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Freitag, 25. Juli 2014

Fußnote "Protective Edge"

Wie schon 2008/2009 verwendet die Armee Israels auch bei ihrem aktuellen Feldzug "Protective Edge" in Gaza wieder Bomben, die weißen Phosphor enthalten (G-news engl.). Auf Deutsch ist bisher kein Wort darüber zu lesen gewesen. Und davon wird man hierzulande auch dann nichts hören, wenn die gerade vom UN Menschenrechtsrat eingesetzte Untersuchungskommission irgendwann ihren Bericht vorlegt. Das wird auch durch die Tatsache nicht besser, dass Israel und die USA die Vereinbarung nicht unterzeichnet haben, nach der keine Phosphorbomben gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden dürfen (wikipedia). Wer sich traut, kann hier ein Foto der langsam abheilenden Verletzungen eines Opfers von 2009 betrachten.

Wer spenden möchte, dem empfiehlt MediaWatch die Palästina-Aktion von Islamic Relief Deutschland. Auch medico international sammelt Geld für Nothilfe im Gaza-Streifen und hat schon sehr viel Erfahrung vor Ort sammeln müssen.

Montag, 21. Mai 2012

10 Jahre Krieg "gegen den Terror"

Im Irak sowie in Afghanistan und Pakistan hat der Krieg 'gegen den Terror' insgesamt 1,7 Millionen Menschen das Leben gekostet, davon etwa 1,5 Millionen im Irak. Zu diesem Ergebnis gelangt der IPPNW-Report "Body Count - Opferzahlen nach zehn Jahren Krieg gegen den Terror". Hat tip Nachdenkseiten. Die Autoren des Reports versuchen, zu einer "realitätsnahen Schätzung der Opfer asymmetrischer Kriege" zu gelangen. In einer Pressemitteilung wird IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Jens Wagner mit dem Satz zitierrt: "Präzisionswaffen ändern nichts am hohen Prozentsatz getöteter Zivilisten in asymmetrischen Kriegen". Hat sich also nix mit 'chirugischer Kriegsführung'.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung der International Physicians for the Prevention of Nuclear War: "Der Einsatz von Phosphorbomben, Streumunition, DIME- und Uranmunition sowie das brutale Vorgehen der Besatzungstruppen zum Beispiel in Fallujah und Basrah zeigten das unmenschliche Gesicht des Krieges."

Donnerstag, 16. Juli 2009

Anschuldigungen, schwer wie Blei


Berichte israelischer Gaza-Veteranen zeichnen ein aufschlussreiches Bild über die Operation "Cast Lead" (zu deutsch: Gegossenes Blei), die Israel Anfang des Jahres im Gaza-Streifen durchgeführt hat. Dies belegt ein aktueller Report der seit fünf Jahren bestehenden Organisation "Breaking the Silence" (Das Schweigen brechen) auf. Über 50 Soldaten berichten darin (anonym) von dem Kriegseinsatz, der rund drei Wochen gedauert hat.

Obwohl die Ergebnisse der entsprechenden Google-News-Suche ein vergleichsweise positives Bild der Berichterstattung im deutschen Sprachraum zeichnet, hat doch nur die taz einen Kommentar gewagt: Sie sieht den "Ende eines Mythos" gekommen, des "Mythos der moralischen Überlegenheit und der höchsten ethischen Standards" der israelischen Verteidigungskräfte.

Das Urteil von Amnesty International über "Cast Lead" - und die Kriegsführung der Hamas - fällt allerdings eindeutig aus: "Straflosigkeit für Kriegsverbrechen in Gaza und im südlichen Israel ist ein Rezept für künftiges Leiden der Zivilbevölkerung".

Es bleibt zu hoffen, dass eines Tages ein wirklich unabhängiges Gericht über diese Vorwürfe entscheiden kann. Laut taz fordert die israelische Armee ihre Offiziere heute schon auf, "Reisen in bestimmte, auch europäische Länder zu meiden, weil die Offiziere sonst Gefahr liefen, wegen ihrer Beteiligung am Gazakrieg festgenommen und unter Anklage gestellt zu werden".

Als einzige deutsche Hilfsorganisation hat sich medico international des Themas angenommen und einen längeren Bericht dazu auf der eigenen Website eingestellt. Das ist insofern konsequent, als dass medico traditionell humanitäre Hilfe in Gaza leistet.

"Cast Lead" kostete 10 israelische Soldaten das Leben. 3 israelische Zivilisten kamen bei palästinensischen Raketenangriffen um. Die Palästinenser haben mindestens 1166, vielleicht auch 1417 Menschenleben verloren (2).
Ein ähnliches krasses Missverhältnis von Verlusten zweier Seiten in einer gewaltförmigen Auseinandersetzung hat es wohl zuletzt 1993 gegeben, als ein us-amerikanischer Hubschrauber über der somalischen Hauptstadt Mogadischu abgeschossen wurde. Es ist davon auszugehen, dass sich derlei wiederholen wird.

P.S.: Bei der Suche nach {"downing of a us-helicopter" +Mogadishu +1993} informierte Google darüber, dass "zwei Ergebnisse" "aus Rechtsgründen" unterdrückt werden. Die "Informationen über diese Rechtsgründe" führten zu der URL http://www.chillingeffects.org/notice.cgi?sID=945.