Donnerstag, 4. August 2011

Libysche Petitessen

So ist das, wenn man seine Partner am Wegesrand zusammensammelt: Die libyschen Rebellen befinden sich im Kleinkrieg untereinander. In Benghazi wird gekämpft (Standard, beschönigend NZZ). Deutlicher wurde die Schweizer Tagesschau: "Libyen: Grabenkämpfe unter den Aufständischen". Das Fernsehen in Deutschland ignoriert das Thema lieber gleich ganz.

Die FAZ ahnte natürlich sofort wer schuld war: "Militärchef der Rebellen von Islamisten getötet" titelte man dort anlässlich der Ermordung des ehemaligen libyschen Innenministers und kurzzeitigen Rebellenführers Abdel Fatah Junes. (Der Text ist allerdings besser als die Schlagzeile.) Welt Online hat sogar noch versucht, die Linie der Aufständischen zu halten und brav gemeldet: "Rebellen nehmen über 60 Gaddafi-Anhänger fest". Aber alle da wussten alle anderen schon "Libysche Rebellen: Verbündete Miliz erschoss unseren Militärchef" (Reuters). Deshalb schrieb die FAZ auch einen Tag später: "Junes' Tod gibt weiter Rätsel auf". Besser hätte man sich auf den Postenschacher in Benghazi konzentriert: Die "Bewegung 17. Februar" fordert, dass der Verteidigungs- und der Informationsminister der Interimsregierung gehen sollen, berichtet Alarabya.net.

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