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Donnerstag, 9. Januar 2014

Hauptsächlich Kinder sind die Opfer

Etwa eine Million Menschen sind in der Zentralafrikanischen Republik auf der Flucht vor Kämpfen, die rund 1.000 Opfer gefordert haben. Die Gewalt geht von verschiedenen Milizen aus, die sich vor allem mittels religiös definierter Zugehörigkeiten organisieren. Allein etwa 100.000 Flüchtlinge haben sich am Flughafen der Hauptstadt Bangui versammelt (Al Jazeera). In dem Video kommt auch ein Vertreter des UN-Kinderhilfswerkes zu Wort, und der spricht von Folter und Zwangsrekrutierungen - auch unter Kindern. Das Welternährungsprogramm geht davon aus, dass über eine Million Menschen von Hunger bedroht sind.

Doch die dringenden Spendenaufrufe, wie sie nach natürlichen Katastrophen (Haiti, Philippinen) üblich sind, bleiben aus. Eigentlich sind nur die Hilfsbemühungen von Ärzte ohne Grenzen, SOS Kinderdorf und den UN-Organisationen sichtbar (G-new dt.).

Hier soll nicht darüber spekuliert werden, woran das liegt, sondern vor allem der Hintergrund kurz beleuchtet werden: Nachdem so genannte, vornehmlich muslimische Seleka-Rebellen aus dem Norden des Landes Anfang 2013 bis Bangui vorgestoßen waren und die Regierung im März vertrieben hatten (siehe Karte), begannen dann Ende 2013 sogenannte "anti-balaka"-Milizen, Gewalt gegen Muslime auszuüben, was im Wechselspiel von Gewalt und Gegengewalt dann rasch zu einem bürgerkriegsähnlichen Zustand führte (Amnesty).

Montag, 7. Januar 2013

Kony 2013?

Wer erinnert sich noch an "Kony 2012"? Antwort: Die Bild-Zeitung. Leider ist dem Betrag ("Passiert ist seitdem: nichts.") kaum etwas hinzuzufügen. Durchs Internet lässt es sich eben leichter surfen als durch ein unwegsames Kampfgebiet, das so groß ist wie Deutschland ist und sich über vier Staaten erstreckt von denen mindestens zwei als failed states gelten müssen: DR Kongo, Südsudan, Uganda und Zentralafrikanische Republik. Da helfen auch 100 US-amerikanische Militärberater nicht viel weiter.

Die unten angehängte Grafik über die Ausgaben von Invisible Children zeigt zudem, dass die Organisation immer noch ziemlich viel Geld (20 Prozent) für die eigene Verwaltung (16,2%) und die Einwerbung von Spendengeldern (3,2%) ausgibt. Das ist in etwa im Rahmen. Doch dazu kommen weitere 15,8 Prozent des Etats, die für die Herstellung von Medieninformationen aufgewandt wurden. Es ist zudem fraglich, wo die 27,6 Prozent der Gelder hingehen, die für Mobilisierung benötigt wurden.

Zum Vergleich: Die Welthungerhilfe beziffert ihre Verwaltungsausgaben im Jahr 2011 auf 2,3 Prozent, den Anteil für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit auf 7 Prozent. Hinzu kommen inländische Personalkosten und Projekte, die mit vergleichbaren Summen zu Buche schlagen.