Montag, 20. Januar 2020

Fundstücke CCLXXVIII

Argentinien: Joseph Stiglitz lobt die Berufung von Martin Guzmán zum Wirtschaftsminister der neugewählten Regierung in Buenos Aires. Guzmán sei einer der weltweit führenden Experten zum Thema Staatsverschuldung "und damit der richtige Mann am richtigen Platz" findet der US-amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger. Schließlich habe die rechte Vorgängerregierung mehr Schulden hinterlassen, als Argentinien bezahlen könne.
Dass die neue Regierung alte Fehler mache, wirft Telepolis Buenos Aires vor. Der Versuch, den Bergbau wiederzubeleben, führe in die Extraktivismus-Falle.
Eine erste Zwischenbilanz des Regierungswechsels zieht amerka21.

Kolumbien: Ungefähr 200.000(!) nicht identifizierte Tote wurden während des Bürgerkrieges in Kolumbien verscharrt (amerika21). Ermittler sprechen von einem "komplexen System der Vertuschung".

Bolivien: Zwei Monate nach dem Putsch gegen Evo Morales wird deutlich, wie gut die Aktion vorbereitet war bzw. dass sie zumindest von massiver, vollautomatisierter Propaganda in den Sozialen Netzwerken begleitet wurde. Wer wissen will, wie so etwas läuft sollte bei den Nachdenkseiten nachlesen.

Indien: Die hindunationalistische Regierung lässt kritische Demonstrantinnen wahlweise von Schlägertrupps oder Polizei zusammenschlagen (oder -schießen). Belege dafür legt Gilbert Kolonko in Telepolis vor. Lesenswert. Das Project Syndicate lässt eine betroffene Professorin zu Wort kommen.
Der Generalstreik vom Jahresanfang wird auf die Hardliner in Delhi wahrscheinlich wenig Eindruck gemacht haben. Ein Abgleich der Berichte von Sputnik und der Tagesschau lohnt. Zudem sollte man bei Kontrast.at noch den Abschnitt über das neue Arbeitsmarktgesetz lesen. Nur in der Zusammenschau aller Berichte wird die Lage (wenigstens in Umrissen) erkennbar.
Die Asia Times sieht zwei indische Telekom-Konzerne in Gefahr, weil diese umgerechnet über sieben bzw. über fünf Milliarden US-Dollar Steuern nachzahlen müssen.

Iran: Welche fatalen Auswirkungen der Wirtschaftskrieg gegen den Iran hat, kann man in der Asia Times nachlesen. Selbst wenn nur jede zweite Zahl tatsächlich präzise stimmen sollte, sieht es zimlich ernst aus. In den Nachdenkseiten wird ähnliches Material präsentiert, aber deutlich kritischer argumentiert.

Syrien: Die USA und Saudi-Aramco schließen Verträge - über syrische Erölvorkommen (Telepolis). Was einerseits einfach eine bodenlose Unverschämtheit ist, könnte sich andererseits als Beginn einer Annäherung von verfeindeten mittelöstlich-arabischen Lagern entpuppen. Es lohnt sich, den Beitrag genau zu studieren, denn die Details sind aufschlussreich.

Westafrika/Wirtschaft: Aus dem Franc-/CFA soll demnächst vielleicht der ECO werden (Telepolis). Ob dann der feste Wechselkurs zum Euro (vermittelt über die französische Nationalbank) aufgegeben wird, scheint allerdings sehr fraglich. Spannend zu lesen ist in diesem Zusammenhang ein Kommentar im nigerianischen Vanguard und ein Artikel in der Ghanian Times. Die beiden Länder sind eingeladen, bei der neuen westafrikanischen Währung mitzutun. Sie wollen aber einen flexiblen Wechselkurs und einen Währungskorb zur Absicherung nutzen, statt der ausschließlichen Fixierung auf den Euro.

Senegal/Müll: Wer wissen will, wie die globalisierte Müllwirtschaft funktioniert und außerdem (endlich mal wieder) eine klassische, wirklich lesenswerte und exzellent gemachte Reportage lesen möchte, sollte dieses Stück in der Nation studieren. Beispielhaft.

Forstwirtschaft/China: Über die sehr erfolgreichen Wiederaufforstungsbemühungen in der Volksrepublik hat Ihr/Euer ergebenster MediaWatch-Redakteur einen Beitrag für Telepolis gemacht.

Kunst/China: Ina Zeuch hat eine spannende Ausstellung besprochen, die im letzten Herbst im chinesischen Wuhan gelaufen ist.

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