Montag, 8. April 2024

Fundstücke CCCXXX

Brasilien gedenkt des Militärcoups vor 60 Jahren (Telesur). Die Armee regierte das riesige Land de facto bis 1985.

SenegalDer erst vor Kurzem aus der Haft entlassene Oppositionskandidat Bassirou Diomaye Faye ist direkt im ersten Anlauf zum neuen Präsidenten Senegals gewählt worden. Africa Confidential hat eine gute Wahlanalyse im Angebot.
Hinter ihm steht der populäre Ousmane Sonko, der selbst jedoch nicht kandidieren durfte. Sonko stammt aus der Casamance und gilt als engagierter Kämpfer gegen die Korruption. In Frankreich wird er den "Souveränisten" zugerechnet, also zu PolitikerInnen, die die Herrschaft der multinationalen Konzerne zurückdrängen wollen - zugunsten von mehr staatlicher Souveränität.

Sambia: China und die Vereinigten Arabischen Emirate liefern sich einen Bieterstreit um eine Beteiligung an einer Kupfermine in dem afrikanischen Land (The Cradle). 

Simbabwe erklärt den nationalen Notstand wegen einer brutalen Dürre (allafrica.com). 80 Prozent des Landes haben zu wenig Regen bekommen. Es werden zwei Milliarden US-Dollar gebraucht. Sambia schon vor einigen Wochen die Notbremse gezogen (der MediaWatchBlog berichtete).

Malawi ist ebenfalls schwer von Dürre getroffen

Algerien will ein riesiges Eisenerzvorkommen in der Sahara nutzen. Dazu baut China erst einmal eine 575 km lange Eisenbahnlinie und auch ein Stahlwerk.

Kambodscha wird wohl einen neuen Kanal bekommen, der es Phnom Penh ermöglichen würde, Waren auf dem Wasserweg in den Golf von Thailand zu transportieren, ohne auf Vietnam Rücksicht nehmen zu müssen (Asia Times). Auf dem Mekong ist dies nicht möglich, denn der mündet auf vietnamesischem Staatsgebiet ins Meer.
Gebaut und gemanagt wird das Projekt selbstverständlich von einer chinesischen Firma.   

Myanmar zerfällt scheinbar immer weiter. In den letzten Wochen gab es Berichte in der Tagesschau, der Asia Times, in The Interpreter sowie in The Diplomat, die sämtlich darauf hindeuten, dass die Junta in ernsten Schwierigkeiten ist.
China hält Manöver an der Grenze zu dem südostasiatischen Bürgerkriegsland ab.

Zwangsarbeit betrifft derzeit schätzungsweise 27,6 Millionen Menschen weltweit (ILO, Statista). Das sind 3,5 Opfer pro 1.000 Menschen (3,5 Promille) und markiert einen Anstieg von elf Prozent seit 2016. Damit hat sich das Problem verschärft, denn die Weltbevölkerung ist im gleichen Zeitraum um deutlich geringere 6,7 Prozent (von 7,5 auf 8 Mrd. Menschen) gewachsen.

Welternährung: Die BRICS-Staaten erwägen offensichtlich, eine eigene Getreidebörse einzurichten (Telepolis, SCMP).
Die fünf Länder stehen für 42 Prozent der weltweiten Ernten und für 40 Prozent des Verbrauchs.

Deutschland: Die Zahl der KindersoldatInnen in der Bundeswehr steigt auf über 1.000, meldet die Tagesschau. Wahrscheinlich ist es das, was unter "kriegstüchtig werden" zu verstehen ist. Der MediaWatchBlog hat immer wieder auf diese Verletzung des Zusatzprotokolls über Kindersoldaten zur UN-Kinderrechtskonvention hingewiesen …  

Spanien plant, Palästina diplomatisch anzuerkennen (The Cradle). 138 von 193 UN-Mitgliedsstaaten haben diesen Schritt bereits unternommen.

Rohstoffe: Die Lithiumpreise haben sich nach der Rally in 2022 und 2023 wieder normalisiert

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