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Montag, 22. Juli 2019

Ein Traum von Freiheit

Ein Gastbeitrag von Ina Zeuch

Freetown heißt die Hauptstadt von Sierra Leone – ein Name, der Hoffnung und Sehnsucht nach Freiheit verrät, vom Aufbruch befreiter Sklaven kündet, die nach Afrika zurückkehrten in die langersehnte Selbstbestimmung. Aber wie war es wirklich?

Wie immer gibt es davon wenig Selbstzeugnisse - weder von den persönlichen Schicksalen der circa 11 Millionen verschleppten Afrikaner und noch weniger über ihr Leben als befreite Sklaven, das sie durch harte niedere Arbeiten in unterprivilegierter Stellung fristeten.


In seinem Roman "Der Nubier" verfolgt Syl Cheney-Coker die Geschichte des fiktiven Orts Malagueta über knapp 200 Jahre. Cheney-Coker beschreibt das Leben der Rückkehrer, die mit einem selbst finanzierten Schiff von Kanada ins ‚gelobte Land‘ übersetzen und dort siedeln. Der Roman mit dem weit weniger klischeehaften Titel "The Last Harmattan of Alusine Dunbar" erschien 1990 in deutscher Sprache.

Malagueta steht unverkennbar für Freetown, die Hauptstadt Sierra Leones. Coker stammt selbst aus Sierra Leone und so wie der Roman "Roots" des Afro-Amerikaners Alex Haley die Geschichte seiner Vorfahren recherchierte und zum Stoff für seinen Roman machte, so arbeitet Coker die Geschichte der ersten Siedler ehemaliger Sklaven in seinem Land auf.

Montag, 12. November 2018

Onkel Toms Hütte 3: Rebellen und Auswanderer


Ein Gastbeitrag von Ina Zeuch

Die Rebellen

Aber es gibt auch zwei bemerkenswerte Gegenfiguren zur dankbaren Sklavin Topsy und zu dem sich aufopfernden Sklaven Tom, den Beecher Stowe einen Martyrer nennt - Cassy und George, auch hier wieder in eine männliche und eine weibliche Variante aufgeteilt. Beide wollen mit dem Christentum nichts zu tun haben.

Ein großes Verdienst von Beecher Stowes Roman ist es, alle Aspekte der Sklaverei in ihre Fiktion miteinzubeziehen und dazu gehört die besonders perfide Ausbeutung und Quälerei der Frauen in der Sklaverei. Die Geschichte von Cassy, die Tom in seinen letzten Tagen so gut wie möglich versorgt, erhellt diese wenig beachtete Unterdrückung. Mit dem ersten ihrer Käufer lebt sie in einer jahrelangen Liebesbeziehung, aus der auch zwei Kinder entstehen. Nichts in dieser eheähnlichen Verbindung kann ihren Liebhaber dazu bringen, sie zu heiraten und ihr damit legalen Schutz vor der Sklaverei zu bieten. Vielmehr verkauft er sie schließlich zusammen mit ihren Kindern wegen seiner Spielschulden.

Wie sehr sie durch ihre Kinder erpressbar ist, schildert Beecher Stowe eindrücklich: Aus der zweiten Verbindung bei einem ihrer nächsten Besitzer wird ihr ein Sohn geboren, aber nachdem sie trotz aller Gefügigkeit ihre beiden ersten Kinder bereits durch Weiterverkauf verloren hat, bringt sie diesen neugeborenen Sohn durch Laudanum um. Nie wieder will sie Kinder haben, um durch sie erpressbar zu werden, nie mehr glaubt sie an die Liebe. Über eine Odyssee von Weiterverkäufen kommt sie schließlich in den Besitz von Legree. Hier hat sie bereits alle Skrupel und Ängste verloren, sie ist bereit zu sterben oder ihren Widersacher zu töten. Tom kann sie nicht überzeugen, so weit zu gehen, selbst nicht um den Preis, sinnlos zu sterben. Er will sie stattdessen zum Glauben an Gott führen, um ihren Peinigern zu verzeihen. Das aber lehnt sie ab. Über eine ausgeklügelte, über Monate vorbereitete Flucht entkommt sie der Sklaverei, bei der sie noch das Mädchen Emmeline aus dem Besitz von St. Clare mitnimmt, das Legree ebenfalls gekauft hat. 

Montag, 8. September 2014

Ebola: Der Kampf wird dauern

Die Netzfrauen leisten fast immer gute Arbeit und sind eine wichtige kritische Stimme. Doch mit ihrem Blogbeitrag zu Ebola sind sie über das Ziel hinausgeschossen. Zu Recht weisen sie zwar darauf hin, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag, den 2.9.2014 noch keine tausend Ebola Todesfälle registriert hatte. Doch dann kommt ein faustdicker Denkfehler:
Dies sind natürlich 788 Todesfälle zu viel, aber trotzdem sollten wir sie mit den 1,2 Millionen Todesfällen, die jährlich durch Malaria verursacht werden, vergleichen oder aber mit den 2.000 Todesfällen die jährlich in Frankreich durch die saisonbedingte Grippe auftreten.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Der Müll und die Musik

Hier zwei Videos darüber, wie man mit Müll Musik und mehr, viel mehr machen kann:
Das erste Beispiel zeigt ein junges Orchester einer Gemeinschaft in Paraguay, die auf und von einer Müllkippe lebt (hat tip Duncan Green):

Im zweiten Beispiel wird ein hochbegabter Junge aus Sierra Leone vorgestellt der nicht nur Radiosendungen macht, sondern auch die dafür nötige Technik baut (hat tip Ina Zeuch):