Montag, 30. Juli 2012

Fundstücke CXLIX

Neue französische Afrikapolitik? Das darf nach den Erfahrungen während der Amtszeit Mitterands bezweifelt und muss zumindest noch länger beobachtet werden. Francois Hollande erlässt der Elfenbeinküste jetzt umgerechnet vier Milliarden US-Dollar Schulden (Al Jazeera). Der Pariser Club hatte zuvor allerdings bereits einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Für viele ist der Bürgerkrieg in Sri Lanka auch nach drei Jahren noch nicht zu Ende. Sie suchen weiterhin ihre Angehörigen, die zu den mehreren Tausend Vermissten gehören (Asia Times).

Das Schicksal der muslimischen Rohingya in Myanmar scheint hierzulande kaum jemanden zu interessieren (G-News). In der islamischen Welt wird die Vertreibung der 800.000 Menschen zählenden Volksgruppe als weiteres Beispiel für die Ignoranz des Westens gegenüber der Unterdrückung von Muslimen gewertet (G-News engl.) Die Ministerpräsidentin von Bangladesch meint laut Al Jazeera, dass das arme südostasiatische Land keine Flüchtlinge aufnehmen kann.

Indien versucht das Elektronikschrott-Recycling zu regulieren (junge welt).

China will in den nächsten Jahren massiv im Ausland investieren. Die chinesischen Auslandsinvestitionen sollen die ausländischen Direktinvestionen in China künftig aufwiegen oder übertreffen (Xinhua). So sehen kluge gesamtwirtschaftliche Konzepte aus, die den hiesigen Neo-Merkantilismus und das dazugehörige Standortdenken intelektuell weit hinter sich lassen. 

MediaWatch bittet alle LeserInnen, immer wieder einmal zu versuchen, SANA, die Nachrichtenagentur Syriens, anzuklicken: www.sana.sy. Die ist seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar und höchstwahrscheinlich ein Fall von Internetzensur. Für Rückmeldungen ist MediaWatch dankbar.

Palästina hat fünf Athleten nach London entsandt (Al Jazeera).

Honduras im Rückwärtsgang: Nach der gerichtlichen Annulierung einiger ihrer Landtitel lassen Großgrundbesitzer in der Region Bajo Aguán Bauernaktivisten ermorden (amerika21).

US-Drohnen sollen künftig über Lateinamerika fliegen (amerika 21).

Es gibt jetzt eine neue Studie zu der Tatsache, dass christliche Fundamentalisten (vor allem aus den USA) in Afrika Stimmung gegen Abtreibungen und gleichgeschlechtliche Beziehungen machen und Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen (Guardian). Titel der Untersuchung: "Colonising African Values: How the US Christian Right is Transforming Sexual Politics in Africa." Der Autor weiß sicher, wovon er spricht, denn Kapya Kaoma ist anglikanischer Priester in Sambia. Der mutige Mann arbeitet schon länger zu dem Thema.

Danger Room stellt ein automatisiertes Abwurfsystem vor, mit dem das Pentagon künftig humanitäre Hilfe leisten will. Bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen die humanitären Drohnen schnell von den kriegführenden Automaten unterscheiden lernen. Einen Thriller zum Thema Drohnen bespricht die FAZ.

Die Dürre in den USA treibt die Preise vor allem für Mais, Weizen und Soja. "Spekulanten treiben zusätzlich", meint die ARD. Auch in Lateinamerika und Russland gibt es Ernteausfälle (Telepolis).

Deutschland: Der triste Alltag der Asylbewerber. Die Comic-Zeichnerin Paula Bulling dokumentiert die Lebenswirklichkeit von Asylbewerbern in Sachsen-Anhalt. Ein Beitrag von Arte. Hat tip an Heinrich aus Düsseldorf.

1 Kommentar:

  1. Die syrische Nachrichtenagentur SANA ist unter http://sana.sy/index_eng.html (also ohne das "www") erreichbar.

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