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Donnerstag, 1. April 2010

Staudämme - Abholzung - Klimawandel

Mediawatchblog hatte die Austrocknung des unteren Mekong aufgrund der vielen Staudämme kürzlich schon einmal aufgegriffen. Von den größeren deutschen Zeitungsredaktionen haben (lt. G-News) bisher FR online die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und aus der Schweiz der NZZ-Blog aus Südostasien das Thema aufgegriffen.

Für die meisten Autoren ist klar, dass die die ökologischen Krisen (Flut in 2008; Dürre in 2010) hauptsächlich durch die chinesischen Staudämme am Oberlauf des etwa 4500 km langen Flusses verursacht werden. Unbestritten ist, dass der Klimawandel zu den Problemen beiträgt. Im NZZ-Südasienblog ist davon die Rede, dass die Temperaturen in der Region derzeit 7 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel liegen.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zur Mekong River Commission, wo alle wichtigen Vereinbarungen über die Nutzung des Flusssystems aber auch viele ökologische und klimabezogene Publikationen zu finden sind. Auch Abschätzungen zur Folge des verstärkten Staudammbaus sind zu finden.

Für diejenigen LeserInnen, die wissen wollen, wie die Betroffenen vor Ort die Lage wahrnehmen, hat Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei terre des hommes dankenswerterweise zwei Studien von thailändischen NGOs zur Verfügung gestellt. (terre des hommes unterhält traditionell gute Kontakte in den südostasiatischen Raum.) Aus diesen Studien stammen auch die Bilder in diesem Posting - sie stehen aber leider nicht im Netz zur Verfügung. Aus einer der beiden soll im Folgenden zitiert werden:

Mittwoch, 8. April 2009

Die Killing Fields: Ein Kollateralschaden des Vietnamkriegs?

In Fachkreisen war man seit langem davon ausgegangen; jetzt wird die schmutzige Wäsche der 70er Jahre noch einmal unter den Augen der Weltöffentlichkeit gewaschen: Kaing Guek Eav, ein wichtiger Angeklagter im Prozess gegen die Roten Kmher hat jetzt vor dem ad hoc Strafgerichtshof in Phnom Penh ausgesagt, dass die Roten Khmer ohne die Unterstützung der USA für die damals amtierende Militärregierung wohl nie an die Macht gekommen wären. Im Einzelnen gab der als 'Duch' bekannt gewordene Mann zu Protokoll:
(...) his group would not have risen to power in the 1970s if it weren't for the policies of former U.S. President Richard Nixon and his top diplomat, Henry Kissinger.
(...) Duch said he believed the Khmer Rouge would have died out by 1970 if the United States had not supported Cambodia's military-led government following the 1970 coup d'etat that removed Prince Norodom Sihanouk from power and installed Gen. Lon Nol.
(...) "I think the Khmer Rouge would already have been demolished" by 1970, he said. "But Mr. Kissinger and Richard Nixon were quick (to back coup leader Lon Nol), and then the Khmer Rouge noted the golden opportunity."
Die Roten Khmer führten rund fünf Jahre lang Krieg gegen das Regime von Lon Nol. Den unterstützten die US-Amerikaner, um zu verhindern, dass provietnamesische Kräfte in Kambodscha an die Macht kommen. Henry Kissinger erhielt 1973 für die Unterzeichnung des Friedensabkommens mit den Kommunisten in Vietnam den Friedensnobelpreis.

Nach dem Abzug der US-Truppen aus Vietnam gelangten die Roten Khmer 1975 in Kambodscha an die Macht und regierten bis 1979. In dieser Zeit massakrierte das kommunistische Regime mindesten 1,7 Millionen Kambodschaner.

Die Fachwelt ist sich einig darüber, dass die USA zwar teilweise für den Aufstieg der Roten Khmer, nicht aber für deren Völkermord verantwortlich gemacht werden können. Die USA haben sich allerdings geweigert, sich an den Kosten für das in Phnom Penh stattfindende Tribunal zu beteiligen. Auch die Volksrepublik China hat die Aufarbeitung der Verbrechen lange behindert.