Der
internationalen Initiative für einen transparenten Rohstoffsektor (EITI)
hat sich das Forum Umwelt und Entwicklung angenommen. MediaWatch zitiert aus
dem
Fazit des Policy Papers:
Bisher gibt es bei den Berichtsinhalten jedoch aufgrund des Konsensprinzips
(...) in der Regel eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner – sowohl
was die Offenlegung von Zahlungen als auch die Kontext-informationen angeht.
(...) Für die rohstoffpolitische Debatte in Deutschland haben die Berichte
(...) bisher nur wenig Mehrwert gebracht: Denn bisher nicht öffentlich
zugängliche Daten zum Rohstoffabbau, insbesondere zu umweltbezogenen
Zahlungen, fehlen (...). Der Zusammenhang zwischen Rohstoffabbau und
Klimawandel und die Klimaverantwortung der Rohstoffunternehmen wird noch nicht
ausreichend thematisiert. Auch für die Diskussion der internationalen
Verantwortung Deutschlands (...) bietet die D-EITI bisher keinen Raum.
Ein Drittel der Wegstrecke zu den 17 Nachhaltigkeitszielen für 2030 liegt hinter
uns. Das
Global Policy Forum
hat in bekannter Gründlichkeit
ein Handbuch vorgelegt, im dem die Fortschritte (oder der Mangel daran) für jedes einzelne SDG
nachzuvollziehen ist.
(...) die Bilanz nach fünf Jahren ist bestenfalls gemischt: (...) Positives
gibt es auf kommunaler und zivilgesellschaftlicher Ebene zu vermelden. Eine
wachsende Zahl von Städten und Gemeinden erarbeitet auf Grundlage der SDGs
eigene kommunale Nachhaltigkeitsstrategien. Überall auf der Welt formieren
sich soziale Bewegungen wie Fridays for Future, die Kernthemen der Agenda 2030
adressieren. Andererseits (...) steigt die Zahl der Hungernden und der
Menschen in extremer Armut, mindestens die Hälfte der Weltbevölkerung hat
keinen ausreichenden Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, die
Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen schreitet in alarmierendem Umfang
voran, eine Million Pflanzen- und Tierarten sind vom Aussterben bedroht.
Anhaltende Klimaerwärmung sowie wachsender Nationalismus und
Fremdenfeindlichkeit sind weitere gravierende Probleme.
Last not least ist der
aktuelle Schuldenreport
erschienen, der vor allem in diesen Blogeintrag aufgenommen wurde, weil sich die
Verschuldung vieler Entwicklungsländer verschärft hat. Ihr/Euer MediaWatch
Redakteur besteht allerdings darauf, dass nicht "die Coronakrise" die
Schuldensituation so verschärft hat, sondern die inadäquaten Reaktionen darauf.
Das es auch anders geht, haben Länder wie China und Vietnam eindrucksvoll
bewiesen. Dennoch ist die Entwicklung offensichtlich besorgniserregend wie
folgende Sätze belegen:
132 von 148 untersuchten Ländern sind kritisch verschuldet. (...) Grund für
die Verschärfung der Schuldenkrise ist die durch die Corona-Pandemie
ausgelöste globale Rezession, die in vielen Ländern zu einem dramatischen
Wirtschaftseinbruch geführt hat. (...) Deutschland hat 2020 als Gläubiger im
Rahmen des von der G20 angestoßenen Schuldenmoratoriums, der „Debt Service Suspension Initiative“ (DSSI), Schulden von etwa 135 Millionen Euro gestundet. (...)
Das für Schuldenerlassverhandlungen vorgesehene „Common Framework for Debt Treatments beyond the DSSI“ darf nicht nur auf Absichtserklärungen und wenige Einzelfälle beschränkt
bleiben. Alle hochverschuldeten Länder sollten eine Chance auf
Schuldenerleichterungen erhalten, um die dadurch freigewordenen Mittel im
Kampf gegen die Corona-Pandemie und zum Ausbau der einheimischen
Gesundheitssysteme einsetzen zu können. Dazu zählt auch, dass private
Gläubiger wie Banken und Fonds in Schuldenerleichterungen mit einbezogen
werden.