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Samstag, 26. Mai 2018

"Auntie Mer, welcome to China! Again!"

MediaWatch will seinen geschätzten LeserInnen keinesfalls die Möglichkeit vorenthalten, Kanzlerin Angela Merkel aus einer ganz neuen und doch erstaunlich vertrauten Perspektive kennenzulernen.

Wer das Filmchen lächerlich findet, könnte vielleicht noch genauer darüber nachdenken, warum das chinesische Staatsfernsehen so etwas produziert ob das wirklich so himmelweit weg ist von dem was etwa die ARD letztes Jahr gesendet hat und was eigentlich alles Propaganda sein kann.

Und nun viel Spaß mit "Auntie Mer, welcome to China! Again!".....


Dienstag, 20. Februar 2018

Zweitschlagdoktrin

Viel Säbelrasseln haben wir aus München in den letzten Tagen gehört, viel vom Kalten Krieg 2.0 und der Bedrohung durch China und vor allem Russland.

Da lohnt ein Blick über den Gartenzaun der Bedrohungsszenarien. So zitiert etwa die Global Times einen Beitrag der chinesischen Diplomatin Fu Ying auf der Münchener Sicherheitskonferenz wie folgt:
A senior Chinese diplomat said Saturday that China is committed to the principle of non-first-use of nuclear weapon, expressing concerns about the danger of nuclear development at present at the ongoing Munich Security Conference (MSC).
"China maintains a very small nuclear arsenal, and China follows the policy of self-defense and minimum deterrence," said Fu Ying, a veteran diplomat and now chairperson of the Foreign Affairs Committee of the National People's Congress (NPC), China's top legislature. 
Tatsächlich beläuft sich das chinesische Atomwaffenarsenal auf geschätzte 270 Sprengköpfe gegenüber 6.800 russischen und 6.600 us-amerikanischen Sprengköpfen (vgl. Tabelle). Selbst die Force de Frappe ist größer als die chinesische Atombewaffnung.

Auch die Rede von UN-Generalsekretär Antonio Gueterres blieb in der deutschen Berichterstattung außen vor. Die Global Times zitiert den Portugiesen mit den Worten :
"Multilateralism is today more necessary than ever," UN Secretary-General Antonio Guterres told MSC participants, calling for building a true and strong multilateralism to address the challenges of present times, against the backdrop that the global security threats and conflicts have become more and more inter-related.
Und selbst Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird nicht mit der von ihr gelobten "Armee der Europäer" zitiert oder mit ihrem Apell an den "gemeinsame[n] Wille[n], das militärische Gewicht auch tatsächlich einzusetzen, wenn es die Umstände erfordern". Die Global Times serviert ihren LeserInnen lieber einen Hinweis von der Leyens, dass Europa lang anhaltenden Frieden nicht nur durch die - von der NATO geführten - Sicherheitsbemühungen sondern auch durch Entwicklung erreicht habe.

Montag, 15. Januar 2018

Diskriminieren und Rechte beschneiden

Die Elektronische Intifada macht auf ein vergleichweise neues deutsches (und österreichisches) Phänomen aufmerksam: Die laut herausposaunte Israelliebe der neuen Rechten.
Like their neo-Nazi counterparts who just joined the government of neighboring Austria, AfD has been cozying up to Israel – a philosemitic stance that aims to rebrand the anti-Semitic far-right as defenders of Jews against a supposed Muslim threat.
Their embrace has been reciprocated by politicians in Israel’s ruling Likud party.
(...)

[Beatrix von Storch] has been very explicit not only about her party’s support for Israel, but also that hatred of Muslims is one of the values she shares with its Zionist ideology.
Und dann kommt noch ein Knaller, der in den hiesigen Medien selbstverständlich nicht kolportiert wurde. Die Electronic Intifada zitiert die AfD Frontfrau von Storch mit den Worten “Israel could be a role model for Germany” as a country that “makes efforts to preserve its unique culture and traditions.” (Quelle: Jerusalem Post; letzter Absatz) Damit beweist von Storch, dass sie den rassistischen und islamfeindlichen Charakter der israelischen Palästinapolitik genau kennt, ihn goutiert und eine ähnliche Apartheidspolitik auch hierzulande nur allzu gerne einziehen und vor allem MuslimInnen diskriminieren und in ihren Rechten beschneiden würde.


Wer sich für das Thema näher interessiert, sollte diese Außenansicht einmal durchgehen. Der Beitrag ist natürlich einseitig aber mit vielen Links auf glaubwürdige Quellen gut belegt. Dass sich die (regierende) israelischen Rechte bei westlichen Rechtsextremisten anbiedert, bereitet übrigens auch besorgten israelischen BürgerInnen heftige Kopfschmerzen.

Dienstag, 2. Januar 2018

Zwei weitere hässliche Kratzer

"barbaric, Muslim, gang-raping hordes of men" lautet die Übersetzung des rassistischen Tweets der führenden AfD-Funktionärin Beatrix von Storch beim staatlichen iranischen Sender Press TV. Auch die Reaktion des AfD-Chefs Alexander Gauland wird genau registriert:
AfD chief Alexander Gauland took aim at the new rules, saying in remarks carried by national news agency DPA that the regulations are "Stasi methods that remind me of communist East Germany".
Gauland, who is not active on social media, encouraged users of such websites to "keep publishing" the erased comments from von Storch.
Das Ansehen der Republik erhält so einen weiteren hässlichen Kratzer.

Die Darstellung aus Teheran ist sachlich gehalten, präzise und auch für Menschen verständlich, die keine tieferen Einblicke in die deutsche Innenpolitik haben. Nebenbei wird noch die aktuelle deutsche Gesetzeslage im Social-Media-Bereich erläutert. Das kommt dann aber so rüber, als sei Zensur gang und gäbe in Deutschland.

Das Ansehen der Republik erhält so einen weiteren hässlichen Kratzer.

Donnerstag, 9. November 2017

Werte leben

Anfang des Jahres hatte MediaWatch schon einmal Hagen Rether zitiert:
Wer Werte verteidigen will, hat sie schon aufgegeben. Man kann Werte nur leben, sodass sie manifest werden und Strahlkraft erlangen.
Hier nun ein Beispiel dafür, dass diese These ihren Niederschlag auch in der Praxis findet: "German Court Calls For 'Historic' Third-Gender Recognition" titelt teleSUR in einem Bericht über die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass Intersexualität künftig amtlich mit einer dritten Option (neben männlich und weiblich) erfasst werden soll.

TeleSUR schreibt:
The law is intended to remove pressure on parents to make snap decisions about controversial sex-assignment surgeries for newborns, but many advocates say it does not go far enough.
According to the United Nations, between 0.05 and 1.7 percent of the global population is intersex: about the same percentage that has red hair.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Deutschland in den Augen der Anderen / 4

Es ist kein Wunder, dass Menschen im Nahen Osten unseren Krieg "gegen den Terror" als Fake empfinden, wenn sie solche Nachrichten lesen müssen:
A special German informer tried to convince refugees and Islamists to commit assassinations in Germany
From Joerg in Berlin: Yesterday there were interesting revelations about last years jihadist attack on a christmas market in Berlin. A radio station and a newspaper said, that before a special agent or informer tried to convince refugees and islamists to commit assassinations in Germany, also by using trucks as a weapon:
Eine wichtige Bezugsperson des Terroristen Anis Amri in der militanten Islamistenszene war ein V-Mann des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Recherchen des rbb und der "Berliner Morgenpost" belegen nun, dass die sogenannte Vertrauensperson VP-01 frühzeitig Islamisten zu Anschlägen in Deutschland angestachelt haben soll. Laut eines Zeugens war dabei auch von einem Anschlag mit einem Lkw die Rede.
Gefunden beim Angry Arab. Der dort gesetzte Link führt zu einem Bericht von RBB24.de

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Deutschland in den Augen der Anderen / 3

In der chinesischen Global Times heißt es über die Probleme der EU und Deutschlands:
(...) Desperate refugees are looking for safe havens in European countries. Governments and societies are divided on whether this should happen. Some are positively disposed to providing hospitality and jobs, others are skeptical and prefer to close their borders as well as endorse extreme practices. (...)

The recent Paris Statement by some European intellectuals on "A Europe We can Believe In" almost fully connects the future of the EU with the dominance of Christianity. This argument was prevalent more than 10 years ago when potential Turkish EU membership was a likely scenario. Some scholars were then advocating for Islam to have no position in the EU. And now this racist, religious framing is returning to the discourse due to the arrival of numerous people from Africa and the Middle East to Europe.

Turning a blind eye to problems leads nowhere. This is the reality in today's Europe. We saw it in the recent German federal election. A xenophobic right-wing party, the Alternative for Germany (AfD), managed to enter Parliament with an impressive 12.6 percent of the vote. For some years, Germany was more immune to far-right parties than most other European countries. But this is no longer the case. Subsequently, the Christian Democratic Union (CDU) and Christian Social Union (CSU) are toughening their stance on the refugee crisis. They recently decided to limit the number of refugees seeking asylum to the country. Their agreement was opposed by Liberals and the Greens, the two parties that will possibly participate in a new coalition government with the CDU and CSU.  (...)

Young people are expecting Europe to act quickly in order to create better perspectives for the future and mostly it is Berlin that has the key to drastic reforms.
The first signs are not optimistic. German Chancellor Angela Merkel has not particularly warmed to Macron's proposals. She also remains allergic to plans for debt mutualization and some new stimulus packages to boost growth. Difficult negotiations ahead of the formation of the new German government have postponed all discussions to 2018 in the best-case scenario. The initial hope for a breakthrough at the EU level by the end of the year was not well-grounded. (...)
"Disoriented Europe slow to find way forward", ist der Beitrag eines Autors mit griechischem Namen überschrieben.

Sonntag, 6. August 2017

Deutschland in den Augen der Anderen / 2

Zwei hiesige Vorgänge haben verstärktes Interesse in Asien ausgelöst:

Zum einen wurde in China sehr genau beobachtet, wie in Deutschland der Sexualmord an der chinesischen Studentin Yangjie Li abgeurteilt werden würde (Berliner Zeitung).
Die staatliche chinesische Nachrichtenagenturn Xinhua schreibt:
The case aroused tremendous public attention in both China and Germany. The male culprit's parents are both police officers, and dpa reported there had been temporary suspicion that the parents might have an influence on the investigation.
Chinese expatriates and overseas students across Germany had held memorials in various localities following the tragedy, also demanding a fair and just handling of the case.
Li's attorney Sven Peitzner told Xinhua Friday evening that their side is satisfied about the lifelong sentence for Sebastian F., but not satisfied about Xenia's penalty or the court judgement that Xenia is not guilty concerning the murder. Xenia got five years and a half for rape.
Peitzner said the verdict specified that Sebastian cannot ask for probation after 15 years like those sentenced to life-in-prison do in normal cases, and he will stay in prison for longer than twenty years, because it is a "severe case" and because of the "heavy guilt" of the criminal.

Von der Türkei bis Hongkong ist die Entführung von Trinh Xuan Thanh einschließlich der darauf folgenden diplomatischen Konsequenzen (Zeit) wahrgenommen worden. Entsprechende Berichten erschienen - unter anderem in Thailand, China/Hongkong, Indonesien, Singapur, Türkei, .
Hanoi wirft dem Mann vor, an der Hinterziehung von 125 Mio. Euro beteiligt gewesen zu sein und hatte seine Auslieferung verlangt.
Die Asia Times schreibt: 
Thang’s case was rumored to be politically motivated due to his close ties to former Prime Minister Nguyen Tan Dung, who lost a power struggle for the ruling Communist Party’s top secretary general position at a January 2016 congress. (...)
Analysts now wonder why Hanoi would make such a bold and potentially costly move: Was it stupidity, arrogance or a calculated decision? (...)
What is perhaps most irksome for German officials is that they discussed Thanh’s case with Vietnamese prime minister Nguyen Xuan Phuc when he visited Germany in May to take part in the G-20 Summit, according to media reports. (...) 

In a fractured Communist Party, however, this order [to abduct Thang] could have come from any one of Vietnam’s power brokers and not necessarily from the highest-office, the Party’s General Secretary Nguyen Phu Trong.
Still, Trong has made strong claims about fighting corruption in recent months and has been at the foreground during the arrests of various allegedly wayward state enterprise executives.

Samstag, 29. Juli 2017

Deutschland in den Augen der Anderen

Im Laufe der Jahre ist die MediaWatch-Redaktion immer wieder auf verschiedenste Berichte über und Reportagen aus Deutschland gestolpert, die weltweit in allen denkbaren Medien erscheinen. In dieser Rubrik wird die Redaktion künftig kurz auf solche Beiträge hinweisen.
Ein solcher Service fehlt in Deutschland bisher.
Zweck dieser Übungen soll es nicht sein, die vorgestellten Arbeiten zu kritisieren. Vielmehr kann das geneigte Publikum bedeutende Rückschlüsse darauf ziehen, welches Bild von "uns" im (außereuropäischen) Ausland entsteht.

Den Anfang macht heute eine Reportage von Al Jazeera über Irmela Mensah-Schramm, eine couragierte deutsche Rentnerin, die deutschlandweit (und teilweise auch in Tschechien und Österreich) faschistische und neonazistische Graffitis unkenntlich macht und auch sonst pronounciert und erfreulich vernehmbar gegen Rechts auftritt.

Al Jazeera berichtet allerdings nicht nur über die bewundernswerte Dame, sondern nutzt die Gelegenheit auch, um unangenehme Wahrheiten über die Bunderepublik zu kolportieren:
In 2016, there were at least 3,533 documented attacks on refugees or refugee accommodation across the country (...). Those attacks injured at least 560 people, including 43 children, according to the Interior Ministry. Another 217 refugee groups and volunteers were targeted.
(...)
Although she used primarily to encounter anti-Semitic and neo-Nazi messages on walls, trains and lamp posts, she says there has been a huge increase in Islamophobic and anti-refugee graffiti in recent years - since the rise of several far-right groups and the beginning of the refugee crisis.
(...)
Last year, the AfD made huge gains in regional elections, capitalising on the refugee crisis that saw hundreds of thousands of people fleeing war and economic devastation come to Germany. 

Freitag, 31. Oktober 2008

Eröffnung der Duisburger Merkez-Moschee findet internationale Aufmerksamkeit

Die Eröffnung der Merkez-Moschee im Duisburger Stadtteil Marxloh am Sonntag den 26. Oktober 2008 ist weltweit aufmerksam registriert worden.

Nach kurzer Recherche fanden sich Berichte bei der indonesischen Nachrichtenagentur Antara, der International Herald Tribune, dem Guardian, der Taiwan News und der nordindischen Tribune.

In fast allen Beiträgen wurde hervorgehoben, dass es in der Ruhrgebietsstadt (anders als in Berlin, München und Köln) keine Proteste gegeben hat.