Dienstag, 25. Juni 2024

Migration der Millionäre

Die Reichtumsuhr für Deutschland am 29.09.2012. Foto: Bernd Schwabe in Hannover, CC BY-SA 3.0

Viele Millionäre verlassen ihre Heimat, obwohl sie dort reich geworden sind. Wo kommen sie her, was sind ihre Motive und wo gehen sie hin? Und hat das Konsequenzen für Herkunfts- und Aufnahmeländer?

Kapitalflucht ist ein altbekanntes Problem der Weltwirtschaft. Weniger bekannt ist dagegen, dass auch viele Kapitaleigner, vulgo Millionäre, ihre Heimat verlassen, obwohl sie dort ihr Glück gemacht haben.

Der Henley Private Wealth Migration Report 2024 zeigt, dass in diesem Jahr voraussichtlich weltweit 128.000 Millionäre ihr Heimatland verlassen werden. Damit wird der bisherige Rekord aus dem letzten Jahr von 120.000 Reichen deutlich übertroffen.

Diese wachsende Migration von vermögenden Privatpersonen (high-net-worth individuals, HNWI) spiegelt einen Trend der breiteren Wohlstandsmigration, die durch geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und soziale Umwälzungen angetrieben wird.

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Donnerstag, 13. Juni 2024

Indiens Atomstreitmacht wächst

Skizze des Atom-U-Bootes INS Arihant. Grafik: Ajbura, CC BY-SA 4.0

Indien baut einen Bunker für seine atomar bewaffnete U-Boote, die gegen Pakistan und China gerichtet sind. Die Kräfteverhältnisse in der Region sind im Fluss. Wird Delhi sich behaupten können? 

Kürzlich berichtete der Indian Defense Research Wing, dass Indiens ehrgeiziges Projekt Varsha (zu Deutsch etwa "Regen"), ein weitläufiger, 1.680 Hektar großer Marinestützpunkt, an der Ostküste des Subkontinents bei Rambilli rasch Gestalt annimmt. 

Das Projekt beinhaltet einen strategischen Marinestützpunkt, der eine Flotte von später einmal zwölf Atom-U-Booten beherbergen soll, die mit ballistischen Raketen bewaffnet sind (Ship Submersible Ballistic Nuclear, SSBN). Es handelt sich um einen unterirdischen Komplex, der auch als U-Boot-Bunker dienen wird.

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Montag, 10. Juni 2024

Update Sudan

Der Sudan und Russland sind im Begriff, eine Reihe von militärischen und wirtschaftlichen Abkommen zu unterzeichnen, darunter auch die Einrichtung eines russischen Zentrums für die logistische Unterstützung der Marine am Roten Meer. Das berichtet die Sudan Tribune unter Berufung auf den stellvertretenden Oberbefehlshaber Yasir al Atta. 

Dieser Vorgang ist insofern bemerkenswert, als die bedeutende russische private Sicherheitsfirma Wagner zu Beginn des Bürgerkrieges im Sudan aufseiten der aufständischen Rapid Support Forces (RSF) aufgetreten waren. Nach dem Tod des ehemaligen Wagner-Kommandeurs Pawel Prigoschin übernahmen jedoch staatliche russische Stellen das Management der Beziehungen zu Khartum.

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Montag, 3. Juni 2024

Fundstücke CCCXXXI

Neukaledonien/Frankreich: Ein spannendes Stück zu den jüngsten Unruhen in der französischen Nickelkolonie bietet Cicero. Solche Beiträge dürfte es im deutschen Sprachraum ruhig öfter geben. Der prowestliche Zungenschlag in dem Beitrag tut dessen Qualität nur geringen Abbruch.

Israel: Der Bericht, wie der als "Künstliche Intelligenz" bezeichnete Algorithmus "Lavender" funktioniert, den die israelische Armee als Ausrede nutzt, um PalästinenserInnen abzuschlachten, kommt ursprünglich von +972.
Makroskop untersucht detaillierte Vorschläge, welche Hebel die Europäische Union ansetzen könnte, um Israel zu einer Abkehr von seinem kriegsverbrecherischen Kurs zu bewegen.
Die IPG zeigt weiterhin Mumm bei ihrer Nahost-Berichterstattung: "Regeln für alle. Der Internationale Strafgerichtshof sendet mit dem Antrag auf Haftbefehl gegen Israels Premier Netanjahu und Hamas-Führer Sinwar ein wichtiges Signal."

Foto: US Army, CC0 1.0

Welternährung: Russlands Getreidediplomatie ist ziemlich erfolgreich, muss die Asia Times zähneknirschend zugeben. Erst kürzlich wurde zudem bekannt, dass Moskau eine BRICS-Getreidebörse gründen will, die Chicago Konkurrenz machen soll.

Schulden: Der Schuldenreport 2024 ist erschienen. Misereor und erlassjahr.de beklagen, dass die Staaten des Globalen Südens so viel Schuldendienst wie noch nie leisten müssen. In 45 Staaten flössen mehr als 15 Prozent der Staatseinnahmen an ausländische Gläubiger.  

Frieden: Im Jahr 2023 gab es nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI weltweit 63 multilaterale Friedensoperationen in 37 Ländern - eine weniger als im Jahr 2022. Davon wurden 20 von den Vereinten Nationen durchgeführt und weitere 38 wurden von regionalen Organisationen und Bündnissen durchgeführt. Die übrigen 5 liefen auf Initiative von Ad-hoc-Koalitionen von Staaten. Von den 63 Operationen fanden 24 in Afrika südlich der Sahara, 19 in Europa, 14 im Nahen Osten und Nordafrika, aber nur jeweils drei 3 in Asien und Amerika statt.

Umwelt: In Indonesien, Malaysia und Papua-Neuguinea gibt es dreimal so viele Straßen durch die Dschungel wie offiziell ausgewiesen (Science Alert).

Erdüberhitzung: Die aktuelle Hitzewelle in Südostasien ist genauso schlimm wie letztes Jahr. Die Temperaturen übersteigen teils apokalyptische 50 Grad Celsius und werden damit überaus tödlich. Hitzerekord auch in Indien. In der Hauptstadt Delhi werden 52,3 Grad Celsius gemessen.

Grafik: Contains modified Copernicus Sentinel data 2022, Copyright: EU-Verordnungen

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) investiert nach wie vor über Steueroasen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dabei geht es wenig transparent zu und den eigentlichen Zielländern werden Steuern vorenthalten. Zu diesem Schluss kommt das Netzwerk Steuergerechtigkeit in einer Studie.

Ernährung: Nestle hat es immer noch nicht begriffen, wie ein Beitrag in der Economic Times belegt.

Mittwoch, 15. Mai 2024

Schwellenländer immer bedeutender

BRICS+ (blau); Antrag auf Beitritt (orange); Interesse (gelb). Grafik: MathSquare, CC0 1.0

Aufsteigende Staaten des Globalen Südens mit größerer Bedeutung in Weltwirtschaft. Dazu tragen Rohstoffe bei. Es gibt daneben aber eine qualitative Änderung.

Folgt man den Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) im World Economic Outlook vom April gibt es in den nächsten fünf Jahren zwei Gruppen von Ländern, die das Wachstum der Weltwirtschaft antreiben.

Die weltweit am schnellsten wachsenden Schwellenmärkte (jährliche durchschnittliche Wachstumsraten in Prozent; Prognose 2024–2029) sind:

  1. Guyana 19,8 Prozent
  2. Mosambik 7,9 Prozent
  3. Ruanda 7,2 Prozent
  4. Bangladesch 6,8 Prozent
  5. Äthiopien 6,7 Prozent
  6. Niger 6,7 Prozent
  7. Uganda 6,6 Prozent
  8. Indien 6,5 Prozent
  9. Vietnam 6,4 Prozent
  10. Senegal 6,3 Prozent

Zusammengenommen repräsentieren diese Länder eine Bevölkerung von fast zwei Milliarden Menschen.

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Montag, 13. Mai 2024

Krypto in Nigeria

Foto: Binance, CC-BY-4.0

Binance, die weltweit größte Handelsplattform für Kryptowährungen, wurde in den letzten Jahren von Aufsichtsbehörden in den USA, Europa und Asien wegen Compliance- und Datenproblemen sanktioniert.

Im November letzten Jahres wurde das Unternehmen in den USA mit einer Strafe von 4,3 Milliarden US-Dollar belegt, weil es viele Tausende Transaktionen ermöglicht hatte, die mit organisierter Kriminalität, gewalttätigem Extremismus, sanktionierten Ländern und Personen sowie Pädophilenringen in Verbindung standen. Changpang Zhao, der ehemalige CEO wurde in den USA zu einer viermonatigen Haftstrafe verurteilt.

Zhao hatte Binance im Jahr 2017 gegründet. Ein Firmensitz ist nicht bekannt, das Untrernehmen auch sonst nur schwer greifbar. Nun gerät das Unternehmen in Nigeria zunehmend unter Druck. Denn jetzt steht Zhaos Nachfolger, Richard Teng, der aktuelle CEO von Binance, vor einem Rechtsstreit mit der nigerianischen Regierung.

Wie Africa Confidential berichtet, behaupten Beamte in Abuja, dass Binance die drittgrößte Wirtschaft Afrikas fast zerstört hätte, indem es Geldwäsche in großem Stil ermöglicht hat.

Der Handel mit Milliarden von nigerianischen Naira über die Binance-Plattform habe die Instabilität der Währung in kritischen Phasen Ende 2023 und Anfang dieses Jahres verschlimmert.

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Freitag, 10. Mai 2024