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Samstag, 24. August 2013

Umwelt kaum einen Pfifferling wert

"Folgerichtig" nennt das Neue Deutschland die Entscheidung Ecuadors, die Entwicklungszusammenarbeit mit Deutschland aufzukündigen. Dem muss man sich - leider - anschließen.

Denn vorher war ein Angebot des lateinamerikansichen Landes auf Ölförderung im Yasuni-Nationalpark zu verzichten, gescheitert, weil das Geld ausblieb. Mit seiner einsamen Weigerung, den Yasuni-Fonds zu unterstützen, hat Bundesentwicklungminister Dirk Niebel diese Entwicklung maßgeblich zu verantworten. Niebel hatte 2010/11 die Unterstützung des geplanten Fonds für den Förderverzicht in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar verweigert. Auch MediaWatch hatte berichtet. Der Tagesspiegel hat eine gute Zusammenfassung der Historie im Angebot. Natürlich sollte Deutschland das Geld nicht allein aufbringen. Aber amerika 21 zitiert den ecuadorianischen Botschafter mit den Worten:
Sehr viele Länder haben auf das Urteil der deutschen Regierung gewartet, um eine eigene Entscheidung zur Beteiligung an der Yasuní-ITT-Initiative zu treffen. Das hatte damals schon eine sehr negative Bedeutung für die weitere Entwicklung dieses Vorhabens.
Das ND schreibt, dass Ecuador mit der Aufkündigung der Zusammenarbeit mit dem BMZ "nicht den Sinn des bereits vereinbarten Projektes zum Schutz des Yasuní-Tropenwaldes infrage" stelle, "wohl aber eine Entwicklungspartnerschaft, die gleiche Augenhöhe vorgibt, ohne sie zu praktizieren". Das ist nicht übertrieben: Die Bedingungen, die Ecuador an die deutsche Unter­stüt­zung ge­knüpft hatte, galten Niebel als in­ak­zep­tabel. Denn es sollte
der Gesamt­betrag der deutschen Unter­stüt­zung auf ein sepa­rates Konto inner­halb des ecua­do­rianischen Haus­halts ein­ge­zahlt und zu finan­zierende Pro­jekte durch ein aus­schließ­lich von der ecua­do­ria­nischen Re­gie­rung be­setztes Kom­itee entschieden werden.
Das schließt Möglichkeiten einer weiteren politischen Einflussnahme natürlich aus....

Doch auch anderen führenden Industrieländern war der Umweltschutz offensichtlich kaum einen Pfifferling wert: Lediglich etwa 300 Millionen Dollar wurden zugesagt. Tatsächlich eingezahlt wurden in sechs Jahren sogar nur 13 Millionen Dollar. MediaWatch meint, dass damit auch die Idee gestorben ist, Umwelt- oder Klimaschutz durch Kompensationszahlungen zu befördern.

Freitag, 14. Dezember 2012

Korup Nationalpark vor dem Ende?

Der Korup-Nationalpark (wikipedia, engl.) im Südwesten Kameruns ist durch neue Palmölplantagen gefährdet. Dafür müssen bis zu 45.000 Menschen umgesiedelt werden. Die Arbeit in den Plantagen wird mit ein bis zwei US-Dollar am Tag extrem schlecht bezahlt. Das Integrierte Regionale Informationsprojekt (IRIN) berichtet:
The project in Mundemba Region is overseen by SG Sustainable Oils Cameroon (SGSOC), a subsidiary of Herakles Farms, a US-based agricultural company. 

In 2009 SGSOC signed an agreement with the Cameroonian government to develop an industrial palm oil plantation and refinery. A year later forest clearing began on part of the 73,086-hectare site acquired on a 99-year land-lease deal.
Demnach beläuft sich die Fläche für die Palmölproduktion auf 730 qkm - das entspricht fast der Fläche des Bundeslandes Hamburg (755 qkm). Zum Vergleich: Der Korup Nationalpark umfasst derzeit ein Gebiet von 1250 qkm. Hinzu kommt, dass die bisherigen Erfahrungen mit der Firma schlecht sind:
The company had been clearing forest and developing oil palm nurseries prior to submitting an Environmental and Social Impact Assessment (ESIA) or obtaining the Certificate of Environmental Conformity as required by law.  (...) When an ESIA was eventually carried out in 2012, it was discovered that SGSOC had destroyed 14.5 million trees of various species (...)
Euer/Ihr ergebener MediaWatchBlog Redakteur hat 1998 dort einen Monat ein WWF-Projekt bei der Umweltkommunikation beraten.

Dienstag, 6. November 2012

Jede Menge Kohle

Es ist eine fast unglaubliche Schildbürgerei wird derzeit im Umfeld des somalischen Hafens Kismayo aufgeführt. Dort lagern derzeit vier Millionen Säcke Holzkohle, die sich im Laufe des vergangenen Jahres angesammelt haben. Denn die Vereinten Nationen haben ein Exportembargo gegen das schware Gold verhängt, in das offensichtlich die letzten Holzbestände des ausgedörrten, hungernden ostafrikanischen Landes verwandelt werden. Der East African berichtet:
... the UN Security Council imposed sanctions on the export of Somali charcoal over a year ago. Not only was it the main source of revenue for Al Shabaab, but the then Transitional Federal Government in Mogadishu argued that the cutting of trees for charcoal in Somalia had reached alarming proportions, and unless something urgent was done, the country risked environmental collapse.
Und die Vorräte wecken Begehrlichkeiten:
The stockpile of about four million bags — whose value the AU and UN estimate ranges from $25 million to $40 million in the Middle East market where most of it is sold — has become the first to cause diplomatic disagreements between countries.

Donnerstag, 1. April 2010

Staudämme - Abholzung - Klimawandel

Mediawatchblog hatte die Austrocknung des unteren Mekong aufgrund der vielen Staudämme kürzlich schon einmal aufgegriffen. Von den größeren deutschen Zeitungsredaktionen haben (lt. G-News) bisher FR online die Badische Zeitung, die Berliner Morgenpost und aus der Schweiz der NZZ-Blog aus Südostasien das Thema aufgegriffen.

Für die meisten Autoren ist klar, dass die die ökologischen Krisen (Flut in 2008; Dürre in 2010) hauptsächlich durch die chinesischen Staudämme am Oberlauf des etwa 4500 km langen Flusses verursacht werden. Unbestritten ist, dass der Klimawandel zu den Problemen beiträgt. Im NZZ-Südasienblog ist davon die Rede, dass die Temperaturen in der Region derzeit 7 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel liegen.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Link zur Mekong River Commission, wo alle wichtigen Vereinbarungen über die Nutzung des Flusssystems aber auch viele ökologische und klimabezogene Publikationen zu finden sind. Auch Abschätzungen zur Folge des verstärkten Staudammbaus sind zu finden.

Für diejenigen LeserInnen, die wissen wollen, wie die Betroffenen vor Ort die Lage wahrnehmen, hat Klaus Schilder, Referent für Entwicklungspolitik bei terre des hommes dankenswerterweise zwei Studien von thailändischen NGOs zur Verfügung gestellt. (terre des hommes unterhält traditionell gute Kontakte in den südostasiatischen Raum.) Aus diesen Studien stammen auch die Bilder in diesem Posting - sie stehen aber leider nicht im Netz zur Verfügung. Aus einer der beiden soll im Folgenden zitiert werden:

Montag, 12. Januar 2009

Website on illegal logging

tropenwald_bras_carajas_150Chatham House, the former UK Royal Institute of International Affairs, is famous as a think tank and supports free speach. Not very well known are their activities against illegal logging. The purpose of illegal-logging.info is to provide background information, news stories, key documents and links to other relevant websites. The site is maintained by the Energy, Environment and Development Programme of Chatham House in London, with funding from the UK Department for International Development. (Klaus Boldt)