Donnerstag, 2. Oktober 2014

Die große Konfrontation wird ausbleiben

Die NZZ beruhigt die Leserschaft mit dem Hinweis, dass die Demos in Hongkong "keine nachhaltig schädlichen Auswirkungen auf den Finanzdistrikt" haben werden (lesenswert!). Die Menschen auf der Insel seien "letztlich Pragmatiker, die ihren rasch wachsenden Wohlstand nicht leichtfertig aufs Spiel" setzten. Die South China Morning Post betont, dass die Geschäfte weiterhin normal verlaufen. Auch die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua gibt sich unaufgeregt und zitiert Hong Kongs Chefverwalter C.Y. Leung mit den Worten:
"It is understandable that different people may have different ideas about a desirable reform package. But it is definitely better to have universal suffrage than not. It is definitely better to have the CE elected by five million eligible voters than by 1,200 people."
China hatte schon Ende August 2014 vor Einmischung von außen in die Angelegenheiten Hongkongs gewarnt (Independent). Selbstverständlich wird Peking den Forderungen der Demonstranten keinesfalls entgegenkommen (Xinhua). (Auch Madrid erlaubt sich ja durchaus, das Referendum der Katalanen innerhalb von zwei Tagen zu verbieten (Telepolis).)

MediaWatch wagt zu prognostizieren, dass die von den hiesigen Medien beschworene Eskalation (G-News dt.) nicht stattfinden und der Protest sich verlaufen wird.

Kommentare:

  1. Natürlich haben die USA doch wieder ihre Finger im Spiel. Das bekannte Referendum (BBC), bei dem sich knapp 800.000 Menschen in Hongkong für ein unbeschränktes Wahlrecht ausgesprochen haben (davon die meisten aber nur online), ist vom National Democratic Institute finanziert worden. Das belegt der Jahresbericht des Centre for Comparative and Public Law, der juristischen Fakultät der Universität von Hong Kong (PDF).

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  2. Wem der Vergleich mit Katalonien spanisch vorkommt: US-Außenminister Kerry hat heute (2.10.) offen formuliert, dass er einen "höchstmöglichen Status an Autonomie" für Hongkong (Guardian) wünsche.

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