Mittwoch, 9. Oktober 2019

Mindestbesteuerung von Multis?

Eine international abgestimmte Mindestbesteuerung multinationaler Unternehmen sei "in Sicht" meint der Wirtschaftsdienst (hat tip Zeit-Herdentrieb mit einer Kurzfassung). Innerhalb eines Inclusive Frameworks der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verhandeln mittlerweile 132 Staaten über ein entsprechendes Abkommen und die G20 ist wohl auch dafür.

Aber es gibt auch bereits erste Kritik (hat tip NDS, Hervorhebungen durch die Red.):
The first key finding is that that reallocation of taxing rights towards “market jurisdictions”, as it is currently understood, is likely to be of little benefit to non-OECD countries. Indeed, the proposal is likely to reduce revenues for a range of lower-income countries.
Second, all of the proposals deliver a much broader distribution of benefits if some element of taxing rights is apportioned according to the location of multinationals’ employment, and not only of sales.
Joseph E. Stiglitz fordert die Verhandlungsparteien denn auch auf, keine halben Sachen bei dem zu erwartenden internationalen Steuerabkommen zu machen (Project Syndicate):
Selbst wenn er [der Vorschlag zu Mindestbesteuerung] verabschiedet würde, würden die meisten Umsatzerlöse eines Unternehmens nach wie vor unter Ansatz des Transferpreissystems behandelt werden, und nur ein „Residualbetrag“ würde auf Formelbasis zugeordnet.
Stiglitz empfiehlt daher:
Als globale Mindestbesteuerung sollte ein mit der derzeitigen durchschnittlichen effektiven Unternehmenssteuer (rund 25%) vergleichbarer Steuersatz festgelegt werden. Andernfalls würden die globalen Unternehmenssteuersätze sich dem Minimum annähern, und was als Reform zur Erhöhung der Besteuerung der Multis gedacht war, hätte letztlich genau den gegenteiligen Effekt.

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