bericht, warum die weltweite Durchsetzung sexueller rund reproduktiver Rechte eine unabdingbare Voraussetzung für eine zukunftsfähige Bevölkerungsentwicklung und der universelle Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit eine entscheidende Vorbedingung für die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) darstellen. Zudem enthält er wie immer die neuesten demografischen und grundlegende sozioökonomische Daten der Vereinten Nationen für alle Länder und Regionen der Erde.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Ungleichheiten zu beenden ist der Weg und das Ziel

Die verschiedenen Dimensionen von Ungleichheit hängen zusammen und verstärken und perpetuieren sich gegenseitig.

Warum ausgerechnet die Duchsetzung des Menschenrechts auf Gesundheit und die Umsetzung der reproduktiven Selbstbestimmungsrechte vor allem von Frauen sowie der Kampf um ihre Gleichberechtigung und Bildung gute Startpunkte sind, um den Teufelskreis aus Armut, Unwissenheit und Benachteiligung zu durchbrechen, erläutert der diesjährige Bericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA).
Intersektionale Ungleichheit bedeutet, dass eine arme, ungebildete Frau, die in einer ländlichen Gegend wohnt und nicht über ihre Schwangerschaften entscheiden kann, kaum in den Genuss von Bildung kommen oder eine bezahlte Arbeitsstelle finden wird. Infolgedessen wird sie Armut und Marginalisierung wahrscheinlich nicht entrinnen können. (...) Der Zugang zu Dienstleistungen der Familien­planung ist eine Grundvoraussetzung nicht nur der reproduktiven Gesundheit, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Gleichstellung. Denn ungewollte Schwangerschaften schmälern die Chancen von Frauen auf Bildung, politische Mitbestimmung und ökonomische Weiterentwicklung.
Die deutsche Stiftung Weltbevölkerung hat eine Kurzfassung der UNFPA-Publikation erstellt, an der Euer/Ihr ergebenster MediaWatch-Redakteur wieder einmal mitgewirkt hat: "Gepaltene Welt. Reproduktive Gesundheit und Rechte in den Zeiten der Ungleichheit".

Mittwoch, 8. März 2017

Bevölkerungsentwicklung und Emanzipation

Immer wieder geistert die 'Überbevölkerung' wie ein malthusscher Wiedergänger durch die Hirne der Menschen und durch die Medienlandschaft. Es ist Zeit, diesem Thema einen grundsätzlichen Beitrag zu widmen, in dem auch deutlich wird, dass die Herren der Schöpfung endlich ihre Versuche aufgeben müssen, die Bedingungen der Fortpflanzung diktieren zu wollen.

Warum kriegen Menschen viele Kinder - oder warum haben sie das zumindest die letzten 200.000 Jahre so gehalten? Wenn von zehn Kindern sechs bis neun sterben und wenn die Gefahr besonders hoch ist, dass die Mütter bei der Geburt ebenfalls sterben, macht es Sinn, so viele Kinder so schnell wie möglich in die Welt zu setzen. Unter vormodernen Bedingungen ist eine hohe Kinderzahl also ein überaus rationales Verhalten. (Als wenig stichhaltig hat sich hingegen das alte Argument erwiesen, dass viele Kinder nötig seien, weil diese in traditionalen Gesellschaften ihre Eltern später mitversorgen. Denn das "Risiko", so alt zu werden, dass man nicht mehr arbeiten kann, war vor der Entwicklung des modernen Gesundheitswesens doch verschwindend gering.) Als Beispiel für eine solche "vormoderne" Alterspyramide kann man etwa Niger anführen (oder Mali, Mosambik, Malawi und andere).
Wenn sich nun die Situation ändert, und von zehn Kindern ziemlich plötzlich auf einmal neun oder zehn überleben, beginnt die Bevölkerung natürlich zu wachsen - umso schneller, als die Menschen gleichzeitig die Chance bekommen, länger gesund zu bleiben und älter zu werden. Erst allmähIich stellen sich die Leute auf die neue Situation ein. In Europa hat diese als "demografischer Übergang" bezeichnete Periode etwa von 1840 bis 1980 gedauert. Die anderen Weltregionen ziehen nun nach und stellen somit die ursprüngliche Bevölkerungsverteilung mehr oder weniger wieder her.

Samstag, 11. Februar 2017

America First

Wie schon unter George W. Bush weigert sich auch die republikanische Administration unter Donald Trump, Organisationen der öffentlichen Gesundheit und Bevölkerungspolitik zu unterstützen, die Frauen sichere Abtreibungen anbieten, über das Thema informieren, oder solche Angebote sonstwie unterstützen ("gag rule") (DSW).
Die Niederlande ziehen die richtige Konsequenz und ersetzen den betroffenen Organisationen die Einnahmeausfälle (SPON). So etwas fiele den schwarzen Nullen hierzulande natürlich nicht Mal im Traum ein.

Und wie wird sie sonst so, die Entwicklungspolitik der Trumpministration? Leider haben die Weltsichten eindeutig den falschen Gastautor gewählt, um die LeserInnen darüber zu informieren, was diesbezüglich nun alles anders werden könnte. Die beschriebene "gag rule" wird überhaupt nicht erwähnt, obwohl es im Text heißt:
Trump hat viel Zuspruch auch von der Gruppe der gläubigen Protestanten und Katholiken erhalten. Sie gaben ihm mehr Stimmen als vielen anderen republikanischen Kandidaten vorher – mehr sogar als dem evangelikalen Christen George W. Bush.
In einem Zwischentitel des Berichts heißt es zu allem Überfluss dann auch noch: "(...) Gesundheitsprojekte laufen weiter". Und es wird behauptet:
Trump dürfte außerdem interessiert daran sein, die Ursachen der weltweiten Flüchtlingskrise zu bewältigen(...)

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Weltbevölkerungsbericht 2016

Dieses Jahr orientiert sich der Weltbevölkerungsbericht an den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030. Die Ziele sollen etwa 15 Jahren umgesetzt sein, was die Macher beinm UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) auf die Idee gebracht hat, die Situation zehnjähriger Mädchen zu untersuchen. Denn die werden 2030 junge Frauen sein. Und wenn ihre Menschenrechte dann in vollem Umfang verwirklich sein sollen, müssen wir uns schon heute um die Zehnjährigen bemühen. Aber das ist keineswegs selbstverständlich. Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) schreibt:
Heute leben weltweit etwas mehr als 60 Millionen zehnjährige Mädchen, 89 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Viele von ihnen werden noch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, bekommen im Teenageralter ein Kind und haben keine Aussicht auf eine gute Schulbildung.
Auch diesen Herbst hat Ihr/Euer ergebenster MediaWatch-Redakteur wieder tatkräftig an der Entstehung der deutschen Kurzfassung des Reports mitgewirkt. Das englische Original findet sich hier...

Donnerstag, 22. September 2016

Westliche Hybris gebiert neue Held(inn)en

Von Dissent über RT deutsch und wikipedia bis zu Zeit (online) wollen alle dabei sein, wenn es neue Held(inn)en zu knipsen gibt. Leute, ihr nervt.

Niemand ist dadurch entschuldigt, dass die sonstigen Kriegsteilnehmenden durchweg Unsympathen sind: Syrische "Opposition", Daesh, hartleibige Islamisten, syrische, russische, türkische, irakische und US-amerikanische Soldaten, Privatfirmen, sunnitische Söldner, schiitische Verbände etc...

Mediawatch wird sich weiterhin nicht mit Kriegsästhetik und Heldenepen abfinden - auch dann nicht, wenn die Helden Heldinnen sind und auf der "richtigen" Seite stehen. Wer jetzt die Belege sehen will, bitte schön:

Sonntag, 6. Dezember 2015

Schutz für Frauen und Mädchen in Not

Die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen in Flucht- und Krisensitutionen sind dieses Jahr Thema des Weltbevölkerungsberichts. Auch 2015 ist Euer/Ihr ergebenster MediaWatch-Redakteur wieder mit Arbeiten für die deutsche Kurzfassung des jährlichen Berichts des UN-Weltbevölkerungsprogramms (UNFPA) betraut worden. Und wie jedes Jahr habe ich auch viel dabei gelernt. In der Pressemitteilung zum Erscheinen des Reports schreibt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW):
59,5 Millionen Menschen waren im Jahr 2014 weltweit auf der Flucht – das ist die höchste Zahl seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Und: Immer mehr Menschen brauchen humanitäre Hilfe. Im Jahr 2014 erreichte diese Zahl mit 100 Millionen Menschen ebenfalls einen Höchststand. Ein Viertel davon sind Frauen und Mädchen zwischen 15 und 49 Jahren, die einem hohen Risiko für sexuelle Gewalt, ungewollte Schwangerschaften und Menschenhandel ausgesetzt sind.

Der Bericht empfiehlt unter anderem, den Zugang zu Verhütungsmöglichkeiten und die medizinische Betreuung während der Schwangerschaft und bei der Geburt zu verbessern [auch und gerade in Flucht- und Katastrophensituationen]. Zudem muss die Versorgung von Vergewaltigungsopfern und die Bereitstellung von antiretroviralen Medikamenten zur Behandlung von Aids gewährleistet werden.
2014 sei der Bedarf an humanitärer Hilfe auf 19,5 Milliarden US-Dollar gestiegen, die Finanzierung halte jedoch nicht Schritt. Trotz erhöhter Mittel für humanitäre Hilfe habe die Finanzierungslücke 2014 mit 7,5 Milliarden US-Dollar einen Rekordstand erreicht. 

Sonntag, 6. September 2015

Frau Husseini handelt

MediaWatch möchte seinen geschätzten LeserInnen Frau Husseini vorstellen. Wir haben sie in Kigoma getroffen, dem wichtigsten tansanischen Hafen am Tanganjikasee. Frau Husseini kommt aus der Demokratischen Republik Kongo und kauft in Kigoma ein, um die Bestände für ihren Laden wiederaufzufüllen. Ihre Waren lässt sie dann auf die Fähre schaffen, die über den See nach Kalemie (ehemals Albertville) fährt.

Madame Husseini exportiert verschiedenste Waren aus Tansania in das Nachbarland. Der Schwerpunkt liegt bei Waschmitteln, Seife und Hygieneartikeln wie Puder, Haaröl oder Windeln. Aber auch Trinkwasser und Matratzen sind auf dem Foto zu sehen und dazu kommen noch Zement (gebrauchte) Plastikeimer und Schaumstoff.

Frau Husseini spricht weder Englisch noch Französisch - das braucht sie auch nicht, denn auf beiden Seiten des Tanganjikasees wird Suaheli gesprochen. Für das Foto hat sie sich schnell etwas Repräsentatives übergeworfen - ihre Arbeitskleidung ist nicht ganz so schick...

Frauen wie sie sind in ganz Afrika aktiv und versorgen die Menschen mit lebenswichtigen Gütern. Dabei füllen sie in der Regel die Nischen, die die großen Konzerne und Händler ihnen überlassen.  Madame Husseini lamerntiert nicht über ihre schwierige Lage - sie handelt.

Montag, 30. März 2015

Mädchen und Frauen weit unten

Drei Fotoausstellungen in Mumbai
mit Hinweisen von Ina Zeuch


Die Kinder von Dharavi – Little Cameras Project
Das Viertel Dharavi im Norden von Mumbai ist der größte Slum Asiens. Aber Vidu Chandan, selbst Photograph, der das Little Cameras Project initiierte, hat eine andere Sicht der Dinge: Er bezeichnet Dharavi als “Asia’s largest small-scale-industry“. Damit entgeht er der üblichen Viktimisierung und gibt den Bewohnern von Dharavi eine produktive Rolle. Und auch wenn es zynisch klingt angesichts der Bilder von den Elendshütten: Die hier leben haben noch so etwas wie eine Wohnung, allerdings immer am Rand des Abgrunds.


Freitag, 21. Juni 2013

Gewalt gegen Frauen weltweit auf erschütternd hohem Niveau

Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) "Global and regional estimates of violence against women: Prevalence and health effects of intimate partner violence and non-partner sexual violence" (PDF) belegt erstmals in einer weltweiten Studie, dass 35 Prozent aller Frauen mindestens ein Mal in Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt werden. In aller Regel ist der eigene Partner der Täter. Die WHO spricht von einem "Gesundheitsproblem mit epidemischen Ausmaßen".

42 Prozent dieser rund eine Milliarde Frauen tragen Verletzungen davon. Darüber hinaus haben Prügel, Vergewaltigung und sonstige tätliche Angriffe Depressionen, Alkoholprobleme, die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten, ungewollte Schwangerschaften und Abteibungen für die Frauen und häufig auch ein geringes Geburtsgewicht für ihre Kinder zur Folge.

Quellen: Die Pressemitteilung der WHO und die - angesichts des Ausmaßes und der Bedeutung des Problems mäßige - deutschsprachige Berichterstattung (G-News dt.).

Wer wissen möchte, welche Maßnahmen im Gesundheitswesen die WHO für sinnvoll erachtet, kann die parallel vorgelegten Richtlinien "Responding to intimate partner violence and sexual violence against women: WHO clinical and policy guidelines" herunterladen. Wer glaubt, dass das in Europa nicht (mehr) nötig ist, muss sich von den Fachleuten leider eines Besseren belehren lassen: Über 27 Prozent aller Frauen werden auch auf unserem angeblich so zivilisierten Kontinent mindestens ein Mal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt.

Donnerstag, 15. November 2012

Wunschkinder statt ungewollter Schwangerschaften

In seinem diesjährigen Bericht lotet der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, (deutsche Kurzfassung, PDF) die Konsequenzen aus, die es hat, wenn man das Recht auf sexuelle und reproduktive Gesudheit und das Recht auf Familienplanung als Menschenrechte begreift. Denn es ist ein Menschenrecht, selbstständig die Größe der eigenen Familie zu bestimmen und darüber, wann und in welchen Abständen die Kinder geboren werden sollen. Dieses Recht ergänzt das Menschenrecht auf Gesundheit und wirkt ergänzend und verstärkend auf eine Reihe weiterer Menschenrechte wie das Diskriminierungsverbot oder die Gleichstellung von Frau und Mann.
Wurden Familienplanungsprogramme früher als isolierte Interventionen betrachtet, wird die Familienplanung heute in den Kontext weiter gefasster Programme der sexuellen und reproduktiven Gesundheit gestellt: Reproduktive Rechte gehen über die Anerkennung des Rechtes von Paaren und Einzelpersonen zur freien und verantwortlichen Planung ihrer Familien hinaus und umfassen das Recht, den höchsten Standard der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu erreichen.

In Reaktion auf weiter fortbestehende Geschlechterungleichheiten und die Natur der reproduktiven Physiologie nehmen eine ganze Reihe von Menschenrechtsdokumenten zudem ausdrücklich Bezug auf die besonderen Herausforderungen und Diskriminierungen, mit denen sich Frauen und Mädchen konfrontiert sehen. Zu den Menschenrechten mit dem unmittelbarsten Bezug auf die Geschlechterungleichheit gehören das Verbot diskriminierender Praktiken, die insbesondere Frauen und Mädchen schaden, sowie das Verbot von sexuellem Zwang und geschlechtsbasierter Gewalt.
Ihr/Euer ergebener MediaWatch-Redakteur hat auch dieses Jahr wieder für eine gekürzte Fassung gesorgt und die Übersetzung redigiert. Eine Pressemitteilung über die Vorstellung des Berichts in Berlin findet sich bei der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung.

Dienstag, 19. Juni 2012

Deutsche Bierbauchträger als Frauenjäger

Da langt man sich in's Hirn: Nachdem  bundesrepublikanische Bauernhöfe wohl nicht mehr exotisch und sexy genug sind, lässt SAT.1 jetzt deutsche Bierbauchträger auf Frauenjagd in Entwicklungs- und Schwellenländern gehen.

Was bisher nur als entwürdigend rüber kam, wird jetzt allerdings zur schamlosen, neokolonial organisierten Ausbeutung: Die Frauen werden als Trophäen für diejenigen präsentiert, die es wagen, nach ihnen zu greifen. Motto: "Schüchtern und doch abenteuerlustig". Der Wunsch der Frauen auf ein besseres Leben wird instrumentalisiert, um für wenig Kohle einen TV-kompatiblen Quickie zusammenzimmern zu können. Selbstverständlich werden nur die deutschen Typen vorgestellt (und dabei runtergemacht). Ob etwa die philippinischen Frauen vor der Sendung auch ein Leben gehabt haben, ist völlig egal. Mann lernt "zufällig" gleich drei von ihnen kennen.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Indische Splitter

Auch das ist ein Fortschritt - und kein kleiner: In Indien ist ein Jahr ohne Polio-Neuerkrankungen vergangen. Zudem wird dort bewiesen, wie wichtig erfinderisches Recycling sogar zur Rettung von Menschenleben sein kann: Herzschrittmacher, die Toten in den USA entnommen wurden, tun jetzt ihren Dienst in indischen PatientInnen - selbstverständlich nach rigoroser Desinfektion (Recycling International; hat tip Jones).

Der Subkontinent liefert zudem einen erneuten Beweis, dass eine Frauenquote sinnvolle Politik ist (e! Science News).
"Kapitalismus in der Krise". In der gleichnamigen Serie der Financial Times Deutschland schreibt Arundhati Roy lesenswert über den Mythos des "trickle down":
Das Beispiel Indien macht mit einer Illusion Schluss: dass der Reichtum der Eliten irgendwann zu den ärmeren Schichten durchsickert. Stattdessen sprudeln die Ressourcen der Armen und der Mittelschicht nach oben und konzentrieren sich auf wenige.
Gezerre gibt es derzeit um die Teilnahme von Salman Rushdie an einem Literaturfestival in Jaipur/Rajastan (The Economic Times) (siehe auch ToI). Und im Netz hat die Redefreiheit ebenfalls gewisse Grenzen (Aljazeera). Dabei gehen die indischen Behörden denselben Weg wie europäische PolitikerInnen: Indem sie die Provider für die Inhalte verantwortlich machen, zwingen sie die Unternehmen, eine zensur zu ermöglichen (oder selbstdurchzuführen).

Montag, 7. November 2011

Die größte Zielgruppe der Welt

sind Menschen in Entwicklungsländern
(für die man arbeitet,
die für uns arbeiten
und mit denen man zusammenarbeitet).


Mittwoch, 20. Oktober 2010

Weltbevölkerungsbericht 2010 erschienen

Der eben erschienen diesjährige Weltbevölkerungbericht befasst sich mit den Auswirkungen von Konflikten und Naturkatastrophen auf die Situation von Frauen im Allgemeinen und auf ihre reproduktive Gesundheit im Besonderen. Der Bericht legt nicht nur Wert auf einen verbesserten Schutz von Frauen (und Männern) etwa vor sexueller Gewalt sondern betont darüber hinaus die wichtige Rolle, die Frauen bei etwaigen Friedensverhandlungen und dem Wiederaufbau zu spielen haben, wenn dieser nachhaltig gelingen soll.

Vorgestellt wurde das Papier von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Berlin (Pressemitteilung). Auch einen Download des Berichts bietet die Stiftung an. Es handelt sich um eine gekürzte Fassung des "state of the world population"-Reports des Bevölkerungsfonds (UNFPA) der Vereinten Nationen.

Die DSW war so freundlich, die Kürzung des englischen Berichtes und die Redaktion der deutschen Fassung die Hände Ihres/Eures Blogautors zu legen.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

"The Girl Effect"

"The Girl Effect": Ein wirklich gutes englischsprachiges Video das deutlich macht, welche immensen Entwicklungschancen einzig in der Achtung der Menschenrechte von Frauen (Bildung, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit, freie Partnerwahl, Kontrolle über den Zeitpunkt zu dem sie Kinder haben wollen und über deren Zahl) begründet liegen.

 

Hat tip an Maike aus Berlin! Die Macher sind die Nike Foundation, die NoVo Foundation, die UN Foundation, die Coalition for Adolescent Girls, CARE, Plan, das Population Council, ICRW und das Center for Global Development sowie viele weitere.

Donnerstag, 5. August 2010

Kriege ohne Grund?

Nun ist also die Entwicklungszusammenarbeit schuld: "Die NATO besinnt sich auf ihr Kerngeschäft - Bündnis ist in Afghanistan an der doppelten Belastung aus Militäreinsatz und zivilem Aufbau gescheitert." Gefunden in Jetzt.Sueddeutsche.de, speziell für junge LeserInnen.

MediaWatchBlog ist allerdings sicher, dass auch künftige out-of-area-Einsätze (egal ob mit oder UN-Mandat) praktisch nie ohne humanitäre Begründung/Komponente auskommen werden. Das beweist schon die aktuelle Ausgabe des Time-Magazin. Angeblich hat der Beitrag eine heftige Debatte in USA ausgelöst (Spiegel Online).

MediaWatchBlog meint jedoch, dass humanitäre Debatten im Westen im Zusammenhang mit der Legitimation von Interventionen fast immer zu Unrecht geführt werden. (Als Ausnahmen können nur Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und/oder Kriegsverbrechen gelten.) Das soll im Folgenden erläutert werden:

Montag, 8. März 2010

8. März 2010

Als "Gendercide - the worldwide war on girls", beschreibt der Economist die Tatsache, dass in vielen Ländern heute weibliche Föten gezielt abgetrieben werden. Und obwohl der Artikel etwas anderes suggeriert, beweisen die dort genannten Zahlen, dass die viele zu hohe Zahl von Jungs in China nicht oder nur zu einem gewissen Teil auf die Ein-Kind-Politik zurückzuführen ist.

Die Deutsche Stiftúng Weltbevölkerung meldet in diesem Zusammenhang in ihren Januar-News:
In Gegenden, in denen heute bereits ein hoher Männerüberschuss herrscht, haben der Handel mit und die Entführungen von Frauen und Kindern drastisch zugenommen. Auch illegale Heiraten und Zwangsprostitution nehmen zu. Vorgeburtliche Geschlechtsdiagnose ist in China - außer aus medizinischen Gründen - schon länger verboten.
Besonders alarmierend am Economist-Bericht ist jedoch die Tatsache, dass dass auch in Ländern wie Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Serbien, Bosnien, Weißrussland und Zypern zu wenig Mädchen geboren werden. Das gibt dem Problem eine erschreckend europäische Perspektive.
In Indien dagegen ist das Problem in den letzten Jahren glücklicherweise nicht mehr so akut wie noch vor einigen Jahren.

Weltweit werden im Schnitt 105 Jungs auf 100 Mädchen geboren. Weil Frauen eine höhere Lebenserwartung haben als Männer, stellen sie dennoch mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.