Dienstag, 9. April 2019

Fundstücke CCLXVI (Videoausgabe)

Libyen: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Weil der "abtrünnige" (Tagesspiegel) Chalifa Haftar jetzt die Hauptstadt Tripolis einnehmen will, drohen die USA, Frankreich, Italien, Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate ganz selbstverständlich mit Einmischung: "Our governments (...) will hold accountable any Libyan faction that precipitates further civil conflict." Der mit Abstand beste Lagebericht in deutscher Sprache ist bei Telepolis zu finden.

Palästina: So sieht es in Gaza aus, nachdem die israelische Armee "Stellungen der Hamas" bombardiert hat:
Wer Näheres wissen will, dem/der sei ein Bericht aus +972 ans Herz gelegt.

Rüstung: Den Begriff Massenvernichtungswaffe schlägt in telepolis für die seit dem Kosovokrieg von den USA und der NATO verwendete Uranmunition vor. Klingt merkwürdig. Doch der Blick auf die Opferzahlen (vor allem Leukämie- und Krebstote) macht schnell deutlich, warum die Überschrift gewählt wurde. Der Vollständigkeit halber sei hier neben dem Interview auch die Doku "Todesstaub: Uran - Munition und die Folgen" von Frieder Wagner verlinkt bzw. eingebettet.
Die Weltgesundheitsorganisation durfte im Irak auf betreiben der USA keine Feldforschungen zu dem Thema starten. Dennoch ist klar: Das Zeug gehört verboten und die Anwender wegen Kriegsverbrechen strafrechtlich verfolgt.

Wirtschaft: Wenn sogar die mit den USA sympathisierende Asia Times zugesteht, dass China den von US-Präsident Donald Trump vom Zaun gebrochenen Handelskrieg wohl gewinnen wird, kann dieses Ergebnis kaum noch bestritten werden. In Peking empfindet man offensichtlich Genugtuung. In den letzten 15 Jahren sind die chinesischen Exporte von 36 Prozent des Bruttonationaleinkommens auf 20 Prozent zurückgegangen. Das Wirtschaftswachstum liegt weiterhin bei 6,5 Prozent pro Jahr.

Wirtschaft gerinnt zu Biologie: Armut manifestiert sich im menschlichen Genom (Science Daily). Offensichtlich werden etwa zehn Prozent(!) unseres Genoms ggf. von Armut beeinflusst. Als nächstes soll untersucht werden, ob - und wenn ja mit welchen - vor allem gesundheitlichen Konsequenzen arme Menschen zu rechnen haben.

Landwirtschaft: Zum zweiten Mal innerhalb von zehn Jahren decken die Welt-Getreideernten nicht den  Bedarf. Was sich bei uns als Preiserhöhung für Getreideprodukte (und für Eier, Milch und Fleisch) niederschlägt kann die Zahl der Unterernährten und akut Hungernden in Entwicklungsländern erneut ansteigen lassen.

Friedenssehnsucht oder Agitprop? Als pakistanisch-indische Nachbarinnen treten Bushra Ansari und Asma Abbas, zwei pakistanische Schauspielerinnen auf und werben für friedliche Koexistenz der beiden südasiatischen Länder. Hat tip Dawn.
Pakistan hat nach der Auseinandersetzung mit Indien im Februar eine bemerkenswert clevere Politik des Appeasement aus scheinbar überlegener Position betrieben. Das Video kann durchaus als ein weiterer professionell gemachter Beleg dafür verstanden werden.


Kultur: Über "Global loser" hat Ina Zeuch anlässlich der Videonale 17 in Bonn geschrieben und zwei Beiträge aus dem Ausstellungsprogramm herausgegriffen.

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