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Mittwoch, 5. Juni 2013

Aids und Religion

MediaWatch möchte seinen LeserInnen diesmal eine interessante Arbeit aus dem Bereich der öffentlichen Gesundheitsfürsorge vorstellen. Es geht um die Frage, wie kulturspezifische psychologische und psychosoziale Voraussetzungen berücksichtigt werden können, um die psychosozialen Folgen von HIV und Aids wirksam zu reduzieren.

Um dies zu beantworten, untersuchte Carsten Klöpfer den psychologischen Hintergrund der Folgen von HIV/Aids, Coping-Strategien und von Präventionskonzepten am Beispiel Thailands. Denn neue Risikogruppen und ein neues Risikoverhalten erfordern eine Politik, die der Angst und der alltäglichen Stigmatisierung Infizierter wirkungsvolle Programme entgegensetzt. Dabei sollten kulturelle Gegebenheiten unbedingt genutzt werden.

Thailand hat seit Anfang der 80er-Jahre eine ebenso erfolgreiche wie aggressive Anti-AIDS-Kampagne durchgeführt. Doch hat diese im Laufe der Jahrzehnte ihre Wirkung verloren. Die abschreckende Wirkung ließ nach und auch die Tourismusbranche  war nicht glücklich mit der Kampagne. Mittlerweise fürchten Fachleute, dass die HIV/AIDS Prävaslenz in Thailand bald erschreckende Ausmaße annehmen könnte.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Das Militär will straffrei bleiben

Der Wahlsieg der Rothemden in Thailand kommt nicht wirklich überraschend. Dass das Militär nicht wieder eingreift, liegt in Gesprächen begründet, die laut Asia Times schon seit Februar 2011 laufen und unter anderem auch in München stattfanden:
(...) the military has agreed to allow Puea Thai to form a new elected government unopposed in exchange for a vow from Thaksin not to pursue political revenge or legal prosecutions of top military officials behind the 2006 coup and last year's crackdown, and to refrain broadly from intervening in military affairs, including the annual reshuffle that determines the army's leadership.

Dienstag, 4. Mai 2010

Noch einmal gut gegangen

Das ist ja noch einmal gut gegangen in Thailand. Nun ist genau darauf zu achten, ob und wie die Regierung ihre Zusagen auch einlöst.

Der bekannteste Unbekannte in diesem Konflikt heißt sicherlich Anupong Paochinda, der thailändische Generalstabschef. Der wikipedia-Eintrag (engl.) über den Soldaten ist gelungen - vor allem die Zitate-Sammlung. Dazu hier noch der Link auf eine gute und ehrliche Arbeit aus der Frankfurter Rundschau online. Journalismus hat längst nicht immer eine Antwort parat, und es wäre gut, das öfter zuzugeben.

Wie (fast immer) lohnt sich in solchen Fällen ein Blick in die Asia Times. Dort findet sich ein Interview mit einem Royalisten (Sukhumbhand Paribatra) vom 29. April 2010. Daraus geht dem unter anderem hervor, warum das Königshaus einen großen Teil seiner Legitimität verloren hat. Dass Neuwahlen nötig sind, ist offensichtlich unter den meisten thailändischen Politikern Konsens:
ATol: What would represent a permanent solution?
SP: We have to agree on a deadline for dissolution of parliament.
ATol:What is a reasonable deadline in your opinion?
SP:
I have no opinion.
Über die neue Qualität der Opposition durch die "Rothemden" sagt Paripatra (wiki, engl.):

Donnerstag, 1. April 2010

Staudämme - Abholzung - Klimawandel

Mediawatchblog hatte die Austrocknung des unteren Mekong aufgrund der vielen Staudämme kürzlich schon einmal aufgegriffen. Von den größeren deutschen Zeitungsredaktionen haben (lt. G-News) bisher FR online die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und aus der Schweiz der NZZ-Blog aus Südostasien das Thema aufgegriffen.

Für die meisten Autoren ist klar, dass die die ökologischen Krisen (Flut in 2008; Dürre in 2010) hauptsächlich durch die chinesischen Staudämme am Oberlauf des etwa 4500 km langen Flusses verursacht werden. Unbestritten ist, dass der Klimawandel zu den Problemen beiträgt. Im NZZ-Südasienblog ist davon die Rede, dass die Temperaturen in der Region derzeit 7 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel liegen.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zur Mekong River Commission, wo alle wichtigen Vereinbarungen über die Nutzung des Flusssystems aber auch viele ökologische und klimabezogene Publikationen zu finden sind. Auch Abschätzungen zur Folge des verstärkten Staudammbaus sind zu finden.

Für diejenigen LeserInnen, die wissen wollen, wie die Betroffenen vor Ort die Lage wahrnehmen, hat Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei terre des hommes dankenswerterweise zwei Studien von thailändischen NGOs zur Verfügung gestellt. (terre des hommes unterhält traditionell gute Kontakte in den südostasiatischen Raum.) Aus diesen Studien stammen auch die Bilder in diesem Posting - sie stehen aber leider nicht im Netz zur Verfügung. Aus einer der beiden soll im Folgenden zitiert werden:

Freitag, 6. März 2009

Thailands Polizei verhaftet Webmaster

Die thailändische Polizei hat nach einem Bericht der Washington Post den Webmaster einer Online-Zeitung festgenommen, der Leserkommentare mit angeblich antimonarchistischem Inhalt zugelassen haben soll. “Majestätsbeleidigung” wird in Thailand hart geahndet.

Chiranut Prempreecha wurde nach Angaben des Redakteurs der Onlinepublikation, Chuwat Rilirksirisuk, von sieben Polizisten abgeführt, die einen Haftbefehl mit der Beschuldigung der Verletzung des “Computer Crime Act” präsentiert hätten, so die Washington Post am Freitag.

Worasak Nopsitaporn, ein Generalmajor der Polizei, erklärte dazu, auf der Website sei ein Kommentar mit einem Angriff auf die Monarchie veröffentlicht und mehrere Tage lang nicht gelöscht worden.(Klaus Boldt)