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Mittwoch, 13. Juli 2022

Sri Lanka ist richtig, richtig pleite

Die Mainstream-Medien zeigen Bilder aus den Sozialen Medien, wie Menschen in Colombo im Präsidentenpalast herumspazieren, Selfies knipsen und/oder ein Bad im Swimmingpool nehmen. Wenig Berichte gab es dagegen zur aktuellen wirtschaftlichen Lage der südasiatischen Inselrepublik, die etwa so groß ist wie Bayern.

Dabei hatte der natürlich auch der jetzt zurückgetretene Präsident Gotabaya Rajapaksa schon versucht, eine Restrukturierung der sri-lankischen Auslandsschulden von insgesamt umgerechnet 51 Milliarden US-Dollar zu erreichen - allerdings vergeblich. Von dieser Summe wird knapp die Hälfte bis 2026 fällig. (Das Land hat 22 Millionen Einwohner.)

Donnerstag, 28. Januar 2010

Cleverer intervenieren

Zu den Menschenrechtsverletzungen durch den Wahlsieger und bisherigen Präsidenten in Sri Lanka äußert sich die WoZ ausführlich. Ein interessanter Kommentar zum dortigen Wahlergebnis steht in der taz. Zwei Sätze sind ein Zitat wert:
Der Westen dachte, Rajapaksa [der Wahlgewinner und neue Präsident] könne den Krieg gegen die Guerilla ohne westliche Hilfe nicht gewinnen. Er tat es mit tatkräftiger Unterstützung der Regierungen in Peking und Delhi, die ihm zudem noch genug Geld für Entwicklungsprojekte ausliehen, um seine bäuerliche Wählerbasis zu erhalten.
Vgl. dazu auch "China wird zur neuen Weltbank" (FTD), "Spinnen die Griechen?" (Herdentrieb) und "China will not be the world's deputy sheriff" (FT).

Montag, 23. November 2009

Und noch mehr boat people

- diesmal im Indischen Ozean: "Tamils risk all to flee Sri Lanka", meldet Al Jazeera. Das Ziel der Träume: Australien (2),(3),(4),(5). Hier die Google News Ergebnisse (2),(3). Das Problem ist nur, dass indischstämmige Menschen (ethnic Indians) dort derzeit nicht unbedingt willkommen (ToI) sind. Hierzu auch ein Link aus Spiegel Online. Die Reise durch den Indischen Ozean zur Westküste des Fünften Kontinents ist jedenfalls ziemlich genau 4900 Kilometer weit - das entspricht der Strecke von Großbritannien nach New York.

Samstag, 31. Januar 2009

Sri Lanka, die LTTE und die Medien

sri_lanka_medien
"We don't want crocodile tears, please!!" Diese Mail erreichte die epo.de-Redaktion, zusammen mit dem Vorwurf: "1 Woche - 827 Tote - 3500 Verletzte - 0 Berichte - Keine Medienberichte in Deutschland!!!". Eine Suche auf deutschsprachigen News-Seiten fördert zahlreiche Treffer zutage - dennoch müssen auch wir bei epo.de einräumen, dass längst ein Hintergrundbericht zum Thema fällig gewesen wäre. Doch woher authentische und verlässliche Informationen nehmen?

Die Regierungs Sri Lankas fährt eine Politik der Nachrichtensperre, die Tamilen-Bewegung verbreitet ebenso Propaganda wie die singhalesische Seite und die tamilische Diaspora hat den Konflikt in der Vergangenheit eher angeheizt als versachlicht. Die epo-Redaktion hat bei einem Treffen singhalesischer und tamilischer Gruppen Ende Oktober 2008 in Berlin angeboten, aktuelle Informationen aus Sri Lanka und von Exil-Gruppen aufzugreifen - doch nicht eine der versprochenen eMails erreichte die Redaktion bis dato.

So haben wir im MediaWatch Blog zumindest versucht, die wichtigsten politischen Entwicklungen zu verfolgen. Dennoch versprechen wir Besserung. (Klaus Boldt)

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka?

Aljazeera meldet, dass die sri lankische Armee jetzt Jaffna kontrolliert. Damit scheint der Bürgerkrieg auf der südasiatischen Insel entschieden - eine Auffassung, die auch die Island News teilt. In deutscher Sprache ist dazu bisher erst ein Beitrag in der Kleinen Zeitung zu finden. Allerdings hatte AFP schon am 9. Januar gemeldet, dass die sri lankische Armee den strategisch bedeutenden Elefantenpass genommen hat.

Montag, 3. November 2008

Sri lankische Armeeoffensive erfolgreich

Die jüngste Kampagne der srilankischen Armee gegen Stellungen der Befreiungstiger Tamil Eelam (LTTE) verläuft offensichtlich erfolgreich. Das jedenfalls legen die Zeitungsberichte der letzten Wochen nahe:

08. Okt. FOCUS: Sri Lanka: Regierungstruppen töten 45 Tamilen-Rebellen
13. Okt. Der Standard: Mindestens 30 Tote bei neuen Kämpfen
15. Okt. NZZ: Mehr als 50 Tote bei heftigen Gefechten in Sri Lanka
15. Okt. Tagesspiegel: Hunderttausende fliehen vor den Kämpfen
19. Okt.: Der Standard: Regierungstruppen melden weitere Geländegewinne
20. Okt.: Kleine Zeitung: Mehr als 40 Tote bei Gefechten in Sri Lanka

Die Gegenoffensive:
21. Okt.: Der Standard: Regierung: Selbstmordanschlag auf Handelsschiffe
28. Okt.: Der Standard: Reblllen-Luftangriff auf Militärbasis und Kraftwerk

Aber:
30. Okt.: Novosti: Sri Lanka: Armee vertreibt Tamil-Separatisten aus Flottenstützpunkt
Sogar Tamilpress.com brachte unlängst die Schlagzeile: “Sri Lanka : Karuna warnt vor vorschneller Siegesfreude”. In dem Beitrag heißt es: “Der neu zum Parlamentarier ernannte Karuna (alias Kommandeur Vinayagamurthy Muralitharan der sich 2004 mit 6.000 Kämpfern von der LTTE lossagte, die Red.) warnt vor vorschnellen Siegesmeldungen im Bürgerkrieg. Zwar sei die LTTE geschwächt, aber es könne kein Zeitplan gemacht werden, wann die LTTE besiegt wäre.”

Doch auch wenn die Website Recht damit hat, dass “bei den Angaben zu den Verlusten [...] vor allem bei der Armee mit Übertreibungen gerechnet werden” muss, scheint die große Zeit der LTTE endgültig vergangen.