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Sonntag, 21. Juni 2026

Strahlendes Afrika: Uran für die Welt

Afrikanische Länder wollen Atomkraft künftig verstärkt nutzen. Und auch als Uran-Lieferanten spielen einige eine bedeutende Rolle. 

Etwa 14 Prozent der weltweiten Uranproduktion stammen aus afrikanischen Ländern, vor allem aus Namibia, Niger und Südafrika. Diese Länder spielen eine bedeutende Rolle in der globalen Lieferkette und streben – wie Namibia und Südafrika – eigene Anlagen zur Herstellung von U3O8 (Yellow Cake) an.

Doch die interessantesten Entwicklungen bezüglich des Uranbergbaus in Afrika entfalten sich derzeit in Niger.

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Montag, 15. Juni 2026

Afrika: Atomstrom auf dem Vormarsch

Noch ist die Liste der Atomkraftwerke in Afrika ziemlich übersichtlich. Doch das dürfte sich bald ändern. Eine neue Technik spielt dabei eine besondere Rolle. Derzeit betreibt Südafrika das einzige in Betrieb befindliche Atomkraftwerk in Koeberg bei Kapstadt mit zwei Reaktorblöcken, die 1.854 MW leisten. 

Die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) zählt jedoch mittlerweile 16 weitere afrikanische Länder auf, die Atomkraftwerke bauen oder bauen wollen: Ägypten, Algerien, Äthiopien, Burkina Faso, Ghana, Kenia, Marokko, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sudan, Tansania, Tunesien, Uganda und Sambia. 

Und diese Liste ist nicht einmal vollständig. Denn inzwischen verfolgen auch Mali und Namibia solche Pläne. Allerdings sind die meisten dieser Vorhaben bloße Absichtserklärungen und haben derzeit das Stadium konkreter Planungen noch nicht erreicht.

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Dienstag, 7. Mai 2019

Gegenmaßnahmen

Iran plant offensichtlich Gegenmaßnahmen gegen die Kündigung des Atomabkommens durch die USA und die unilateral verhängten US-Sanktionen (Press TV). Da Europa bei der Aufrechterhaltung wirtschaftlicher Beziehungen zum Iran kläglich versagt hat, können dessen politischen VertreterInnen nur noch sehr begrenzt Einfluss auf das weitere Geschehen ausüben:
(...) partial reduction or total abolition of some of Iran’s commitments in addition to the resumption of some nuclear activities, which had come to a halt under the JCPOA, constitute the Islamic Republic's first steps in response to the US withdrawal from the nuclear deal and European countries' failure to fully comply with their commitments.
Weiter unten in dem Beitrag heißt es:
The US administration on Friday imposed sanctions on Iran's export of enriched uranium, but at the same time renewed three key waivers that will allow its European allies, Russia and China to cooperate with the Islamic Republic on civil nuclear program.
Wer wissen will, wie es in der Sache jetzt - nach Artikel 36 des Atomabkommens - weitergeht, sollte sich unbedingt die Mühe machen und den Press-TV Artikel ganz lesen.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Völlig am Thema vorbei

Makronom wartet mit einer spannenden Darstellung der bisher von der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) erfassten Schiedsgerichtverfahren zwischen Staaten und Investoren auf: "Schiedsgerichte urteilen nicht mehrheitlich zugunsten nternationaler Konzerne". Wer gerne selber bei der UNCTAD nachgucken will, kann das beim Investment Policy Hub tun.

MediaWatch findet die empirischen Ergebnisse höchst verdienstvoll und auch spannend, meint aber, dass die Argumentation bei Makronom völlig am Thema vorbei geht:
Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit Kosten stemmt, die durch unternehmerische Fehlentscheidungen - wie etwa die von Vattenfall - verursacht wurden. Vattenfall Deutschland wurde 2002 gegründet, ganze 16 Jahre nach der Tschernobyl-Katastrophe und zu einem Zeitpunkt, als der Atomausstieg gerade beschlossen war. Da darf es niemanden wundern, dass es noch einen Unfall gibt und eine Politikerin wie Angela-"Ich-finde,-an-einem-solchen-Tag-darf-man-nicht-einfach-sagen:-'Unsere-Kernkraftwerke-sind-sicher.'-Sie-sind-sicher."-Merkel umfällt wie eine Schaufensterpuppe bei Erdbeben. Wer eine unternehmerische Wette auf politische Tatbestände abschließt, muss auch mit Verlusten rechnen. Wer das nicht will, sollte sich ein anderes Geschäftsfeld suchen.

Das schwedische Unternehmen ist jedoch vor allem in den deutschen Markt eingestiegen, um stark subventionierte Braunkohle zu verstromen. Die macht drei Viertel der Vattenfall-Stromerzeugung aus. Da gibt es jetzt schon genug Konflikte. Würde Vattenfall auch gegen einen - klimapolitisch dringendst gebotenen - Kohleausstieg im Rahmen der Energiewende klagen? Und wird das politische Entscheidungsprozesse schon im Vorfeld beeinflussen? Das sind die Fragen, die den unbedarften Beobachter angesichts der ungehemmten Tätigkeit internationaler Schiedsgerichte wirklich beschäftigen.

Mittwoch, 26. November 2014

Die Schnittstellen

Während die deutschen Massenmedien versuchen, aus der eher dürren Tatsache Honig zu ziehen, dass die Atomverhandlungen mit Iran in die Verlängerung gehen (G-News dt.), werden andere wichtige Entwicklungen auf dem Sektor völlig verschlafen:

Die USA sollten mit Saudi Arabien ein Nuklearabkommen abschließen, rät Foreign Affairs. Dies werde nötig, wenn ein Abkommen über das iranische Atomprogramm zustande komme und entpreche den technologischen Wünschen Riads. Derzeit scheitern Gespräche scheinbar noch an der Frage, ob die USA bereit sind, Riad die Anreicherung von Uran zuzugestehen. Franzosen und Russen stehen auch schon in den Startlöchern, um (niedrig angereichertes) spaltbares Material an die absolutistisch herrschende Monarchie zu liefern. Anders als bei Iran (AA) scheint jedoch niemand "massiv" an der Friedfertigkeit der saudischen Atom-Bestrebungen zu zweifeln.

Die Ukraine legt sich ungern fest und kauft weiterhin Nuklearmaterial für die heimischen Reaktoren in Russland (Xinhua). Der letzte reguläre Liefervertrag ist allerdings im September 2014 ausgelaufen. Es geht um viele Millionen. Und während die Kanzlerin hier wichtige Gesprächsstrukturen zerstört und Köpfe rollen lässt, die sich in ihren Äußerungen zur Ukraine unbotmäßig zeigen und der deutschen Wirtschaft weiter schadet, macht man dort ganz pragmatisch über Kriegsgrenzen hinweg weiterhin Geschäfte miteinander. Natürlich muss Kiew Brennstoff für seine Atomkraftwerke auch in den USA einkaufen. Übrigens: Tschernobyl liegt in der Ukraine.

P.S.: Schon in den 80er Jahren lautete ein Argument gegen den atomaren Brennstoffkreislauf, dass man dabei leicht waffenfähiges Material gewinnen kann. Der Spiegel schrieb 1986:
Zwangsläufig ist die Wiederaufarbeitung von verbrauchtem Reaktorbrennstoff die Schnittstelle zwischen friedlicher und militärischer Atomkraft. Anlagen wie die in Wackersdorf sind (...) dafür ausgelegt, das radioaktive (und hochgiftige) Schwermetall Plutonium chemisch zu isolieren und herauszulösen.
In der Grafik oben entspricht diese Schnittstelle der gelben Box "spaltbares Uran und Plutonium" rechts.