Nicht nur in Bezug auf den arabischen Frühling bleibt die Frage der Ernährungssicherung ausgespart (junge welt in Bezug auf Ägypten, leider sehr holzschnittartig). Das Lebensmittelpreise bei den Umwälzungen in Nahost und Nordafrika eine riesige Rolle spielen, zeigt sich unter anderem auch daran, dass die Unruhen in Algerien nach entsprechenden Preissenkungen merklich nachließen (AP/G-News).
Aber auch wenn die Regierung offiziell den Ernährungsnotstand ausruft - wie jetzt im zentralamerikansichen Guatemala geschehen -, kann man sich glücklich schätzen, wenn man diese Nachricht nicht übersieht (vgl. auch das Bild unten). Lediglich das ZDF (und Mitte April der Bild-Ticker sowie der womblog) hatten auf diese Tatsache verwiesen. Auch die englischsprachige Google-News-Suche fällt extrem dürftig aus.
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Sonntag, 1. Mai 2011
Mittwoch, 27. April 2011
Intervenieren für Anfänger
In's völkerrechtliche Niemandsland stoßen die in Libyen kriegführenden Staaten mit dem Einfrieren staatlicher libyscher Konten vor. Bisher hat man nur die persönlichen Konten von Potentaten - etwa des nigerianischen Militärs Sani Abacha - eingefroren. Im Falle Libyens handelt sich um erhebliche Summen: In den USA liegen jetzt 30 Milliarden US-Dollar fest, in den europäischen Ländern und Kanada zusammen genommen mindestens weitere 50 Mrd. Unterdessen krallen sich einige afrikanischen Länder offensichtlich sämtliche libyschen Investitionen, derer die Herr werden können (Jens Berger/Nachdenkseiten). In Bezug auf Afrika hatte auch der Mediawatchblog schon einen entsprechenden Hinweis auf einen guten Beitrag im East African gegeben. Zusammenfassend muss jedoch betont werden, dass solcherlei Aktionen kaum noch mit dem Hinweis auf die Schutzverantwortung (responsibility to protect, r2p) begründet werden können.
Apropos r2p: Glaubt man Spiegel Online, so traut sich niemand, in Syrien zu intervenieren, weil "schmerzhafte Gegenreaktionen Teherans" zu befürchten wären (?!) und weil es der Israelischen Armee vor fünf Jahren nicht gelang, einen Krieg gegen die Hisbollah zu gewinnen. Sollte dies wirklich zutreffen, wird das für alle Gewaltherrscher auf dem Planeten zu dem Signal gerinnen: Wer militärisch über ein ausreichendes Drohpotential verfügt, hat nichts zu befürchten. So erklärt sich dann auch die Strategie Nordkoreas mit (simulierten?) Atombombenversuchen Verhandlungsmacht zu generieren (SF). Von "Realitätsverlust" wie im Schweizer Fernsehen kann aber keine Rede sein. Im Gegenteil. Andreas Zumach nennt in dem Beitrag das Stichwort: "Nichtangriffsgarantie".
Apropos r2p: Glaubt man Spiegel Online, so traut sich niemand, in Syrien zu intervenieren, weil "schmerzhafte Gegenreaktionen Teherans" zu befürchten wären (?!) und weil es der Israelischen Armee vor fünf Jahren nicht gelang, einen Krieg gegen die Hisbollah zu gewinnen. Sollte dies wirklich zutreffen, wird das für alle Gewaltherrscher auf dem Planeten zu dem Signal gerinnen: Wer militärisch über ein ausreichendes Drohpotential verfügt, hat nichts zu befürchten. So erklärt sich dann auch die Strategie Nordkoreas mit (simulierten?) Atombombenversuchen Verhandlungsmacht zu generieren (SF). Von "Realitätsverlust" wie im Schweizer Fernsehen kann aber keine Rede sein. Im Gegenteil. Andreas Zumach nennt in dem Beitrag das Stichwort: "Nichtangriffsgarantie".
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