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Dienstag, 8. April 2025

Myanmar nach dem Beben

Die Naturkatastrophe scheint als Brandbeschleuniger im Bürgerkrieg von Myanmar zu wirken. Rebellen oder Regime, USA oder China: Wer profitiert vom Erdbeben-Chaos? 

Myanmars katastrophales Erdbeben inmitten des Bürgerkriegs hat das Militärregime unter Führung General Min Aung Hlaing in eine schwierige Lage gebracht. Wie die Asia Times vermutet, könnte die Naturkatastrophe, die die Hauptstadt Naypyidaw sowie Sagaing und Mandalay besonders hart getroffen hat, wesentlich dazu beitragen, das Militärregime zu Fall zu bringen. 

Die verschiedenen Rebellengruppen haben in den vom Beben betroffenen Gebieten eine Waffenruhe ausgerufen. Das Militär zog wenige Tage später nach. Auch noch fünf Tage nach dem Beben, das die ganz erhebliche Stärke von 7,7 auf der Richterskala erreichte, stürzten in Myanmar noch Gebäude ein. 

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Donnerstag, 25. April 2024

Myanmar ohne Perspektive

Grafik: Ecrusized, CCO 1.0
Nach 75 Jahren Bürgerkrieg in Myanmar sehen viele jetzt die Aufständischen im Vorteil. Wie sich der Konflikt weiterentwickelt, hängt auch von den USA ab, die sich zunehmend engagieren.

"Der Junta entgleitet die Kontrolle", behauptet die ARD in Bezug auf Myanmar. Anlass zu dieser Vermutung ist der Umstand, dass kürzlich mehrere Kampfdrohnen im Himmel von Myanmars Hauptstadt Naypyidaw aufgetaucht waren.

Die Überschrift ist allerdings in zweierlei Hinsicht irreführend: Einerseits ist es technisch sehr, sehr schwierig Drohnenangriffe zu verhindern oder abzuwehren. Aus ein paar Drohnen einen allgemeinen Kontrollverlust abzuleiten, ist deshalb sicherlich übertrieben.

Andererseits wird in Myanmar schon seit Jahrzehnten gekämpft und es dürfte nur wenige ältere Militärs und Freischärler geben, die sich noch an die Zeit vor 1948 erinnern können, als Land nach dem Zweiten Weltkrieg eine kurze Atempause genoss.

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Montag, 29. März 2021

Wieder eine Farbenrevolution die in einem Bürgerkrieg endet?

Über die Lage in dem Vielvölkerstaat Myanmar berichtet M.K. Bhadrakumar aus Blickwinkeln, die im Westen (und offensichtlich selbst in Indien) kaum bekannt sind oder lieber ignoriert werden.

Eine Balkanisierung des Landes kann nicht völlig ausgeschlossen werden.
Die um ihre Sicherheit besorgten Nachbarländer (vor allem Bangladesch, und Thailand) aber auch Indien, Russland und China werden versuchen, eine derartige Entwicklung zu verhindern.
Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch die Hinweise, die Bhadrakumar auf die Proteste in Thailand gibt.

Das einzige, was derzeit sicher zu sein scheint, ist, dass Myanmar in eine langwierige konfliktreiche Phase taumelt.

Mittwoch, 7. November 2012

Doch nur eine Ikone

Der Wandel von der Hoffnungsträgerin zur Realpolitikerin ging ja wirklich fix. Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi weigert sich, sich für die verfolgten und getöteten muslimischen Rohingyas in Myanmar einzusetzen. Wörtlich sagte sie gegenüber der BBC:
... I do not think one should use one's moral leadership, if you want to call it that, to promote a particular cause without really looking at the sources of the problems.
Doch Aung San Suu Kyi braucht sich dieser Haltung nicht wirklich zu schämen, und sie scheint das zu wissen. Denn der Westen ist an Vertreibungen und Massakern (G-News dt.) in dem buddhistischen südostasiatischen Land neuerdings uninteressiert.

Lieber bietet er der immer noch regierenden Junta 100 Mio. US-Dollar Entwicklungshilfe und Handelserleichterungen an. Es wird nicht einmal gemahnt, obwohl  EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso grade vor Ort ist. Aber schließlich hat Rangoon gerade ein Gesetz für ausländische Direktinvestitionen verabschiedet.

Vergleiche dazu auch "Goldrausch" in diesem Blog und einen Beitrag in German-Foreign-Policy.com.

Montag, 5. März 2012

Goldrausch

Mitte Februar durfte sich Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sich im heute-Journal über sein Treffen mit mit der birmanischen Oppositionsführerin (und Friedensnobelpreisträgerin) Aung San Suu Kyi freuen. Schon im Vorfeld seiner Reise hatte er sich optimistisch gegeben: "Myan­mar schlägt ein neues Kapi­tel in seiner Geschichte auf". Die EU hat 197 Mio. US-Dollar versprochen, und unabhängig davon wollen Frankreich 3,85 und Dänemark 17 (!) Mio. US-Dollar locker machen. Angesichts solch massiver Hilfsangebote stellt sich die Frage, wie es in Myanmar weiter gehen könnte. Der Westen hat angekündigt, seine Sanktionen aufzuheben, wenn die Nachwahlen zum Parlament (wikipedia) am 1. April glaubwürdig verlaufen.


Auf die engen Grenzen der derzeitigen Reformen weist die Asia Times hin. Doch westliche und asiatische Investoren sitzen schon in den Startlöchern. "Before the gold rush: Burma braces for march of the multinationals", titelt der Guardian. Die Asia Times widmet sich darüber hinaus den Faktoren, die Investionen in dem südostasiatischen Land riskant machen: "Premature rush for Myanmar riches". Doch die Geschäftsaussichten sind verlockend:

Donnerstag, 1. April 2010

Staudämme - Abholzung - Klimawandel

Mediawatchblog hatte die Austrocknung des unteren Mekong aufgrund der vielen Staudämme kürzlich schon einmal aufgegriffen. Von den größeren deutschen Zeitungsredaktionen haben (lt. G-News) bisher FR online die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und aus der Schweiz der NZZ-Blog aus Südostasien das Thema aufgegriffen.

Für die meisten Autoren ist klar, dass die die ökologischen Krisen (Flut in 2008; Dürre in 2010) hauptsächlich durch die chinesischen Staudämme am Oberlauf des etwa 4500 km langen Flusses verursacht werden. Unbestritten ist, dass der Klimawandel zu den Problemen beiträgt. Im NZZ-Südasienblog ist davon die Rede, dass die Temperaturen in der Region derzeit 7 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel liegen.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zur Mekong River Commission, wo alle wichtigen Vereinbarungen über die Nutzung des Flusssystems aber auch viele ökologische und klimabezogene Publikationen zu finden sind. Auch Abschätzungen zur Folge des verstärkten Staudammbaus sind zu finden.

Für diejenigen LeserInnen, die wissen wollen, wie die Betroffenen vor Ort die Lage wahrnehmen, hat Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei terre des hommes dankenswerterweise zwei Studien von thailändischen NGOs zur Verfügung gestellt. (terre des hommes unterhält traditionell gute Kontakte in den südostasiatischen Raum.) Aus diesen Studien stammen auch die Bilder in diesem Posting - sie stehen aber leider nicht im Netz zur Verfügung. Aus einer der beiden soll im Folgenden zitiert werden: