Dienstag, 1. November 2016

Fundstücke CCXXXV

Brasilien: Schaffen die USA ein, zwei viele Ukraine? Die Nachdenkseiten berichten von den Umtrieben US-finanzierter "NGOs", die sich um den Sturz von Dilma Rousseff bemüht haben. Das lässt sich zwar auch positiv deuten, nämlich als Hinweis darauf, dass der Einfluss der US-Regierung für eine direktere Einmischung nicht mehr ausreicht oder Washington diese aus anderen Gründen scheut. Wie erfolgreich diese militanten, knallhart neoliberalen, "freiheitlichen" Organisationen sind, werden die Wahlen im nächsten Jahr erweisen.

Kenia macht grad Freude: 2.747 Todesurteile sind in dem ostafrikanischen Land kürzlich in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt worden. Darüber jubeln 2.655 Männer und 92 Frauen - und natürlich MediaWatch (East African).
Außerdem gab es in Nairobi den ersten Schönheitswettbewerb für Albinos. Wer weiß, wie schwer es diese Menschen in vielen Ländern Afrikas haben, kann sich auch vorstellen, was eine solche Veranstaltung für sie bedeuten kann (Kronen Zeitung; mit guten Fotos).

Mosambik muss seinen Schuldendienst teilweise einstellen (erlassjahr.de). Rohstoffexporte hätten nicht die erwünschten Erlöse gebracht.

Saudi-Arabien ist wieder in den UN-Menschenrechtsrat gewählt worden (Telepolis).

Mongolei: Auch asiatische Länder trifft der Rohstofffluch... (N24, Handelblatt, DWN) Hat tip junge welt.

Indien: Hunger und Unterernährung sind nach wie vor endemisch auf dem Subkontinent. Für das Magazin Frontline ist das eine Titelgeschichte.

ICC: Burundi steigt aus dem Vertrag aus, der das Land bisher zu einem Mitglied des Internationalen Strafgerichtshof gemacht hat (IRIN). Südafrika stellt sich ebenfalls quer (SPON). Auch Gambia nutzt den miesen Leumund, den der ICC bei afrikansichen Staatsoberhäuptern hat, um seine Mitgliedschaft beim ICC zu beenden (Euractiv). Telepolis meint, die Zerfallserscheinung lägen an der "Arroganz des Westens".

Klimaschutz: Nach dem gehypten Pariser Klimaschutzabkommen geht es jetzt bei den Klimaverhandlungen im marokkanischen Marakesch ans Eingemachte befindet die IPG. Zwischen Anspruch un Wirklichkeit klaffe eine Lücke und die Ausssichten seien "düster".

Umwelt/Müll: Nicht Computer und Elektronik sondern Autobatterien stellen derzeit das größte Verschmutzungsproblem in Entwicklungsländern dar, wo sie im Hinterhöfen recycelt werden (Guardian). Das führt zu hohen Belastungen durch giftiges Blei.


Deutschland: In Berlin erinnert jetzt eine Gedenktafel an Martin Dibobe. Geboren mit Namen Quane a Dibobe in Bonapriso, Kamerun, war er als Zwanzigjähriger im Zusammenhang mit der großen "Völkerschau" auf der Kolonialausstellung im Treptower Park nach Berlin gekommen und hat später eine Schlosserlehre absolviert. 1902-1919 war er Zugführer der Hoch- und Untergrundbahn in Berlin. Zusammen mit 17 anderen Afrikanern in Deutschland (die ihn als ihren ständigen Vertreter im Reichstag vorschlugen) forderte er 1919 die "Selbstständigkeit und Gleichberechtigung" der Menschen in und aus den deutschen Kolonien.

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