Montag, 10. Juni 2024

Update Sudan

Der Sudan und Russland sind im Begriff, eine Reihe von militärischen und wirtschaftlichen Abkommen zu unterzeichnen, darunter auch die Einrichtung eines russischen Zentrums für die logistische Unterstützung der Marine am Roten Meer. Das berichtet die Sudan Tribune unter Berufung auf den stellvertretenden Oberbefehlshaber Yasir al Atta. 

Dieser Vorgang ist insofern bemerkenswert, als die bedeutende russische private Sicherheitsfirma Wagner zu Beginn des Bürgerkrieges im Sudan aufseiten der aufständischen Rapid Support Forces (RSF) aufgetreten waren. Nach dem Tod des ehemaligen Wagner-Kommandeurs Pawel Prigoschin übernahmen jedoch staatliche russische Stellen das Management der Beziehungen zu Khartum.

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Montag, 3. Juni 2024

Fundstücke CCCXXXI

Neukaledonien/Frankreich: Ein spannendes Stück zu den jüngsten Unruhen in der französischen Nickelkolonie bietet Cicero. Solche Beiträge dürfte es im deutschen Sprachraum ruhig öfter geben. Der prowestliche Zungenschlag in dem Beitrag tut dessen Qualität nur geringen Abbruch.

Israel: Der Bericht, wie der als "Künstliche Intelligenz" bezeichnete Algorithmus "Lavender" funktioniert, den die israelische Armee als Ausrede nutzt, um PalästinenserInnen abzuschlachten, kommt ursprünglich von +972.
Makroskop untersucht detaillierte Vorschläge, welche Hebel die Europäische Union ansetzen könnte, um Israel zu einer Abkehr von seinem kriegsverbrecherischen Kurs zu bewegen.
Die IPG zeigt weiterhin Mumm bei ihrer Nahost-Berichterstattung: "Regeln für alle. Der Internationale Strafgerichtshof sendet mit dem Antrag auf Haftbefehl gegen Israels Premier Netanjahu und Hamas-Führer Sinwar ein wichtiges Signal."

Foto: US Army, CC0 1.0

Welternährung: Russlands Getreidediplomatie ist ziemlich erfolgreich, muss die Asia Times zähneknirschend zugeben. Erst kürzlich wurde zudem bekannt, dass Moskau eine BRICS-Getreidebörse gründen will, die Chicago Konkurrenz machen soll.

Schulden: Der Schuldenreport 2024 ist erschienen. Misereor und erlassjahr.de beklagen, dass die Staaten des Globalen Südens so viel Schuldendienst wie noch nie leisten müssen. In 45 Staaten flössen mehr als 15 Prozent der Staatseinnahmen an ausländische Gläubiger.  

Frieden: Im Jahr 2023 gab es nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI weltweit 63 multilaterale Friedensoperationen in 37 Ländern - eine weniger als im Jahr 2022. Davon wurden 20 von den Vereinten Nationen durchgeführt und weitere 38 wurden von regionalen Organisationen und Bündnissen durchgeführt. Die übrigen 5 liefen auf Initiative von Ad-hoc-Koalitionen von Staaten. Von den 63 Operationen fanden 24 in Afrika südlich der Sahara, 19 in Europa, 14 im Nahen Osten und Nordafrika, aber nur jeweils drei 3 in Asien und Amerika statt.

Umwelt: In Indonesien, Malaysia und Papua-Neuguinea gibt es dreimal so viele Straßen durch die Dschungel wie offiziell ausgewiesen (Science Alert).

Erdüberhitzung: Die aktuelle Hitzewelle in Südostasien ist genauso schlimm wie letztes Jahr. Die Temperaturen übersteigen teils apokalyptische 50 Grad Celsius und werden damit überaus tödlich. Hitzerekord auch in Indien. In der Hauptstadt Delhi werden 52,3 Grad Celsius gemessen.

Grafik: Contains modified Copernicus Sentinel data 2022, Copyright: EU-Verordnungen

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) investiert nach wie vor über Steueroasen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dabei geht es wenig transparent zu und den eigentlichen Zielländern werden Steuern vorenthalten. Zu diesem Schluss kommt das Netzwerk Steuergerechtigkeit in einer Studie.

Ernährung: Nestle hat es immer noch nicht begriffen, wie ein Beitrag in der Economic Times belegt.

Mittwoch, 15. Mai 2024

Schwellenländer immer bedeutender

BRICS+ (blau); Antrag auf Beitritt (orange); Interesse (gelb). Grafik: MathSquare, CC0 1.0

Aufsteigende Staaten des Globalen Südens mit größerer Bedeutung in Weltwirtschaft. Dazu tragen Rohstoffe bei. Es gibt daneben aber eine qualitative Änderung.

Folgt man den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im World Economic Outlook vom April gibt es in den nächsten fünf Jahren zwei Gruppen von Ländern, die das Wachstum der Weltwirtschaft antreiben.

Die weltweit am schnellsten wachsenden Schwellenmärkte (jährliche durchschnittliche Wachstumsraten in Prozent; Prognose 2024–2029) sind:

  1. Guyana 19,8 Prozent
  2. Mosambik 7,9 Prozent
  3. Ruanda 7,2 Prozent
  4. Bangladesch 6,8 Prozent
  5. Äthiopien 6,7 Prozent
  6. Niger 6,7 Prozent
  7. Uganda 6,6 Prozent
  8. Indien 6,5 Prozent
  9. Vietnam 6,4 Prozent
  10. Senegal 6,3 Prozent

Zusammengenommen repräsentieren diese Länder eine Bevölkerung von fast zwei Milliarden Menschen.

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Montag, 13. Mai 2024

Krypto in Nigeria

Foto: Binance, CC-BY-4.0

Binance, die weltweit größte Handelsplattform für Kryptowährungen, wurde in den letzten Jahren von Aufsichtsbehörden in den USA, Europa und Asien wegen Compliance- und Datenproblemen sanktioniert.

Im November letzten Jahres wurde das Unternehmen in den USA mit einer Strafe von 4,3 Milliarden US-Dollar belegt, weil es viele Tausende Transaktionen ermöglicht hatte, die mit organisierter Kriminalität, gewalttätigem Extremismus, sanktionierten Ländern und Personen sowie Pädophilenringen in Verbindung standen. Changpang Zhao, der ehemalige CEO wurde in den USA zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt.

Zhao hatte Binance im Jahr 2017 gegründet. Ein Firmensitz ist nicht bekannt, das Untrernehmen auch sonst nur schwer greifbar. Nun gerät das Unternehmen in Nigeria zunehmend unter Druck. Denn jetzt steht Zhaos Nachfolger, Richard Teng, der aktuelle CEO von Binance, vor einem Rechtsstreit mit der nigerianischen Regierung.

Wie Africa Confidential berichtet, behaupten Beamte in Abuja, dass Binance die drittgrößte Wirtschaft Afrikas fast zerstört hätte, indem es Geldwäsche in großem Stil ermöglicht hat.

Der Handel mit Milliarden von nigerianischen Naira über die Binance-Plattform habe die Instabilität der Währung in kritischen Phasen Ende 2023 und Anfang dieses Jahres verschlimmert.

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Freitag, 10. Mai 2024

Montag, 6. Mai 2024

400 Millionen für Niamey

Chinesisches Staatsunternehmen vereinbart einen Kredit mit Niger. Bezahlt wird mit Erdöl. Sind solche Geschäfte Fluch oder Segen? 

Das ging rasant schnell. Nur Tage, nachdem bekannt wurde, dass russische Soldaten in Stellungen einrücken, in denen auch Gis stationiert sind, haben Niger und die staatliche chinesische Ölgesellschaft (China National Petroleum Corporation, CNPC) einen 400 Millionen US-Dollar schweren Kredit vereinbart. 

Das Geschäft wird als Rettungsanker für die Militärmachthaber betrachtet, die Beziehungen zu Frankreich und den USA abgebrochen und mit den Auswirkungen der Sanktionen zu kämpfen haben.

Wie die South China Morning Post meldet, wird Niger der CNPC ihren Einsatz in Form von Rohöllieferungen innerhalb von zwölf Monaten zu einem Zinssatz von sieben Prozent zurückzahlen.

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Donnerstag, 2. Mai 2024

G5-Sahel am Ende

Der Tschad kühlt die Beziehungen zu den USA ab. Die Annäherungsversuche an Russland nehmen zu. Ist das nur ein Manöver oder denkt man auch in N'Djamena an einen grundsätzlichen Richtungswechsel?

Die Position westlicher Staaten in Westafrika wird immer schwächer. Zuerst waren es die antifranzösischen Putsche in Burkina Faso, Mali und Niger. Nach dem Regierungswechsel in Dakar wird auch der Senegal auf einen eigenständigeren Kurs einschwenken. Unter anderem sollen die Verträge über die senegalesischen Rohstoffvorkommen neu verhandelt werden.

Foto: Ministerstvo obrany České republiky, CC0 1.0

Nun hat auch die tschadische Regierung in einem Brief damit gedroht, das Abkommen mit den USA über den Status der US-Streitkräfte im Land (Status of Forces Agreement, SOFA) zu kündigen. Der Vertrag regelt die Bedingungen, unter denen die etwa 100 US-Soldaten ‒ vor allem Spezialeinheiten ‒ im Lande operieren.

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