"Niebels ersten Sündenfall" sieht das Neue Deutschland darin, dass Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) künftig NROs finanziell maßregeln will (2), "wenn einige Nichtregierungsorganisationen eine besondere Bundeswehrferne pflegen wollen". Das war mit Bezug auf Afghanistan gefallen doch
"Niebel droht Hilfsorganisationen", befindet die taz und zitiert den VENRO-Uli Post: "Es ist lebensgefährlich, zu nah am Militär zu arbeiten, weil wir nicht mehr als unabhängig und unparteiisch wahrgenommen werden."
Schade: Hier hätte der von der Welthungerhilfe kommende Uli Post ruhig klar stellen können, dass Hilfsorganisationen, die mit dem Militär zusammenarbeiten, helfen, militärische Zielsetzungen zu verwirklichen. Damit können sie keinesfalls mehr "unabhängig" sein. Bei diesem Thema geht es um viel mehr als um die Frage, wie mögliche Empfänger die Geber "wahrnehmen".
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Freitag, 18. Dezember 2009
Fundstücke L
Währenddessen wird über die Zahl der Opfer des Konflikts in Kolumbien gestritten: amerika21 geht von zwischen 150.000 und einer halben Million (!) Todesopfern in den letzten 30 Jahren aus.
Über unerwünschte "Nebenwirkungen" der Arbeit von NRO-Entwicklungsexperten im Tschad berichtet IRIN.
Eine spannende Reportage über Aninatou Haidar hat der Freitag aus dem Guardian übernommen. Die Sahraui aus El Aaiún, Westsahara "ist auf dem Flughafen von Lanzarote im Hungerstreik und dem Tode nah. Ihr wurde die Einreise in ihr eigenes Land verwehrt, weil sie sich geweigert hatte, auf dem Ausreiseformular „marokkanisch“ als Nationalität anzugeben."
Bangladesch hat auf die Wünsche der UN reagiert und eine ausschließlich aus Frauen bestehende Friedenstruppe aufgebaut. Das ist mit Sicherheit eine klasse Idee, um Vergewaltigungen und Prostitution im Rahmen von UN-Friedeneinsätzen zu minimieren und könnte Beispiel gebend für derartige Einsätze werden. Al Jazeera weiß genaueres.
Die Frage ob - und wenn ja unter welchen Bedingungen - Mohamed El-Baradei, der scheidende Präsident der Internationalen Atomenergiebehörde als Präsidentschaftskandidfat in Ägypten (2), (3) antreten wird, beschäftigt Al Ahram weekly.
Es gebe auch Gewinner des "Kriegs gegen den Terror", ist sich die junge welt sicher und hebt den Rüstungsexportbericht der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung auf die Titelseite der Ausgabe vom Di. den 15.Dez.09. Danach ist der Wert deutscher Waffenexporte zwischen 2007 und 2008 um über ein Drittel auf 5,78 Mrd. Euro gestiegen.
"Finanzmarktstabilität hat eben ihren Preis", meint die FTD und liefert einige interessante Vorschläge zu verbesserten Eigenkapitalregeln der Institute ( - expliziert am Beispiel der Deutschen Bank und mit betriebswirtschaftlichen Eckdaten unterlegt).
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Kopenhagen Umschau
Hier die Zusammenstellung aller Nachrichten von epo.de zum Klimagipfel.
Wer sich über den Fortgang der Protestaktionen genauer informieren will, ist sicher mit indymedia am besten bedient.
Stellvertretend für eine kaum absehbare Fülle an Specials zum Klimawandel und zu Kopenhagen hier nur drei Hinweise: Spiegel Online hat einige Hintergründe zusammengestellt und auch die ARD bietet ein umfassendes Info-Angebot. Noch weitere Verbreitung dürften allerdings die Meldungen finden, die die Bildzeitung so raushaut ("Verhindert China die Rettung der Welt?" (2), (besser: 3), (4)).
Da im Folgenden (fast) nur Stimmen aus dem Süden aufgegriffen werden, verweisen die unten stehenden Links auf Angebote in englischer Sprache:
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Sonntag, 13. Dezember 2009
"Spot the antisemite"
Beim Boykott gegen Produkte aus Südafrika zu Zeiten des Apartheidregimes ging es auch keineswegs darum, Schwarze zu diskriminieren...
Freitag, 11. Dezember 2009
Fundstücke XLIX
Einen aufschlussreichen Artikel über Mexiko bietet die junge welt: "Opfer der NAFTA".
Also doch ein Coup-Versuch: Die Junta in Guinea räumt unter den ihr verdächtig scheinenden Militärs auf, meldet Al Jazeera. Die Indizien für eine Beteiligung Frankreichs an den Vorfällen mehren sich.
Nicht nur südasiatische Gastarbeiter sondern auch viele Arbeitskräfte, die aus den Philippinen stammen, dürften unter der Pleite von Dubai World leiden. Das jedenfalls fürchtet die Asia Times online.
Die Fundstücke diesmal mit gleich zwei Radiotipps:
Aufklärung über "Deutschland und die Menschenrechtsverletzungen in seinem afghanischen Regionalkommando" verspricht ein Feature des WDR5. Bezug wird hier auf systematische Verteibungen und Morde an Paschtunen, die im Norden von Afghanistan in der Minderheit sind. Sendedatum: So., 13.12., 11:05 Uhr & Mo., 14.12., 20:05 Uhr, WDR 5
"Warum afrikanische Jugendliche nach Europa flüchten", will WDR3 in einem "Kulturfeature" klären. Sendedatum: 19. Dezember, um 12.05 Uhr, WDR 5.
Beide Sendungen stehen zudem nach nach der Ausstrahlung für eine gewisse Zeit zum Download im Netz bereit.
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Fundstücke XLVIII
Ernstzunehmende ethnische Ungleichgewichte zwischen Tadschiken und Paschtunen beim Aufbau der Streitkräfte in Afghanistan macht die Asia Times aus.
Lässt Israel einen möglichen Ersatzkandidaten für den scheidenden Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas aus dem Gefängnis frei? Laut Asia Times könnte es so kommen.Es geht um Marwan Barghuthi.
"Fast Internet drives boom in illegal private forex trading", stellt der East African fest. Insbesondere in Kenia ist dies ein Problem - dass die Zentralbank und die Behörden offensichtlich aber kalt lässt. Vielleicht ist man sich auch schlichtweg nicht sicher, ob privates trading verboten ist.
"Sin Patron: Stories From Argentina's Worker-Run Factories". Ein Buchtipp von Z-Net. Das Buch handelt davon, wie ArbeiterInnen nach der 2001 / 2002er Krise Betriebe in Eigenregie weiter führten.
Ist das nun Volkes Stimme oder nicht doch die der Eliten? "Was halten Sie vom Schweizer Minarettverbot" fragt die FTD ihre LeserInnen. 67 Prozent finden die Entscheidung "souverän". Das restliche Drittel teilt sich zu in 17 Prozent "provinziell" und 16 Prozent "rassistisch" auf. Und wenn man schon nach der Meinung der Eliten fragt, ist auch ein Artikel in der taz aufschlussreich und (zum gleichen Thema mit anderem Tenor) einer in der WoZ.
Kaum wundern können solche Ergebnisse, wenn man bedenkt, wie diese Denke von offizieller Seite unterstützt wird. Angesichts dessen, was die NRZ erfreulich kritisch über die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler berichtet, sollten sich bestimmte ethnische und religiöse Minderheiten in der Bundesrepublik schon mal warm anziehen. Auch die SZ weiß genaueres. Hat tip für die beiden letzten Links geht einmal mehr an die Nachdenkseiten.
Gute Cartoons für fast jedes (entwicklungs)politische Thema finden sich bei den britischen Polyp-Cartoons.
Lässt Israel einen möglichen Ersatzkandidaten für den scheidenden Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas aus dem Gefängnis frei? Laut Asia Times könnte es so kommen.Es geht um Marwan Barghuthi.
"Fast Internet drives boom in illegal private forex trading", stellt der East African fest. Insbesondere in Kenia ist dies ein Problem - dass die Zentralbank und die Behörden offensichtlich aber kalt lässt. Vielleicht ist man sich auch schlichtweg nicht sicher, ob privates trading verboten ist.
"Sin Patron: Stories From Argentina's Worker-Run Factories". Ein Buchtipp von Z-Net. Das Buch handelt davon, wie ArbeiterInnen nach der 2001 / 2002er Krise Betriebe in Eigenregie weiter führten.
Kaum wundern können solche Ergebnisse, wenn man bedenkt, wie diese Denke von offizieller Seite unterstützt wird. Angesichts dessen, was die NRZ erfreulich kritisch über die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler berichtet, sollten sich bestimmte ethnische und religiöse Minderheiten in der Bundesrepublik schon mal warm anziehen. Auch die SZ weiß genaueres. Hat tip für die beiden letzten Links geht einmal mehr an die Nachdenkseiten.
Gute Cartoons für fast jedes (entwicklungs)politische Thema finden sich bei den britischen Polyp-Cartoons.
Dienstag, 1. Dezember 2009
Crosscheck Pakistan, Dez. 2009
Wir hören kein Wort mehr von den immer noch über 100.000 Flüchtlingen in den North-Western-Frontier-Provinces (NWFP) (Provinz Nr. 2 auf der Karte) in Pakistan, die auf Hilfe vom UNHCR angewiesen sind, um über den Winter zu kommen.
Denn die pakistanische Armee hat den Krieg schon längst in die sogenannten Stammesgebiete, nach Südwasiristan getragen (Provinz Nr.6) wo derzeit die Operation "Pfad der Erlösung" vergleichsweise erfolgreich verläuft. Das zumindest meint Hassan Abbas, der in einem Project-Syndicate Beitrag dem gebeutelten südasiatischen Land (und den NATO-Truppen in Afghanistan) die nächsten Hausaufgaben in's Heft diktiert:
Denn die pakistanische Armee hat den Krieg schon längst in die sogenannten Stammesgebiete, nach Südwasiristan getragen (Provinz Nr.6) wo derzeit die Operation "Pfad der Erlösung" vergleichsweise erfolgreich verläuft. Das zumindest meint Hassan Abbas, der in einem Project-Syndicate Beitrag dem gebeutelten südasiatischen Land (und den NATO-Truppen in Afghanistan) die nächsten Hausaufgaben in's Heft diktiert:
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