Mittwoch, 19. Juni 2019

Denn der "freie" Markt richtet es...

...zugrunde.


Die Elfenbeinküste und Ghana haben einen Mindestpreis für Kakaobohnen beschlossen: 2.600 US-Dollar die Tonne. Darunter wollen die beiden Länder, die 60 Prozent der Weltkakaoernten einbringen, die braunen Bohnen nicht mehr vermarkten.
Auf 100 Milliarden Dollar wird der weltweite Markt für Schokoladenerzeugnisse geschätzt, aber nur sechs Milliarden Dollar gehen an die Produzenten der Kakaobohnen. Die komplette Wertschöpfung findet (...) außerhalb der Erzeugerländer statt. (...) Schokoladenfirmen können Engpässe durch Reserven ausgleichen oder ihre Rezepturen verändern. Die Bauern dagegen haben keinen Spielraum. Anders als beim Reis- oder Weizenanbau können sie sich mit ihrer Ernte nicht einmal selbst ernähren. Sie müssen verkaufen, sonst haben sie nichts.
weiß die Deutsche Welle zu berichten. Schlimmer noch:
"Der Mindestpreis von Fairtrade [sic!] lag bisher bei 2000 Dollar pro Tonne", so [Friedel] Hütz-Adams [von Südwind]. Auch wenn jetzt eine Erhöhung geplant sei - "der Preis reicht nicht aus, um die Bauern flächendeckend aus der Armut zu holen".
Und Reuters berichtet:
About 1.6 million children are estimated to work in cocoa production in Ivory Coast and Ghana, some for their parents and some trafficked from other countries, according to a 2018 report by the Walk Free Foundation.
Wir lernen: Auch wer faire Schokolade kauft, kann also keineswegs sicher sein, das dieser gezielte Konsum die Kleinbauern vor Hunger und ihre Kinder vor Arbeit schützt.


FAZ und DLF melden, dass die Preissetzung von den Käufern akzeptiert worden sei. Das heißt aber noch nicht, dass sie Bestand haben wird. Denn bei der Preissetzung haben auch Brasilien, die Dominikanische Republik, Gabun, Guinea, Indonesien, Kamerun, Kolumbien, Malaysia, Nigeria, Togo und Venezuela mitzureden. Steigen die Preise, könnten Bauern in diesen Ländern ihre Produktion ausweiten, was die Preisstabilität erneut gefährden würde.

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